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26. Juni 2026

Was als routinierte Übung der Bundeswehr geplant war, endete in einem dramatischen Zwischenfall. In Erding kam es am Mittwochabend zu einem Schusswechsel – zwischen Soldaten und Polizisten. Zwei Menschen wurden verletzt. Weiter unten haben wir ein Video zu dem Vorfall.
Eigentlich sollte es nur eine Feldjäger-Übung im Rahmen des Manövers Marshal Power sein, das derzeit in Südbayern läuft. Doch gegen 17 Uhr beobachteten Anwohner in Altenerding – einem Ortsteil von Erding – mehrere Männer in Tarnanzügen, die mit Langwaffen über ein Feld liefen. Besorgt wählten sie den Notruf.
Kurz darauf rückte die Polizei an. Was dann geschah, ist noch nicht vollständig geklärt. Nach Medieninformationen könnten die Soldaten die eintreffenden Beamten für Teilnehmende ihrer Übung gehalten haben. Wenige Augenblicke später fielen Schüsse.
Ein Zeuge berichtet von hektischer Bewegung auf dem Feld, Sirenen und Blaulicht. Ein Soldat wurde verletzt, er soll einen Streifschuss im Gesicht erlitten haben. Da es sich um eine Übung handelte, schossen die Soldaten wohl mit Platzpatronen, die Polizisten jedoch mit scharfer Munition.
Das Polizeipräsidium Oberbayern Nord bestätigte den Vorfall auf Anfrage, wollte jedoch keine Einzelheiten nennen. „Wir sind mit starken Kräften vor Ort, die von einem Polizeihubschrauber abgesichert werden“, erklärte ein Sprecher. Gleichzeitig beruhigte er, dass angeblich keine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehen würde.

Nutzer kommentiert den peinlichen Zwischenfall | Quelle: Facebook/RTL Aktuell
Während Einsatzkräfte das Gebiet absicherten, kam der Alltag in Altenerding zum Erliegen. Straßen wurden gesperrt, Autofahrer standen im Stau. Besonders betroffen: das Sepp-Brenninger-Stadion, wo gerade ein Fußballtraining stattfand. „Man kommt weder rein noch raus“, berichtet ein Augenzeuge. Die Spieler wurden in die Kabinen geschickt, das Training wurde abgebrochen, weitere Einheiten abgesagt.
Offenbar hatte die Polizeidienststelle von der laufenden Bundeswehrübung nicht erfahren – ein Informationsdefizit mit weitreichenden Folgen. Denn bis Ende des Monats soll die groß angelegte Feldjäger-Übung Marshal Power in ganz Südbayern andauern.

Nutzer kommentiert den peinlichen Zwischenfall | Quelle: Facebook/RTL Aktuell
Die groß angelegte Übung „Marshal Power“ erstreckt sich über sieben Tage und umfasst zwölf Landkreise im südlichen und östlichen Bayern. Im Mittelpunkt steht ein fiktiver NATO-Bündnisfall, bei dem rund 500 Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit etwa 300 zivilen Einsatzkräften das Zusammenspiel und die Abläufe hinter einer Frontlinie trainieren.
Der Vorfall in Erding zeigt auf dramatische Weise, was geschehen kann, wenn Missverständnisse zwischen Sicherheitskräften auftreten – und aus einer harmlosen Übung plötzlich bitterer Ernst wird.
Nun gilt es, aufzuklären, wie es zu dieser fehlenden Kommunikation kommen konnte, und wie derartige Ausschreitungen und Patzer künftig verhindert werden können – vor allem zum Schutze der Bevölkerung.
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