logo
Mitarbeiter der Bundespolizei machen sich bereit, einen Zug aus Warschau zu betreten, 1. August 2021 an der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt (Oder) | Quelle: Getty Images
Mitarbeiter der Bundespolizei machen sich bereit, einen Zug aus Warschau zu betreten, 1. August 2021 an der deutsch-polnischen Grenze in Frankfurt (Oder) | Quelle: Getty Images

Tragödie in Bayern: 12-jähriges Mädchen von Zug überfahren

Tetiana Sukhachova
05. Jan. 2026 - 15:08

Ein Vorfall in Mittelfranken schockiert ganz Deutschland. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten endet die Aktion einiger Jugendlicher tödlich. Das sogenannte „S-Bahn-Surfen“ wurde einem jungen Mädchen zum Verhängnis.

Am Abend des 21. Dezember traf sich eine Gruppe von Kindern an einem S-Bahnhof in der Gemeinde Feucht im Landkreis Nürnberger Land. Die Stimmung soll ausgelassen gewesen sein, nichts deutete zunächst auf die Tragödie hin, die sich wenig später abspielen würde. Als eine S-Bahn den Bahnsteig verließ, trafen einige der Kinder eine folgenschwere Entscheidung.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Ermittlungen der Polizei ergaben später, dass mehrere der Jugendlichen versuchten, von außen auf den bereits anfahrenden Zug aufzuspringen. Dieses riskante Verhalten ist unter dem Begriff „S-Bahn-Surfen“ bekannt – ein gefährliches Phänomen, das vor allem bei jungen Menschen immer wieder beobachtet wird. Während es den meisten der Kinder gelang, rechtzeitig wieder abzuspringen, verlor eines von ihnen den Halt.

Das zwölfjährige Mädchen stürzte und geriet unter die Bahn. Die Freunde, ebenfalls minderjährig und etwa im gleichen Alter, gerieten in Panik, handelten aber schnell. Sie sprangen wieder ab, ehe noch weitere von ihnen verletzt werden konnten. Der Notruf wurde alarmiert. Rettungskräfte trafen kurze Zeit später am Unfallort ein und brachten das schwer verletzte Kind in ein Krankenhaus.

Die Verletzungen waren gravierend. Nach Angaben der Ermittler erlitt das Mädchen schwere Kopf- und Beinverletzungen. Trotz intensiver medizinischer Versorgung und aller Bemühungen der Ärzte erlag die Zwölfjährige einen Tag später ihren Verletzungen. Die Nachricht löste große Bestürzung aus – bei den Angehörigen, den Freunden und auch bei Einsatzkräften, die mit solchen Situationen immer wieder konfrontiert werden.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Durch Zeugenbefragungen und die Auswertung von Videomaterial konnten Polizei und Staatsanwaltschaft den Ablauf des Unglücks weitgehend rekonstruieren. Hinweise auf Fremdverschulden oder ein strafbares Verhalten Dritter ergaben sich nicht. Die Polizei stuft den Vorfall als tragischen Unfall ein und nutzt ihn zugleich, um erneut vor den Gefahren dieses Verhaltens zu warnen.

Denn das sogenannte S-Bahn-Surfen ist kein Einzelfall. Immer wieder werden Vorfälle bekannt, bei denen Menschen – häufig Kinder oder Jugendliche – auf fahrende Züge aufspringen oder sich an ihnen festhalten. Eine Sprecherin der Bundespolizei erklärte, dass es hierfür keine verlässlichen Zahlen gebe, da viele Fälle unentdeckt bleiben. Klar sei jedoch: Jeder einzelne Versuch sei lebensgefährlich. „Die Leute spielen mit ihrem Leben, da muss man sagen: Jedes Mal ist gefährlich“, warnte sie.

In den vergangenen Monaten seien vergleichbare Fälle im süddeutschen Raum zwar glimpflicher ausgegangen, doch das beruhe oft nur auf Glück. Erwachsene seien seltener betroffen, das bedeute jedoch nicht, dass sie nicht ebenfalls Risiken eingingen. Besonders besorgniserregend ist, dass viele der Beteiligten die Tragweite ihres Handelns unterschätzen.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Um genau dem entgegenzuwirken, setzen Bundespolizei und Deutsche Bahn verstärkt auf Präventionsarbeit. Beamte besuchen Schulen, klären über die Gefahren im Bahnbereich auf und sprechen offen über tödliche Risiken beim Überqueren von Gleisen, beim Klettern auf Waggons oder beim S-Bahn-Surfen. Auch über soziale Medien versuchen die Behörden, junge Menschen zu erreichen und für die Konsequenzen zu sensibilisieren.

Der Tod des zwölfjährigen Mädchens macht auf schmerzhafte Weise deutlich, wie schnell ein Moment des Leichtsinns irreparable Folgen haben kann. Für die Familie und die Freunde bleibt eine Lücke, die sich nicht schließen lässt – und die Hoffnung, dass andere aus dieser Tragödie lernen.

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Nutzer im Netz haben eine eindeutige Meinung zu dem Vorfall. Viele User nehmen den Lockführer in Schutz. Ein Nutzer schrieb beispielsweise:

„Beileid an der Familie. Auch wenn es schrecklich ist, darf man nicht vergessen das dieses Mädchen dafür selber verantwortlich ist, sonst niemand. Auch wenn es sehr tragisch ist sollte man der Realität ins Auge sehen. Ist ja nicht nur das auf Grund der falschen Entscheidung des Mädels ihre Eltern, Familie und Freunde trauern . Dazu kommt noch das mögliche Zeugen Traumatische Störungen erleiden. Das der Fahrer des Zuges möglicherweise seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.“ [sic]

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Symbolbild | Quelle: Getty Images

Ein anderer Nutzer ist sich ziemlich sicher, woher diese Entscheidung des Mädchens stammte und fügte an:

„Bestimmt auf tiktok gelernt.“

Social Media hat in den letzten Jahren viele äußerst gefährliche Trends hervorgebracht. Das „S-Bahn-Surfen“ ist nicht der erste, und wird vermutlich auch nicht der letzte gefährliche Trend bleiben. Es bleibt nur zu hoffen, dass die jungen Menschen aus diesen tragischen und fatalen Fehlern lernen und dass künftig niemand weiteres sein Leben auf so grausame Weise verlieren muss.

info

Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in gogirok.com enthalten sind oder durch gogirok.com zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. gogirok.com übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.

info

gogirok.com unterstützt und fördert keine Formen von Gewalt, Selbstbeschädigung oder anderes gewalttätiges Verhalten. Wir machen unsere LeserInnen darauf aufmerksam, damit sich potentielle Opfer professionelle Beratung suchen und damit niemand zu Schaden kommt. gogirok.com setzt sich gegen Gewalt, Selbstbeschädigung und gewalttätiges Verhalten ein, gogirok.com plädiert deshalb für eine gesunde Diskussion über einzelne Fälle von Gewalt, Missbrauch, oder sexuelles Fehlverhalten, Tiermissbrauch usw. zum Wohl der Opfer. Wir ermutigen in diesem Sinne alle LeserInnen, jegliche kriminelle Vorfälle, die wider diesen Kodex stehen, zu melden.

Ähnliche Neuigkeiten

„Wir brauchen einen Arzt!“: „Let’s Dance“-Teilnehmerin bricht nach Auftritt zusammen – Details

08. Mai 2026

„Der Aufprall war sogar bei uns im Gebäudeinneren zu hören": Besucher schildern den schrecklichen Moment, als eine Familie am Harzturm in den Tod stürzte

20. Juli 2026

Meine 4-jährige Tochter kam jeden Tag mit neuem Spielzeug aus dem Kindergarten nach Hause – als ich ihre Erzieherin danach fragte, blieb ich sprachlos zurück

25. Juni 2026

Nach zehn Jahren voller Verluste haben wir unser Wunderbaby willkommen geheißen – doch als mein Mann den Fleck auf ihrer Schulter sah, wurde er blass und flüsterte: „Nein … das ist unmöglich“

27. Aug. 2026

Eine junge Frau klopfte an meine Tür und behauptete, meine Tochter zu sein - aber ich hatte nie Kinder

21. Mai 2026

Ein obdachloser ehemaliger Lehrer rettete ein kleines Mädchen vor einem Autounfall - dann erkannte ihre Mutter seine Stimme

27. Mai 2026

Prinz William zieht wegen eines einzigen Wortes in den Krieg – und der Grund dafür könnte dich überraschen

12. Aug. 2026

Eltern und ein Kind sterben auf tragische Weise im Kurort Altenau – herzzerreißende Details

17. Juli 2026

Die Ärzte hatten mich gewarnt, dass ein viertes Baby mir schaden könnte – dann sah ich meinen Mann im Krankenhaus, wie er ein neugeborenes Mädchen im Arm hielt, und sein Geständnis hat mich völlig aus der Bahn geworfen

26. Aug. 2026

Meine 9-jährige Tochter rannte unter Tränen aus einer Strandumkleidekabine – ich hätte nie gedacht, dass ich die Person darin jemals wiedersehen würde

29. Juli 2026

Der Sohn des Schulleiters hat mich zum Abschlussball eingeladen, nachdem ich im Rollstuhl gelandet war – doch dann habe ich zufällig die Wahrheit mitbekommen, die mich wünschen ließ, ich hätte niemals zugesagt

17. Juni 2026