
„Unschön und unmenschlich“: Hardy Krüger Jr. weiß nicht, wo sein Vater begraben liegt
Der australische Dschungel wird für Hardy Krüger jr. zu einem Ort leiser Wahrheiten. Zwischen Lagerfeuer und Palmwedeln spricht der Schauspieler über einen Verlust, der bis heute keinen Abschluss gefunden hat.
Hardy Krüger senior war einer der großen Namen des deutschen Kinos, ein Weltstar mit internationaler Karriere. Sein Sohn Hardy Krüger jr. trat in seine Fußstapfen, fand aber früh seinen eigenen Weg als Schauspieler. Das Verhältnis der beiden galt lange als schwierig, zuletzt aber als ruhig und von gegenseitigem Respekt geprägt.
Im Dschungelcamp erzählt Hardy Krüger, dass der Verlust seines Vaters bis heute zusätzlich von offenen Fragen überschattet wird. Er weiß nicht, woran er gestorben ist, und auch nicht, wo er begraben liegt. Als Camp-Mitstreiter Patrick Romer nachhakt, fällt ein Satz, der die gesamte Tragweite der Situation zusammenfasst:
„Wenn ich das wüsste …“.
Auch eine Sterbeurkunde liegt Hardy Krüger scheinbar nicht vor. Krüger erklärt, dass es dafür einen aufwendigen Weg gäbe: „Man müsste dafür in die USA reisen und sich dort ausweisen, sonst bekommt man diese Informationen nicht.“ Weshalb er diesen Schritt bislang nicht gegangen ist, lässt er offen.
Fest steht für ihn nur der grobe Ablauf der Ereignisse. Sein Vater ist im Januar 2022 in Palm Springs in Kalifornien verstorben, danach habe sich dessen Ehefrau Anita - die Alleinerbin - per E-Mail gemeldet. Darin habe sie um Rücksicht auf ihre Trauer gebeten, und auch darum, „in Frieden gelassen zu werden“.
Seit dieser Nachricht herrsche Funkstille. Für Hardy Krüger jr. und seine Schwestern Christiane und Malaika bedeutet das ein Leben in Ungewissheit. „Kein Mensch weiß, was wirklich passiert ist“, sagt er offen und fügt hinzu:
„Ob er beerdigt ist oder nicht, weiß ich nicht. Ich vermisse meinen Vater sehr.“
Besonders quälend ist für Krüger wohl die fehlende Gewissheit über die letzten Stunden seines Vaters. Im Dschungeltelefon beschreibt er, wie bruchstückhaft sein Wissen dazu ist: „Ich weiß nur, dass Rettungsdienst und Feuerwehr da waren. Aber sonst nichts.“ Man merkt ihm an, dass ihn diese Tatsache sehr belastet.
Dieses große Fragezeichen betrifft auch nicht nur ihn allein. Hardy Krüger jr. spricht ausdrücklich von einem gemeinsamen Schmerz der Geschwister und sagt klar:
„Für uns Kinder ist das furchtbar, weil wir nicht wissen, ob er in Frieden gehen konnte oder nicht.“
Ein Satz, der zeigt, dass Trauerarbeit manchmal weniger mit dem Tod selbst als mit dem Danach zu tun hat. Krüger nennt die Situation in ihrer Gesamtheit rückblickend „unschön und unmenschlich“, dies solle jedoch nicht als Vorwurf, eher als Feststellung gemeint sein.
Bezüglich seiner Stiefmutter stellt er klar: „Wir wollen nichts von ihr, wir wollen nur wissen, was passiert ist. Wir wollen kein Geld.“ Es geht ihm also nicht um Besitz oder Ansprüche, sondern um Antworten – um einen Abschied, der bis heute fehlt. Es bleibt zu hoffen, dass Hardy Krüger dieser irgendwann ermöglicht wird.
Im diesjährigen Dschungelcamp ist Hardy Krüger jr. nicht der einzige Teilnehmer, der einen schweren Verlust mit sich trägt. Simone Ballack hat ihren Sohn viel zu früh verloren und erinnert mit einer Kette, die sie stets bei sich trägt, an ihn – das sorgte bei ihr im Vorfeld zur Show für eine schwierige Entscheidung.
