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Menderes Bagci | Quelle: Getty Images
Menderes Bagci | Quelle: Getty Images

„Viele können sich nicht vorstellen, was die Krankheit mit einem macht“: Menderes Bagci spricht offen über seine unheilbare Krankheit

Nataliia Shubina
18. Feb. 2026 - 13:29

Seit seinen ersten Auftritten bei „Deutschland sucht den Superstar“ gehört Menderes Bagci zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen TV-Unterhaltung. Für viele Zuschauer ist er der unbeirrbare Kämpfer, der trotz Rückschlägen immer wieder auf die Bühne zurückkehrt. Was jedoch lange nur wenige wussten: Hinter den Kulissen prägt eine unheilbare Krankheit seinen Alltag – körperlich wie emotional.

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Der 41-Jährige lebt seit vielen Jahren mit Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Die Diagnose begleitet ihn permanent, auch wenn er nach außen meist Energie, Humor und Durchhaltewillen ausstrahlt. Bagci macht deutlich, dass die Erkrankung sein Leben zwar verändert hat, ihn aber nicht definieren soll. Er steht weiterhin im Rampenlicht, tritt als Sänger auf, dreht Reality-Formate und bleibt ein fester Bestandteil der deutschen Entertainment-Landschaft.

Doch der Weg dorthin ist oft beschwerlicher, als es das Publikum wahrnimmt. Hinter den Kulissen kämpft der Entertainer regelmäßig mit Krankheitsschüben, Schmerzen und Erschöpfung. Dennoch hält er an seinem beruflichen Alltag fest – selbst dann, wenn es ihm körperlich schlecht geht. In einem Interview sagte er:

„Vor Kurzem ging es mir eine Woche miserabel, meine Auftritte habe ich aber trotzdem durchgezogen“.

Diese Haltung zieht sich durch seine gesamte Karriere. Aufgeben ist für ihn keine Option. Selbst in Reality-Formaten, in denen körperliche und psychische Belastungen besonders hoch sind, stellt er sich den Herausforderungen. Schon während früherer TV-Teilnahmen musste er gesundheitliche Rückschläge verkraften – dennoch blieb er präsent und professionell.

Colitis ulcerosa verläuft in Schüben und kann Betroffene über lange Zeit stark einschränken. Neben körperlichen Beschwerden bringt die Erkrankung auch mentale Belastungen mit sich. Bagci spricht darüber ungewöhnlich offen und bricht damit bewusst ein Tabu, über das viele Erkrankte nur ungern öffentlich sprechen. Weiter erklärt er:

„Viele können sich nicht vorstellen, was die Krankheit mit einem macht. Sie schwächt dich nicht nur körperlich, sondern zieht dich auch seelisch runter“.

Die Worte zeigen, wie tiefgreifend die Erkrankung in sein Leben eingreift. Es geht nicht nur um Schmerzen oder körperliche Einschränkungen – sondern auch um emotionale Erschöpfung, Frustration und mentale Belastung. Gerade deshalb ist es ihm wichtig, Verständnis zu schaffen und offen über die Realität chronischer Krankheiten zu sprechen.

Trotz allem beschreibt sich Bagci selbst als Kämpfer. Er bezeichnet sich als „harten Hund“, der nur ein einziges Mal einen Auftritt absagen musste – nach einer schweren Notoperation. Diese Phase gehört zu den wenigen Momenten, über die er nur ungern spricht. Stattdessen richtet er den Blick nach vorn und betont, wie dankbar er dafür ist, weiterhin arbeiten und auftreten zu können.

Um seinen Körper zu entlasten, hat er auch seinen Lebensstil angepasst. Seit fast elf Jahren ernährt sich der Entertainer vegan. Der Auslöser dafür waren zunächst Dokumentationen über Massentierhaltung, doch auch gesundheitliche Überlegungen spielten eine Rolle. Die Ernährungsumstellung wurde für ihn zu einem bewussten Schritt, Verantwortung für seinen Körper zu übernehmen.

Neben Disziplin setzt Bagci vor allem auf Humor als Schutzmechanismus. Seine Vergangenheit bei DSDS, in der er lange als „ewiger Kandidat“ belächelt wurde, verarbeitet er heute mit Selbstironie. In Werbespots und TV-Auftritten spielt er bewusst mit diesem Image – und zeigt, dass Durchhaltevermögen am Ende belohnt werden kann.

Sein späterer Sieg im Dschungelcamp markierte für ihn einen Wendepunkt. Aus dem vermeintlichen Außenseiter wurde ein Publikumsliebling. Diese Erfahrung prägt bis heute seine Haltung: niemals aufgeben, selbst wenn der Weg steinig ist.

Medizinisch betrachtet ist Colitis ulcerosa eine chronische Entzündung des Dickdarms, die schubweise verläuft. Typisch sind unter anderem Bauchkrämpfe, Durchfälle, Entzündungen der Darmschleimhaut sowie starker Kräfteverlust. Für Betroffene bedeutet das eine dauerhafte Anpassung des Alltags – von Ernährung über Stressmanagement bis hin zu medizinischer Betreuung.

Für Menderes Bagci ist genau das Realität. Rücksicht auf den eigenen Körper gehört zu seinem täglichen Leben. Dennoch zeigt er auf der Bühne eine andere Seite: Energiegeladen, humorvoll und kämpferisch.

Seine Offenheit macht deutlich, wie viel Kraft hinter dieser Fassade steckt. Und sie sendet zugleich eine Botschaft an andere Betroffene: Auch mit einer unheilbaren Krankheit ist es möglich, Träume zu verfolgen, sichtbar zu bleiben – und sich nicht von der Diagnose bestimmen zu lassen.

Wie oft sich Menschen mit chronischen Erkrankungen durchsetzen müssen zeigt auch der Fall von Hubert Fella. Als er 2026 ins australische Dschungelcamp einzieht, fällt vielen Zuschauerinnen und Zuschauern schon in den ersten Minuten ein Detail auf: Am linken Oberarm trägt der 58-Jährige einen weißen Verband – wie ein Armband, das er selbst unter dem Camp-Outfit nicht ablegt.

Sofort wird spekuliert: Hat er sich verletzt? War eine Dschungelprüfung schuld? Doch hinter der Bandage steckt keine frische Wunde und auch kein „kleiner Kratzer“, sondern eine Realität, die Hubert seit Jahrzehnten begleitet – und die im Busch sogar noch wichtiger wird als im Alltag: seine Diabetes-Erkrankung.

Hubert Fella lebt seit über 40 Jahren mit Diabetes Typ 1. Die Diagnose kam früh, sie prägt seinen Alltag bis heute – ganz unabhängig davon, ob er gerade vor Kameras steht oder im Privatleben unterwegs ist. Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren kann.

Das bedeutet: regelmäßige Kontrolle, genaue Einschätzung von Essen und Belastung, und schnelle Reaktion, wenn Werte kippen. Gerade im Dschungelcamp, wo wenig Schlaf, Stress, Hitze, ungewohnte Nahrung und körperliche Prüfungen zusammenkommen, kann das zur echten Herausforderung werden.

Und genau deshalb trägt Hubert im Camp dieses „Armband“ – auch wenn es technisch gesehen mehr ist als Schmuck. Unter dem Verband sitzt ein Messgerät, das seinen Blutzucker kontinuierlich überwacht. Der Verband schützt es vor Schmutz, Stößen und Feuchtigkeit.

Laut RTL ist die Bandage also vor allem eine Schutzmaßnahme – damit das Gerät zuverlässig funktioniert und Hubert jederzeit sicher kontrolliert werden kann. Das Produktionsteam muss sorgfältig darauf achten, dass das Gerät unbeschädigt bleibt. Denn wenn der Sensor ausfällt oder verrutscht, fehlt eine zentrale Gesundheitskontrolle – und im Dschungel ist die nächste Arztpraxis nicht um die Ecke.

Dass Hubert mit dem Thema offen umgeht, ist kein Zufall. Er spricht seit Jahren öffentlich über seine Erkrankung und versucht, Betroffenen Mut zu machen – ohne die Krankheit zu verharmlosen. Schon 2024 schrieb er auf Social Media:

„40 Jahre mit Diabetes und trotzdem voller Lebensfreude! Ein Weg voller Herausforderungen, Höhen und Tiefen, aber auch voller Stärke und Gesundheit“.

In derselben Haltung tritt er nun auch im Camp auf: nicht als jemand, der Mitleid möchte, sondern als jemand, der zeigen will, dass chronische Erkrankung und Lebensfreude zusammengehen können – wenn man Verantwortung übernimmt und die Signale des Körpers ernst nimmt.

Gleichzeitig ist Hubert eben auch Hubert: direkt, impulsiv, manchmal ungeduldig. Im RTL-Vorstellvideo warnt er sogar selbst davor, wie schnell seine Stimmung kippen kann. Ein Satz bleibt hängen – weil er so ehrlich ist und im Dschungel schnell zum Problem werden könnte:

„Wenn ich hungrig bin, dann wirst du mich böse erleben, das sag’ ich dir.“

Wer Diabetes managen muss, weiß: Hunger, Stress und Unterzuckerungen können den Körper zusätzlich belasten. Im Camp wird es deshalb nicht nur um Entertainment gehen, sondern auch um Struktur, Disziplin und Aufmerksamkeit – damit Hubert nicht in gefährliche Situationen gerät.

Dass er überhaupt dabei ist, hat für ihn außerdem eine besondere Bedeutung. Mit dem Format verbindet er private Erinnerungen: 2018 machte er seinem langjährigen Partner Matthias Mangiapane im Umfeld des Dschungelcamps einen Antrag – später folgte die Hochzeit. Heute ist Hubert selbst Kandidat und tritt damit aus dem Schatten seines Mannes heraus. Für ihn ist die Teilnahme mehr als eine TV-Station:

„Der Dschungel ist ein Ritterschlag. Mehr kannst du nicht erreichen!“

Dieser Satz erklärt, warum er trotz Risiko, Strapazen und öffentlicher Beobachtung antritt.

Hubert Fellas Verband ist damit nicht einfach ein Accessoire und auch nicht nur ein „Camp-Gimmick“. Er ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass im Dschungel nicht alle mit denselben Voraussetzungen starten.

Und er erinnert daran, dass hinter Reality-TV-Figuren echte Biografien stehen – manchmal mit einer Diagnose, die man nicht ablegen kann. Hubert will trotzdem liefern: laut, emotional, ehrgeizig – aber eben auch mit einem kleinen Gerät am Arm, das im Zweifel wichtiger ist als jedes Luxusitem.

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