
Internetnutzer drohen mit „Boykott“ des Dschungelcamps – Vertreter der Show reagieren
Die neue Staffel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ ist offiziell angekündigt worden. Auf dem Instagram-Kanal des Dschungelcamps wurde der Startschuss für 2026 gegeben und damit frühzeitig Aufmerksamkeit erzeugt.
Noch bevor die ersten Kandidaten im australischen Busch ankommen, zeigt sich bereits, dass diese Staffel nicht nur von Prüfungen und Emotionen, sondern auch von gesellschaftlichen Debatten geprägt sein wird. Die Reaktionen im Netz fallen ungewöhnlich heftig aus.
Mit der Veröffentlichung des Instagram-Posts, in dem es heißt: „Es ist offiziell 🌴🔥 Diese Stars stellen sich 2026 dem Abenteuer Dschungelcamp“, begann eine Welle an Kommentaren. Schnell verlagerte sich der Fokus weg von Vorfreude hin zu einer hitzigen Diskussion um einen bestimmten Namen.
In den Kommentarspalten dominieren kritische Stimmen, die sich weniger mit dem Format als mit der möglichen Teilnahme von Gil Ofarim befassen. Die Diskussion entzündet sich lange vor dem eigentlichen Staffelstart und entwickelt eine eigene Dynamik.
Besonders auffällig ist die Vielzahl an Boykottankündigungen. Ein Kommentar besteht lediglich aus den Worten:
„Boykott rtl“.
Andere Nutzer formulieren ausführlicher und bringen ihren Unmut über die Personalentscheidung zum Ausdruck. Die Debatte ist dabei alles andere als einheitlich. Neben harscher Ablehnung finden sich auch Stimmen, die differenzieren oder zumindest abwägen wollen. Dennoch überwiegt in vielen Threads eine klar ablehnende Grundhaltung.
Ein Nutzer schreibt: „Hmmmmm. Naja, das was er gemacht hat ist richtig heftig und wiederwärtig. Aber er ist kein Mörder. Die hellste Kerze auf der Torte war er noch nie. Vielleicht eine Chance für ihn.“ Der Kommentar steht exemplarisch für den Versuch, Schuld und Verhältnismäßigkeit gegeneinander abzuwägen.
Andere Reaktionen fallen deutlich schärfer aus und bedienen sich offener Häme. „Er soll sein Kettchen nicht vergessen“, heißt es in einem Kommentar, der unverkennbar auf den Skandal von 2021 anspielt und wenig Raum für Versöhnung lässt.
Noch drastischer wird es dort, wo Zuschauer ihre Erwartungen an den Showverlauf formulieren. Ein Nutzer schreibt: „Ich schaue und hoffe das der Typ jeden Tag in die Prüfung muss und dann als erster rausfliegt.“ Solche Aussagen zeigen, wie stark Emotionen und Vergeltungsfantasien die Diskussion prägen.
Der Hintergrund dieser Reaktionen liegt in der bekannten Affäre um Gil Ofarim. Der Sänger hatte 2021 behauptet, in einem Leipziger Hotel antisemitisch beleidigt worden zu sein, was später von ihm selbst als unwahr eingeräumt wurde.

Instagram-Kommentar | Quelle: instagram.com/ichbineinstar.rtl
Diese belegte Lügengeschichte, die 2023 vor Gericht endete, gilt für viele als moralische Grenze. Entsprechend wird seine mögliche Teilnahme nicht als Unterhaltung, sondern als gesellschaftliches Signal verstanden.
Während einige Nutzer den Dschungel als Ort der Läuterung sehen, empfinden andere allein die Präsenz Ofarims als Provokation. Zwischen Forderungen nach Reue, Spott und totaler Ablehnung entsteht ein Spannungsfeld, das weit über Reality-TV hinausreicht.

Instagram-Kommentar | Quelle: instagram.com/ichbineinstar.rtl
RTL selbst hat auf einzelne Kommentare reagiert und betont, dass sich Ofarim juristisch verantwortet habe. Zudem verweist der Sender darauf, dass Zuschauer ab dem 23. Januar selbst beurteilen könnten, wie er mit seiner Vergangenheit umgeht.
Noch ist offiziell nicht bestätigt, ob Gil Ofarim tatsächlich ins Camp einzieht. Doch der Diskurs ist längst entfacht und bestimmt bereits jetzt die Wahrnehmung der kommenden Staffel.

Instagram-Kommentar | Quelle: instagram.com/ichbineinstar.rtl
Für RTL bedeutet diese Entwicklung ein Balanceakt zwischen Quote, Aufmerksamkeit und ethischer Verantwortung. Klar ist schon jetzt: Kaum ein Kandidat polarisiert so stark, noch bevor die erste Prüfung beginnt.
Der Dschungel wird damit nicht nur zum Ort körperlicher Herausforderungen, sondern auch zur Projektionsfläche moralischer Urteile. Und genau darin liegt die Brisanz dieser Staffel – lange bevor der erste Stern vergeben wird.
