
Robert Kranjec | Quelle: Getty Images
Ehemaliger Skisprung-Weltmeister muss nach einem Fahrradunfall unter Alkoholeinfluss mit schwerwiegenden Folgen rechnen
Er war einer der besten Skiflieger der Welt – und hatte 2012 den Gipfel seiner Karriere erreicht. Nun kämpft Robert Kranjec mit den Folgen eines Unfalls, der sein Leben verändert hat.
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Robert Kranjec kennen Skisprung-Fans vor allem als jenen Slowenen, der 2012 in Vikersund Skiflug-Weltmeister wurde. Sieben Weltcupsiege, davon sechs im Skifliegen – eine beeindruckende Bilanz, die ihm einen festen Platz in der Geschichte seiner Sportart gesichert hat. 2019 beendete er seine aktive Laufbahn.

Robert Kranjec aus Slowenien feiert am 18. März 2016 in Planica, Slowenien, nach seinem Sieg im Einzelwettbewerb des FIS-Skiflug-Weltcups auf dem Podium. | Quelle: Getty Images
Seitdem arbeitete der 44-Jährige im Material-Team des slowenischen Skisprungverbandes, wo er sich um die Vorbereitung der Anzüge für die Weltcup-Athleten kümmerte.
Es war ein Job abseits des Rampenlichts, der ihm sichtlich lag. Kein Medienrummel mehr, kein Druck der Weltbühne – nur die Arbeit mit dem Team, das er selbst jahrelang als Athlet vertreten hatte. Doch dann kam ein Aprilabend in Slowenien, der alles veränderte.
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Robert Kranjec aus Slowenien belegt den 1. Platz bei den FIS-Skiflug-Weltmeisterschaften auf der HS225-Schanze am 25. Februar 2012 in Vikersund, Norwegen. | Quelle: Getty Images
Kranjec war mit seinem Fahrrad unterwegs, als er aus noch ungeklärten Gründen von der Fahrbahn abkam, gegen einen Bordstein prallte und schwer stürzte. Der Unfall ereignete sich in seiner Heimat, die genauen Umstände sind bis heute nicht vollständig geklärt.
Was klar ist: die Verletzungen waren so schwer, dass eine Erstversorgung im Krankenhaus von Jesenice nicht ausreichte. Ein Hubschrauber brachte ihn in die Universitätsklinik nach Ljubljana.

Robert Kranjec aus Slowenien belegt den 1. Platz bei den FIS-Skiflug-Weltmeisterschaften auf der HS225-Schanze am 25. Februar 2012 in Vikersund, Norwegen. | Quelle: Getty Images
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In den ersten Tagen war der Zustand von Kranjec laut slowenischen Medien zeitweise kritisch. Dann stabilisierte er sich. Der Verband bestätigte, dass er sich nun in einem stabilen Zustand befinde.
Was folgte, waren Wochen voller Ungewissheit – und der langsamen Erkenntnis, wie ernst die Lage wirklich ist.

Robert Kranjec aus Slowenien beim Start des Riesenslaloms der Herren im Rahmen des Audi FIS Ski-Weltcups am 27. Oktober 2019 in Sölden, Österreich. | Quelle: Getty Images
Slowenische Medien berichteten, dass Kranjec bei dem Unfall schwere Verletzungen an der Wirbelsäule erlitt. Eine Operation wurde durchgeführt und verlief den Ärzten zufolge gut.
Nach dem Eingriff konnte er seinen Unterkörper zwar spüren – seine Füße jedoch nicht bewegen. Die Prognose der Ärzte ist dennoch vorsichtig optimistisch: Sie gehen davon aus, dass er in Zukunft voraussichtlich wieder laufen können wird.
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Robert Kranjec vom slowenischen Team während des Riesenslaloms der Herren beim Audi FIS Ski-Weltcup am 2. März 2024 in Aspen, USA | Quelle: Getty Images
Dass es so weit überhaupt gekommen ist, hat auch mit einem anderen Detail zu tun, das die Behörden nun beschäftigt. Örtliche Polizeiberichte zufolge hatte Kranjec zum Zeitpunkt des Unfalls 2,5 Promille Alkohol im Blut.
Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Verkehrsgesetz eingeleitet. Neben den körperlichen Folgen drohen dem ehemaligen Weltmeister damit auch juristische Konsequenzen.
Fotos in den sozialen Medien zeigen ihn inzwischen im Rollstuhl – bei einem Treffen mit dem slowenischen Radrennfahrer Luka Mezgec. Bilder, die deutlich machen, wo Kranjec gerade steht.
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Der Skisprungverband meldete sich mit klaren Worten:
„In den kommenden Tagen wird er mit seiner Reha anfangen, die lang und fordernd wird. Im Moment braucht Robert Frieden, Zeit zur Erholung und viel positive Energie."
Für den Verband hat der Ausfall auch praktische Folgen. Kranjec wird seine Arbeit im Material-Team über längere Zeit nicht ausüben können. Die Vorbereitung der Anzüge für die Weltcup-Saison 2026/2027 muss ohne ihn bewältigt werden.
Der Verband hat bereits Notfallmaßnahmen ergriffen und andere Mitarbeiter ins Material-Team versetzt. Verbandspräsident Gorazd Pogorelčnik erklärte, man müsse sich künftig besser auf solche Situationen vorbereiten.
Robert Kranjec war einmal der Mann, der weiter flog als fast jeder andere. Jetzt lernt er neu, wie man geht.
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