
Jan Zimmermann und seine Mutter | Quelle: Instagram/marionzett2011
„Bei Jan hat das erst spät angefangen“: Die Mutter des verstorbenen YouTubers Jan Zimmermann (27) enthüllte, wie er ums Leben kam
Mit Humor, Offenheit und einem ungewöhnlichen Blick auf seine Krankheit erreichte Jan Zimmermann Millionen Menschen. Auf seinem YouTube-Kanal „Gewitter im Kopf“ sprach der junge Mann aus Königswinter über das Leben mit Tourette – oft selbstironisch, immer ehrlich. Für viele Betroffene wurde er zu einer wichtigen Stimme, die Mut machte und Vorurteile abbauen half.
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Doch hinter der Leichtigkeit, mit der Zimmermann seine Videos präsentierte, stand eine Realität, die deutlich komplizierter war. Neben Tourette litt er auch an Epilepsie – eine Erkrankung, die sein Leben immer wieder unberechenbar machte. Im November starb der YouTuber im Alter von nur 27 Jahren. Nun sprechen seine Mutter Marion Pütz und Menschen aus seinem Umfeld erstmals ausführlicher über die Hintergründe seines Todes.
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Die Geschichte seiner Erkrankung begann vergleichsweise spät. Während viele neurologische Störungen bereits in der Kindheit auftreten, zeigte sich bei Jan zunächst nichts Auffälliges.
Erst im späten Jugendalter änderte sich das. „Bei Jan hat das erst spät angefangen“, erinnert sich seine Mutter. Als ihr Sohn etwa 17 oder 18 Jahre alt gewesen sei, hätten sowohl Tourette-Symptome als auch epileptische Anfälle gleichzeitig begonnen.
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Von diesem Moment an wurde sein Alltag von medizinischer Betreuung begleitet. Jan erhielt regelmäßig neurologische Behandlung und nahm Medikamente ein, um die Symptome zu kontrollieren. Vor einigen Jahren wurde ihm zudem ein sogenannter Hirnschrittmacher eingesetzt.
Die Hoffnung der Ärzte war, dass dieses Verfahren die Tourette-Erkrankung lindern könnte – möglicherweise auch mit positiven Effekten auf die Epilepsie.
Doch trotz der Therapie kam es immer wieder zu schweren Anfällen. Für die Familie waren diese Momente besonders belastend, denn sie kamen häufig ohne Vorwarnung. Nach solchen Episoden konnte sich Jan selbst meist nicht erinnern, was passiert war. Wenn er im Krankenhaus wieder zu sich kam, stellte er oft dieselbe Frage: „Mama, hatte ich wieder einen Anfall?“ Sie erinnerte sich:
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„Man ist absolut hilflos, man kann da gar nicht helfen in dem Moment“
Für seine Mutter blieb über Jahre eine ständige Sorge. Die Gefahr bestand weniger in der Krankheit selbst als in möglichen Folgen eines Anfalls – etwa einem Sturz oder einer Verletzung. Gleichzeitig wollte sie ihrem erwachsenen Sohn ein eigenständiges Leben ermöglichen.
Zimmermann lebte bewusst aktiv. Er traf Freunde, reiste viel und genoss sein Leben. Besonders das Reisen war für ihn eine Leidenschaft. Auf seinem Rücken trug er eine tätowierte Weltkarte, auf der er jedes Land markierte, das er besucht hatte. Noch wenige Wochen vor seinem Tod war er gemeinsam mit seiner Mutter unterwegs – eine Reise nach Australien und Bali, an die sie sich heute besonders erinnert.
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„Da war gar nichts“, sagt Marion Pütz über diese Zeit. Kein Anfall, kein Warnzeichen – nichts deutete darauf hin, was wenige Wochen später passieren würde.
In der Nacht vom 18. auf den 19. November kam es schließlich zu einem schweren epileptischen Anfall. Nach den späteren Erkenntnissen geschah dies womöglich im Schlaf. Die Obduktion deutete darauf hin, dass das Herz infolge des Anfalls nicht mehr weiter schlug.
Ein Detail gibt einen Hinweis darauf, dass Jan den Anfall möglicherweise noch gespürt hatte. In seinem Magen wurde eine Notfalltablette gefunden. Diese Medikamente werden eingenommen, wenn Betroffene merken, dass ein Anfall bevorsteht.
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Gefunden wurde Zimmermann schließlich von seinem besten Freund, der im selben Haus wohnte. Als er den YouTuber nicht erreichen konnte, rief er dessen Mutter an. Kurz darauf stand sie vor dem Haus – nur wenige Minuten entfernt. Der Rettungswagen war bereits vor Ort.
Für Freunde und Familie bleibt neben der Trauer vor allem die Erinnerung an einen Menschen, der anderen Hoffnung geben wollte. Gemeinsam mit Wegbegleitern organisiert seine Familie inzwischen einen Benefizabend, der sowohl an Jan erinnern als auch über Epilepsie aufklären soll.
Für Marion Pütz steht dabei eines besonders im Mittelpunkt: der Stolz auf ihren Sohn. Trotz seiner Erkrankungen habe er sich nie versteckt und offen über seine Situation gesprochen. „Ich bin sehr, sehr stolz auf meinen Sohn“, sagt sie heute.
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Mit seinem Kanal erreichte Jan Zimmermann ein Publikum weit über Deutschland hinaus. Für viele Menschen mit Tourette oder Epilepsie wurde er zu einer Stimme, die zeigte, dass man trotz Krankheit ein erfülltes Leben führen kann. Seine Familie hofft nun, dass genau diese Botschaft weiterlebt.
Wir berichteten über den tragischen Fall des jungen Mannes:
Der Schock um den Tod von YouTube-Star Jan Zimmermann sitzt noch immer tief. Mitte November wurde der 27-Jährige in seiner Wohnung in Königswinter tot aufgefunden, nach Angaben seiner Familie starb er an einem epileptischen Anfall.
Besonders hart trifft der Verlust seinen besten Freund und langjährigen Wegbegleiter Tim Lehmann (26) – den Mann, der Jan leblos gefunden hat und mit ihm gemeinsam den erfolgreichen Kanal „Gewitter im Kopf“ betrieb.

Tim und Jan | Quelle: instagram.com/timl1302/
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Auf Instagram hat Tim nun Worte gefunden, die kaum trauriger und zugleich liebevoller sein könnten. „Du fehlst mir so unglaublich“, schreibt er in einem Posting, das deutlich macht, wie eng die Verbindung zwischen den beiden war. Gemeinsam hatten sie mit „Gewitter im Kopf“ – rund zwei Millionen Menschen abonnierten den Kanal – ihre Tourette-Erkrankung öffentlich gemacht, Vorurteile abgebaut und vielen Betroffenen Mut gegeben.
In seinem Text beschreibt Tim, wie sehr der gemeinsame Lebensentwurf der beiden von einem Moment auf den anderen zerbrochen ist. Er erinnert daran, dass sie immer davon träumten, eines Tages „alt und klapprig auf der Veranda“ zu sitzen und sich an ihre „unfassbar besonderen gemeinsamen Erlebnisse“ zu erinnern. Dass dieser Traum nun unerreichbar ist, könne er nicht fassen – der Gedanke sei für ihn „immer noch so unfassbar unrealistisch“, dass er ihn schlicht „nicht begreifen“ könne.
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Zu dem Posting zeigt Tim mehrere Fotos aus den vergangenen Jahren: gemeinsame Reisen, ausgelassene Feiern nach der Verleihung einer YouTube-Trophäe, Momente, in denen die beiden lachend nebeneinanderstehen – und ihre Partner-Tattoos. Diese Bilder unterstreichen, was seine Worte erzählen: Jan war für ihn nicht nur Kollege vor der Kamera, sondern Familie, Seelenverwandter, der wichtigste Mensch an seiner Seite.
Tim schreibt, ihm fehle der „gemeinsame Alltag, unsere Drehs, unsere Reisen oder auch nur unsere Abende“. All das, was ihre Freundschaft ausgemacht hat – vom Filmen für den Kanal bis zu den ganz normalen Stunden ohne Kameras – ist mit Jans Tod unwiederbringlich verloren. Die Trauer darüber beschreibt er als Welle, die ihn überrollt habe: ein Zusammenspiel aus Schmerz, Fassungslosigkeit und innerer Zerrissenheit.

Tim und Jan | Quelle: instagram.com/timl1302/
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Besonders berührend ist, wie Tim Jans Charakter zeichnet. Er nennt ihn den Menschen, mit dem er über alles reden konnte – „egal ob wir uns mal gestritten hatten oder nicht“. Jan habe „ausnahmslos“ hinter ihm gestanden, sei immer da gewesen, wenn es darauf ankam. In wenigen Sätzen wird deutlich, dass Jan nicht nur im Netz viele Herzen erreicht hat, sondern im Privaten ein Freund war, auf den man sich verlassen konnte.
Tim erinnert sich daran, dass er Jan oft sagte, er wünsche sich, eines Tages „nur halb so mutig“ zu sein wie er – „nur ansatzweise so nervenstark und freundlich“. Damit würdigt er den Mut, mit dem Jan seine Erkrankung öffentlich gemacht und sein Leben trotzdem voller Humor und Offenheit gelebt hat. Für viele Fans war er ein Vorbild, für Tim offenbar ein Mensch, an dem er sich orientierte, an den er sich anlehnen konnte.

Tim und Jan | Quelle: instagram.com/timl1302/
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In seinem Posting beschreibt Tim auch, wie sehr sie gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen sind: die „besten Jahre“ und „dunkelsten Zeiten“ hätten sie „Seite an Seite“ erlebt. Das Besondere ihrer Verbindung: Es gab niemanden sonst, der all diese Erfahrungen so verstanden hätte wie Jan. Er sei der einzige Mensch gewesen, der „diese Geschichten genauso verstanden, getragen und wieder aufleben lassen konnte“ – und er werde es immer bleiben.
Damit macht Tim klar, dass mit Jans Tod nicht nur ein Freund gegangen ist, sondern auch jemand, der sein Leben auf einzigartige Weise gespiegelt hat. Viele Erinnerungen werden für ihn immer mit dem Gefühl verbunden bleiben, dass es eigentlich zwei Menschen brauchte, um sie vollständig zu erzählen – jetzt ist einer von ihnen nicht mehr da.

Tim und Jan | Quelle: instagram.com/timl1302/
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Am Ende seines Textes findet Tim Worte, die kaum eindringlicher sein könnten: „Ich werde dich niemals loslassen. Du fehlst mir so unglaublich. Ich vermisse dich unendlich. Du wirst für immer bei mir sein.“ Es ist ein Versprechen, dass Jans Platz in seinem Herzen und in seinem Leben bleiben wird – auch wenn der gemeinsame Weg viel zu früh endete.
Der Tod von Jan Zimmermann ist ein schwerer Verlust für seine Familie, seinen besten Freund und Millionen Menschen, die ihn über „Gewitter im Kopf“ begleitet haben. Tims Botschaft zeigt, wie groß die Lücke ist, die Jans plötzlicher Tod hinterlässt – und wie stark die Liebe und Dankbarkeit sind, die bleiben.

Tim und Jan | Quelle: instagram.com/timl1302/
Wie vorher berichtet:
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Die Nachricht über den Tod von Jan Zimmermann hat in ganz Deutschland für tiefe Bestürzung gesorgt. Der 27-Jährige, der durch seinen YouTube-Kanal „Gewitter im Kopf“ eine große Fangemeinde aufgebaut hatte, wurde leblos in seiner Wohnung gefunden. Sein plötzlicher Tod erschüttert viele Menschen, die ihn über Jahre auf seinen Wegen begleitet haben.
Jan Zimmermann ist im Alter von nur 27 Jahren verstorben. Laut Polizei wurde er am 18. November in den Abendstunden in seiner Wohnung in Königswinter aufgefunden, Hinweise auf Fremdverschulden liegen nach der Obduktion nicht vor. Das Ableben des YouTubers kam für viele vollkommen unerwartet, da er noch wenige Tage zuvor aktiv auf Social Media gewesen war.
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Wer Jan Zimmermann online folgte, wusste, wie offen er mit seiner Tourette-Erkrankung umging. Bekannt wurde er bereits 2019, nachdem er seine neurologische Erkrankung in einem Beitrag von „Galileo“ vorgestellt hatte. Kurz darauf startete er gemeinsam mit seinem Freund Tim Lehmann den Kanal „Gewitter im Kopf“, der rund zwei Millionen Abonnenten erreichte und einen ehrlichen Einblick in seinen Alltag mit Tics gab.
Sein Humor und seine Offenheit ermöglichten es vielen, die Krankheit besser zu verstehen oder besser selbst damit zurechtzukommen. Darüber hinaus setzte sich Jan immer wieder dafür ein, Berührungsängste abzubauen und zeigte, dass Menschen mit Tourette ein erfülltes Leben führen können. Durch seine direkte Art gewann er schnell Sympathien und hinterließ Spuren, die für viele weit über Unterhaltung hinausgingen.
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Vor einigen Jahren entschied sich Zimmermann für einen medizinischen Eingriff, bei dem ihm ein Hirnschrittmacher eingesetzt wurde. Die Behandlung linderte seine Symptome deutlich und galt als Erfolg.
Ob dieser Eingriff in einem Zusammenhang mit seinem frühen Tod steht, ist nach aktuellem Stand nicht bekannt. Bis zuletzt teilte Jan Einblicke in sein Leben – der letzte Post war ein humorvolles Video auf Instagram, das kurz vor seinem Tod veröffentlicht wurde.
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Nun haben sich erstmals seine Angehörigen zu Wort gemeldet und ein tief bewegendes Statement veröffentlicht, das auch die Todesursache erläutert. Sie schreiben:
Leider wurde uns als Angehörigen die Möglichkeit genommen, uns während der Trauer zu äußern. Jan ist sehr plötzlich und unerwartet am 18. November an einem epileptischen Anfall verstorben.
Der Schmerz, der in uns sitzt, lässt sich mit keinen Worten beschreiben, jedoch möchten wir uns für eure Anteilnahme bedanken. Wir fühlen uns aktuell nicht in der Lage, mehr dazu zu sagen. Bitte seht von weiteren Nachrichten diesbezüglich an uns ab.
Sein Humor, seine Ehrlichkeit und sein großes Herz waren Geschenke, die er mit allen geteilt hat. Er hat Menschen Mut gegeben, die ihn nie persönlich getroffen haben und hat ihnen gezeigt, dass man auch in schweren Tagen liebevoll und offen durchs Leben gehen kann.
Für immer geliebt, für immer unvergessen, wir lassen dich gehen, aber niemals los.🕯️🕊️
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Viele Menschen reagierten mit großer Bestürzung auf die traurige Nachricht. Unter den vielen Kommentaren, die in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, finden sich bewegende Worte wie:
Das schockiert mich so sehr!😢Ruhe in Frieden!🤍🕊️
Jemand anders schrieb:
Es tut so weh! Ruhe in Frieden! Danke für alles! ♥️🕊️
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Auch dieser Kommentar dürfte vielen Menschen angesichts Jans viel zu frühem Ableben aus der Seele sprechen:
Oh Gott das ist so tragisch 😢 Ruhe in Frieden ❤️
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Der Tod von Jan Zimmermann hinterlässt eine spürbare Lücke. Er war ein junger Mann, der mit Offenheit, Mut und Humor Menschen erreichte, die ihn oft nicht persönlich getroffen hatten, sich aber von ihm verstanden fühlten. Seine Art, das Leben anzunehmen – trotz Schwierigkeiten und Herausforderungen – hat viele inspiriert.
Jan Zimmermann wird in Erinnerung bleiben, nicht nur als YouTuber, sondern als jemand, der anderen Hoffnung gab und ihnen zeigte, dass ein ehrlicher Umgang mit den eigenen Grenzen auch Stärke bedeuten kann.
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