logo
StartseitePromis
Alexander Held and his wife Patricia Fugger Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger | Quelle: Getty Images
Alexander Held and his wife Patricia Fugger Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger | Quelle: Getty Images

„Patricia war mein Glück“: Alexander Held sehnte sich 12 Jahre lang nach einem Wiedersehen mit seiner verstorbenen Frau – ihre 10 Liebesfotos

Tetiana Kalna
20. Mai 2026 - 16:53

Er war einer der markantesten Charakterdarsteller Deutschlands – und ein Mann, der einen Verlust mit sich trug, der ihn nie ganz losließ. Nun ist Alexander Held gegangen. Vielleicht, um endlich wieder bei ihr zu sein.

Werbung

Alexander Held wurde 1958 in München geboren. Als Sohn des Schauspielers José Held wuchs er in einer Welt auf, in der Theater und Film keine fremden Begriffe waren. In der Schulzeit sang er als Solosänger bei den Regensburger Domspatzen. Als jugendlicher Fußballer gewann er mit dem TSV 1860 München fünfmal die Jugendmeisterschaften. Ein junger Mann, der viele Talente hatte – und der schließlich eines davon zum Beruf machte.

Der deutsche Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger bei ihrer Ankunft zum Deutschen Opernball 2009 in der Alten Oper am 28. Februar 2009 in Frankfurt am Main. | Quelle: Getty Images

Der deutsche Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger bei ihrer Ankunft zum Deutschen Opernball 2009 in der Alten Oper am 28. Februar 2009 in Frankfurt am Main. | Quelle: Getty Images

Ende der 1970er-Jahre absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1980 erhielt er sein erstes Engagement bei den Münchener Kammerspielen, später gehörte er neun Jahre dem Ensemble der Freien Volksbühne in Berlin an. Gastvertrag in Basel. Theater in München, Berlin, Wien. Schritt für Schritt, ohne den großen Hype, den er selbst nie wollte.

Werbung

Seinen ersten TV-Auftritt hatte er 1981 in der Krimiserie „Derrick". Es war der Beginn einer Karriere, die ihn durch über 200 Produktionen führen sollte. Von „Schindlers Liste" über „Der Untergang" und „Sophie Scholl – Die letzten Tage" bis hin zur Kinokomödie „Der Schuh des Manitu", wo er Karl May spielte. Und schließlich „München Mord", wo er als Hauptkommissar Ludwig Schaller zur Legende wurde.

Alexander Held und seine Frau Patricia nehmen am 17. Januar 2014 im Prinzregententheater in München am Bayerischen Filmpreis 2014 teil. | Quelle: Getty Images

Alexander Held und seine Frau Patricia nehmen am 17. Januar 2014 im Prinzregententheater in München am Bayerischen Filmpreis 2014 teil. | Quelle: Getty Images

Was die Zuschauer liebten, war seine Ambivalenz. Dieses Unklare, ob er Böser oder Guter war – und die Energie, die er mitbrachte, egal auf welcher Seite. Auf die Frage nach seiner Rolle als ewiger Nazi-Darsteller antwortete er einmal mit einem Hitchcock-Zitat: „Je besser der Bösewicht, desto besser der Film." Held spielte beides – und beides mit einer Präzision, die man nicht verlernen kann.

Werbung

Auch „Stralsund" war eine seiner prägenden Rollen. Als Kriminalhauptkommissar Karl Hidde sagte er Sätze wie: „Herr Hidde, darf ich Sie kurz stören?" – „Haben Sie schon." Trocken, direkt, unverwechselbar. Das war Alexander Held.

Der deutsche Schauspieler Alexander Held (rechts) und seine Frau Patricia nehmen am 19. Oktober 2010 in München an der „Video Night 2010“ im „The Westin Grand“ teil. | Quelle: Getty Images

Der deutsche Schauspieler Alexander Held (rechts) und seine Frau Patricia nehmen am 19. Oktober 2010 in München an der „Video Night 2010“ im „The Westin Grand“ teil. | Quelle: Getty Images

Doch hinter dem Schauspieler, der Jahrzehnte lang die deutschen Fernsehschirme prägte, steckte ein Mensch, der einen Verlust mit sich trug, der tiefer ging als alles, was er je auf der Bühne darstellen musste.

Er hatte Patricia Gräfin Fugger von Babenhausen bei einem zufälligen Abendessen in einem Münchner Restaurant kennengelernt. Kein dramatisches Vorgeplänkel, kein langes Abtasten. Einfach: Eintreten, Blicke treffen, Wissen. „Ich kam rein, wir sahen uns und wussten, dass wir füreinander bestimmt sind."

Werbung
Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia nehmen am 25. Januar 2013 in München am Gedenkgottesdienst für Steffen Kuchenreuther auf dem Waldfriedhof teil. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia nehmen am 25. Januar 2013 in München am Gedenkgottesdienst für Steffen Kuchenreuther auf dem Waldfriedhof teil. | Quelle: Getty Images

Die beiden wurden ein Paar. Zogen in die Tiroler Berge, heirateten 2005 in New York. Dreizehn Jahre kannten sie sich, neun davon waren sie verheiratet. Ein Leben aus gemeinsamem Lachen, aus langen Abenden in den Bergen, aus Reisen und Filmpremieren und stillen Momenten zu Hause – mit Hund Gladys und Patricias Lieblingsfarbe Pistazie an den Wänden. Patricia selbst nannte er zärtlich „Pistache" – das französische Wort für Pistazie.

Sie war eine Adlige, er ein Schauspieler – aber in ihrem gemeinsamen Leben in Tirol spielten solche Kategorien keine Rolle. Sie lachten viel. Das erzählte er immer wieder. Dieses Lachen war es, das er am meisten vermisste. Dann kam der Mai 2014.

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia bei der Deutschlandpremiere von „Bavaria“ im Mathäser Filmpalast am 19. Juli 2012 in München. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia bei der Deutschlandpremiere von „Bavaria“ im Mathäser Filmpalast am 19. Juli 2012 in München. | Quelle: Getty Images

Werbung

Held war zu Dreharbeiten nach Prag und dann nach Berlin gereist. Als er zurückkam, war etwas anders. Stiller. Der Hund begrüßte ihn nicht. „Ich hatte mich gewundert, warum unser Terrier Gladys mich nicht wie immer beim Hereinkommen begrüßte. Ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt, und dann meine Frau im Schlafzimmer gefunden. Unser Hund saß still neben ihr. Sie lag mindestens die Nacht schon dort."

Patricia war 52 Jahre alt. Die Ursache: innere Blutungen. Kein Fremdverschulden, kein Suizid. Einfach das Ende eines Lebens, das viel zu früh aufgehört hatte. Die Polizei schloss beides aus. Was blieb, war ein Mann allein in einem Haus in den Bergen, der plötzlich nicht mehr wusste, was er mit der Stille anfangen sollte.

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger nehmen am 14. November 2012 im Westin Grand Hotel in München am Video Entertainment Award 2012 teil. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger nehmen am 14. November 2012 im Westin Grand Hotel in München am Video Entertainment Award 2012 teil. | Quelle: Getty Images

Kurz darauf stand er beim Bayerischen Fernsehpreis auf der Bühne – für seine Rolle in „München Mord". Viele im Saal wussten noch nicht, dass Patricia nur wenige Tage zuvor gestorben war. Er widmete ihr den Preis mit zitternder Stimme:

Werbung

„Danken möchte ich meiner Frau, die ich vor mir sehe mit strahlenden Augen und ihrem unvergesslichen Lächeln in ihrem roten Kleid, das ich ihr mitgeben musste auf ihrem letzten Weg Anfang dieser Woche. Thank you, Patricia. Ich widme ihr diesen Preis."

Es war einer der bewegendsten Momente in der Geschichte des deutschen Fernsehpreises. Ein Mann, der gerade seine Frau verloren hatte, auf der Bühne stand und trotzdem sprach.

Alexander Held und Gräfin Patricia Fugger auf der Feier zur Weltpremiere des Films „Pope Joan“ in Berlin, 2009. | Quelle: Getty Images

Alexander Held und Gräfin Patricia Fugger auf der Feier zur Weltpremiere des Films „Pope Joan“ in Berlin, 2009. | Quelle: Getty Images

Die Jahre danach waren eine lange Trauer, die er nicht versteckte. Patricias Urne begrub er neben der Terrasse seines Hauses in Tirol – er beantragte dafür eigens eine Sondererlaubnis. Sie sollte nah bei ihm bleiben. Und sie blieb es. Physisch, aber auch auf andere Weise.

Werbung

„Der Verlust meiner Frau trifft mich wie ein Blitz. Manchmal schlägt er im Kopf ein, manchmal im Bauch. Mich tröstet, dass sie nicht leiden musste." Er trug ihren Ehering an einer Kette um den Hals. Stets. Weil das Ablegen nicht in Frage kam.

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger nehmen am 14. November 2012 im Westin Grand Hotel in München am Video Entertainment Award 2012 teil. | Quelle: Getty Images

Der Schauspieler Alexander Held und seine Frau Patricia Fugger nehmen am 14. November 2012 im Westin Grand Hotel in München am Video Entertainment Award 2012 teil. | Quelle: Getty Images

Er weinte, er trauerte, er arbeitete – und er hörte nie auf, sie zu spüren. „Patricia war das Licht in meinem Leben. Doch es ist noch nicht erloschen. Das Licht erweitert sich gerade in meinem Herzen. Und ich habe den Eindruck, dass sie dafür sorgt. Ich fühle mich ihr überall in unserem Haus nahe. In jedem Raum. Und sogar bei ihrer Lieblingsfarbe Pistazie denke ich an sie."

2018 gab es eine kurze Liaison mit Antoinette Gräfin von Schaesberg, Spitzname „Noffi". Diskret, von wenigen Monaten, dann vorbei. Vielleicht, weil einfach kein Platz war. Vielleicht, weil man eine Patricia nicht ersetzt. „Patricia war mein Glück, leider nur für eine begrenzte Zeit. Sie war ein Geschenk."

Werbung
Alexander Held und Gräfin Patricia Fugger auf der Feier zur Weltpremiere des Films „Pope Joan“ in Berlin, 2009 | Quelle: Getty Images

Alexander Held und Gräfin Patricia Fugger auf der Feier zur Weltpremiere des Films „Pope Joan“ in Berlin, 2009 | Quelle: Getty Images

Und über den Tod selbst – über das, was danach kommt – sprach er einmal mit einer Ruhe, die mehr verriet als Worte es konnten:

„Diejenigen, die gestorben sind, sind nur vorausgegangen. Es steht außer Frage, dass wir folgen werden. Der Tod ist das Verlässlichste im Leben."

Freunde, die sich Sorgen machten, ob er sich auf seinem Tiroler Berg nicht einsam fühle, beruhigte er: „Das ist keineswegs der Fall. Man muss der Trauer Raum geben und mal alleine sein. Ich habe aber auch das Glück, häufig von vielen Menschen umgeben zu sein. Das war mir eine große Stütze. In dieser schweren Zeit habe ich erfahren, dass es die sogenannte Film-Familie wirklich gibt."

Alexander Held mit seiner Frau Patricia, 34. Verleihung des „Bayerischen Filmpreises“, 2013. München | Quelle: Getty Images

Alexander Held mit seiner Frau Patricia, 34. Verleihung des „Bayerischen Filmpreises“, 2013. München | Quelle: Getty Images

Am 12. Mai 2026 starb Alexander Held im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Zwölf Jahre nach Patricia. Ihr Todestag: der 15. Mai. Seiner: der 12. Drei Tage voneinander entfernt – im Tod wie einst im Leben, immer nah beieinander.

Er ist jetzt bei ihr.

Werbung
info

Wenn du oder jemand, den du kennst Suizid-Gedanken hat, wende dich bitte an die Telefon-Seelsorge, die sich verstärkt mit der Suizidprävention beschäftigt. Die Hotline ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar. Diese erreicht man per Chat oder unter den Nummern: 0800 / 111 0 111, 0800 / 111 0 222 oder unter 116 123.

info

Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in gogirok.com enthalten sind oder durch gogirok.com zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. gogirok.com übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.

Ähnliche Neuigkeiten

Mein Stiefvater zog mich wie sein eigenes Kind auf, nachdem meine Mutter starb, als ich vier war – bei seiner Beerdigung führten mich die Worte eines älteren Mannes zu einer Wahrheit, die jahrelang vor mir versteckt worden war

12. Feb. 2026

Ich habe meinen Sohn vor 10 Jahren beerdigt – als ich den Sohn meiner neuen Nachbarn sah, hätte ich schwören können, er sähe aus wie meiner, wenn er heute noch am Leben wäre

16. März 2026

„Ich war ein Fremdgänger“: Miroslav Nemecs turbulentes Liebesleben vor seiner zweiten Ehe

06. Apr. 2026

Nachdem mein Mann gestorben war, bezahlte ich seine "Geschäftspartnerin" jeden Monat - bis sie mit einem Kind vor meiner Tür auftauchte, das genauso aussah wie er

17. Feb. 2026

Wer ist der Partner von Dominik Krause? Über seine 17-jährige Liebesgeschichte mit Sebastian Müller

23. März 2026

Ich habe meinen rollstuhlfahrenden Opa zum Abschlussball mitgenommen, nachdem er mich alleine großgezogen hat - als sich ein Mitschüler über ihn lustig machte, wurde die ganze Turnhalle still, als er ins Mikrofon sprach

11. März 2026

Als mein Freund mir einen Heiratsantrag machte, erkannte ich den Ring meiner Urgroßmutter - mir wurden die Knie weich, denn dieser Ring war vor 25 Jahren mit ihr begraben worden

26. März 2026

Meine Schwiegermutter stellte eine Frau ein, die mir beibringen sollte, wie man eine "ideale Ehefrau" ist - also habe ich ihr eine Lektion erteilt, die sie nie vergessen wird

05. Feb. 2026

Mein ganzes Leben lang habe ich meinen Stiefvater gehasst - nach seinem Tod fand ich eine alte Aufnahme und fuhr weinend zu seinem Grab

23. Feb. 2026

„Er wollte noch nicht gehen“: Die tragische Geschichte von Jan Fedders Tod im Alter von 64 Jahren

25. März 2026

Meine 5-jährige Tochter ist gestorben - nach ihrer Beerdigung fand ich einen USB-Stick und eine Notiz der Krankenschwester, auf der stand: "Dein Mann lügt dich an. Schau dir das Video an"

06. März 2026