
„Dieses Jahr sehr hart“: Jan Köppen zieht sich nach Dschungelcamp aus den sozialen Medien zurück – seine Erklärung
Seit dem Finale von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist es ungewohnt ruhig um Jan Köppen geworden. Der Moderator, der seit 2023 an der Seite von Sonja Zietlow durch das Dschungelcamp führt, meldete sich nach Wochen der Funkstille nun selbst zu Wort – und sprach offen über die Belastung hinter den Kulissen.
In einer Instagram-Fragerunde erklärte er, es sei „dieses Jahr sehr hart“ gewesen, nach den Dreharbeiten in Australien wieder in einen normalen Alltag zurückzufinden.
Die Zeit dort sei „körperlich und mental herausfordernd“ gewesen. Besonders zugesetzt habe ihm der „absurde Rhythmus“ während des Drehs: tägliche Livesendungen, neun Stunden Zeitverschiebung und ein eng getakteter Produktionsplan. 17 Tage am Stück habe er „durchballern und funktionieren“ müssen – eine Phase, die er mit keinem anderen Job vergleichen könne.
Doch nicht nur Jetlag und Arbeitsintensität hinterließen Spuren. Köppen machte deutlich, dass ihn vor allem die Atmosphäre rund um diese Staffel stark beansprucht habe. Es sei „unfassbar viel mehr von außen“ auf ihn und seine Kollegin eingeprasselt als in anderen Jahren.
Der Moderator beschrieb, wie sehr sich die öffentliche Debatte verselbstständigt habe. Kritik sei nicht mehr sachlich geblieben, sondern oft in Lautstärke umgeschlagen. „Mir war einfach alles zu viel und zu laut“, erklärte er sein digitales Abtauchen. Sein Instagram-Account, der sonst als Einblick hinter die Kulissen diente, habe sich nicht mehr wie ein sicherer Ort angefühlt.
Besonders getroffen habe ihn der Vorwurf, er habe seine Werte abgelegt oder zu wenig Haltung gezeigt. Ein Teil von ihm fühle sich dadurch angegriffen, räumte er ein. Gleichzeitig betonte er, die Welt bestehe nicht nur aus Schwarz und Weiß – oft liege die Wahrheit irgendwo im Graubereich. Auch beim großen RTL-Nachspiel zeigte er sich selbstkritisch und gab zu, dass er sich im Nachhinein darüber ärgere, manche Aussagen im Camp nicht früher klarer eingeordnet zu haben.
Die Wucht der Reaktionen brachte ihn offenbar an einen Punkt, an dem er sich ernsthaft fragte: „Was ist denn mit den Menschen los?“ Aus Kritik sei häufig schlicht „Rumgebrülle“ geworden. Für Köppen war klar, dass er Abstand brauchte – nicht als PR-Strategie, sondern zum Selbstschutz.
Inzwischen sei er froh, wieder in seinem Alltag in Deutschland angekommen zu sein. Zeit mit vertrauten Menschen zu verbringen, habe ihm geholfen, wieder bei sich anzukommen. Wahrscheinlich wird dabei auch seine Hündin Suki eine wichtige Rolle spielen. Der Moderator spricht immer wieder liebevoll über seinen Hund – und nach den intensiven Wochen in Australien dürfte genau diese Nähe nun besonders guttun.
Der Rückzug erinnert manche Beobachter an die Entscheidung von Daniel Hartwich, der die Show vor einigen Jahren aus familiären Gründen verließ. Auch er hatte betont, dass die lange Zeit in Australien mit dem Privatleben schwer vereinbar sei. Während Hartwich vor allem die Belastung für seine Familie als Grund nannte, spricht Köppen nun zusätzlich von mentaler Erschöpfung durch mediale Dauerbeobachtung.
Dabei galt Köppen lange als frischer Wind im Dschungelcamp. Mit seinen auffälligen Hemden, seiner lockeren Art und dem harmonischen Zusammenspiel mit Zietlow hatte er sich schnell in die Herzen vieler Fans moderiert. Doch gerade diese Sichtbarkeit macht ihn angreifbar. Kritik an seinem Aussehen oder seinem Auftreten sei nichts Neues, sagte er einmal – aber in diesem Jahr sei die Intensität eine andere gewesen.
Ob die Pause von Dauer ist? Danach sieht es nicht aus. Köppen kündigte an, künftig wieder mehr Inhalte teilen zu wollen – allerdings solche, „die nichts mit Australien zu tun haben“. Weniger Dschungel, mehr Alltag. Weniger Debatte, mehr Persönliches.
Sein Statement zeigt vor allem eines: Auch Moderatoren, die vor Millionenpublikum souverän wirken, sind nicht immun gegen Dauerstress und öffentliche Bewertung. Die 17 Tage im australischen Busch sind für viele Kandidaten eine Extremsituation – offenbar gilt das auch für diejenigen, die das Geschehen kommentieren.
Nach einer Staffel, die von Kontroversen und emotionalen Momenten geprägt war, zieht Jan Köppen nun vor allem eine persönliche Konsequenz: einen Schritt zurück, um Kraft zu sammeln. Zwischen Jetlag, Medienrummel und Online-Diskussionen blieb offenbar zu wenig Raum für Ruhe. Jetzt will er genau das nachholen – wahrscheinlich mit langen Spaziergängen, etwas Abstand vom digitalen Lärm und viel Zeit mit Suki.
Und vielleicht ist genau das seine wichtigste Erkenntnis aus diesem „sehr harten“ Jahr: Manchmal ist der mutigste Schritt nicht, weiterzumachen – sondern kurz auszusteigen, um wieder klar atmen zu können.
