
Mirja du Mont | Quelle: Getty Images
Mirja du Mont ist der Sendung dankbar, dass sie ihre Phobie geheilt hat, und bezeichnet das Dschungelcamp als die „beste Therapie“
Für viele Promis ist das Dschungelcamp vor allem eine Grenzerfahrung – für manche ein Karriereschub, für andere ein nervlicher Ausnahmezustand. Bei Mirja du Mont scheint die RTL-Show im Rückblick jedoch noch etwas ganz anderes ausgelöst zu haben: eine überraschend nachhaltige Veränderung, die weit über Fernsehunterhaltung hinausgeht.
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Denn auch wenn die Schauspielerin und Moderatorin die Zeit in Australien nicht romantisiert, verbindet sie mit dem Abenteuer heute vor allem einen persönlichen Gewinn. Ausgerechnet der Ort, an dem Ekel, Enge und Angst zum Konzept gehören, hat ihr offenbar geholfen, eine langjährige Phobie zu überwinden.
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Knapp fünf Wochen nach ihrer Rückkehr aus Australien zog Mirja du Mont bei einem Termin in Hamburg ein bemerkenswert positives Fazit. Bei der Oster-Charity „Ostern mit Herz“ im Elbe Einkaufszentrum sprach sie offen darüber, was die Show bei ihr verändert hat – und überraschte mit einer fast euphorischen Bilanz.
„Es war eine harte Zeit, aber seitdem habe ich keine Phobie mehr vor irgendwelchen Spinnen oder Insekten oder irgendwas. Ich mache das jetzt alles zu Hause weg. Es wird nicht geschrien, es wird nicht geekelt. Das war die beste Therapie überhaupt”, sagte die 50-Jährige. Gerade weil Mirja du Mont vor ihrem Einzug offen über Angst- und Panikstörungen gesprochen hatte, wirken diese Worte wie ein persönlicher Befreiungsschlag.
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Dabei war ihr Aufenthalt im Camp keineswegs leicht. Die Schauspielerin musste sich nicht nur den bekannten Dschungelprüfungen stellen, sondern auch mit dem typischen Lagerkoller umgehen: stundenlange Leerlaufphasen, wenig Rückzug, begrenzter Gesprächsstoff und das ständige Aufeinanderhocken mit Menschen, die früher oder später aneinandergeraten.
Genau das ist auch der Punkt, den sie im Nachhinein besonders kritisch sieht. Noch einmal ins Camp würde Mirja du Mont auf keinen Fall gehen. Nicht wegen der Tiere oder Prüfungen, sondern wegen der zermürbenden Monotonie des Alltags. Dass man dort, wie sie sagte, 15 Stunden am Tag nichts zu tun habe und sich Konflikte irgendwann einfach nur noch wiederholen, war für sie im Rückblick fast schwerer zu ertragen als die eigentlichen Herausforderungen.
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Schon an Tag zehn war für Mirja du Mont Schluss. Sie bekam die wenigsten Zuschaueranrufe und musste das Camp verlassen. Doch statt enttäuscht oder gekränkt zu reagieren, zeigte sie sich damals erstaunlich gelassen – fast erleichtert. „Ich bin gar nicht überrascht. Ich freu mich, ich kann hier raus [...]. Für mich ist das gar kein Problem”, erklärte sie nach ihrem Aus.
Diese Reaktion passte zu dem Eindruck, dass sie das Dschungelabenteuer weniger als Wettkampf, sondern eher als persönliche Prüfung verstanden hatte. Für Mirja du Mont ging es offenbar nicht in erster Linie darum, möglichst lange im Camp zu bleiben, sondern sich selbst zu beweisen, dass sie Dinge schaffen kann, vor denen sie früher Angst gehabt hätte.
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Entsprechend stolz fiel auch ihr eigenes Fazit kurz nach dem Exit aus. „Ich habe keine Prüfung abgebrochen, ich bin da runtergesprungen, ich hab’ diesen Kack gegessen, ich habe meine Kakerlaken-Angst überwunden. Ich bin total stolz auf mich. Und bin glücklich, dass ich jetzt gehen kann. Alles in Ordnung.” In diesen Worten steckt genau jener Trotz, der solche Formate für manche Teilnehmer so prägend macht: der Moment, in dem aus Überforderung Selbstwirksamkeit wird.
Gerade bei Mirja du Mont bekommt diese Entwicklung zusätzliche Tiefe, wenn man ihren Lebensweg betrachtet. In den vergangenen Jahren hatte sie immer wieder mit schweren gesundheitlichen und seelischen Belastungen zu kämpfen. Depressionen, Panikattacken, körperliche Eingriffe und persönliche Krisen haben ihr Leben geprägt. Dass ausgerechnet das Dschungelcamp für sie zu einem Ort wurde, an dem sie eine konkrete Angst ablegen konnte, wirkt deshalb fast paradox – und zugleich nachvollziehbar.
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Denn das Format zwingt seine Teilnehmer dazu, sich dem Ekel und der Unsicherheit direkt auszusetzen. Für jemanden wie Mirja du Mont, die sich diesem Abenteuer trotz eigener Ängste stellte, wurde genau das offenbar zur praktischen Konfrontationstherapie vor laufender Kamera.
Dass sie trotzdem kein zweites Mal antreten will, macht ihre Bilanz nur glaubwürdiger. Sie verklärt die Erfahrung nicht, sondern trennt klar zwischen persönlichem Nutzen und realer Belastung. Das Camp war für sie anstrengend, unerquicklich und sozial mitunter unerquicklich – aber eben auch heilsam auf eine Weise, mit der sie selbst wohl nicht gerechnet hatte.
Am Ende bleibt deshalb ein bemerkenswertes Fazit: Mirja du Mont hat im Dschungel nicht die Krone gewonnen, aber etwas anderes mitgenommen, das für sie offenbar deutlich wertvoller ist. Während viele Kandidaten nach Australien fahren, um Aufmerksamkeit zu bekommen, kehrte sie mit dem Gefühl zurück, eine echte innere Hürde überwunden zu haben – und nannte das Dschungelcamp deshalb ohne Zögern die „beste Therapie“.
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