
Tragödie in Bayern: 12-jähriges Mädchen von Zug überfahren
Ein Vorfall in Mittelfranken schockiert ganz Deutschland. Ausgerechnet kurz vor Weihnachten endet die Aktion einiger Jugendlicher tödlich. Das sogenannte „S-Bahn-Surfen“ wurde einem jungen Mädchen zum Verhängnis.
Am Abend des 21. Dezember traf sich eine Gruppe von Kindern an einem S-Bahnhof in der Gemeinde Feucht im Landkreis Nürnberger Land. Die Stimmung soll ausgelassen gewesen sein, nichts deutete zunächst auf die Tragödie hin, die sich wenig später abspielen würde. Als eine S-Bahn den Bahnsteig verließ, trafen einige der Kinder eine folgenschwere Entscheidung.

Symbolbild | Quelle: Getty Images
Ermittlungen der Polizei ergaben später, dass mehrere der Jugendlichen versuchten, von außen auf den bereits anfahrenden Zug aufzuspringen. Dieses riskante Verhalten ist unter dem Begriff „S-Bahn-Surfen“ bekannt – ein gefährliches Phänomen, das vor allem bei jungen Menschen immer wieder beobachtet wird. Während es den meisten der Kinder gelang, rechtzeitig wieder abzuspringen, verlor eines von ihnen den Halt.
Das zwölfjährige Mädchen stürzte und geriet unter die Bahn. Die Freunde, ebenfalls minderjährig und etwa im gleichen Alter, gerieten in Panik, handelten aber schnell. Sie sprangen wieder ab, ehe noch weitere von ihnen verletzt werden konnten. Der Notruf wurde alarmiert. Rettungskräfte trafen kurze Zeit später am Unfallort ein und brachten das schwer verletzte Kind in ein Krankenhaus.
Die Verletzungen waren gravierend. Nach Angaben der Ermittler erlitt das Mädchen schwere Kopf- und Beinverletzungen. Trotz intensiver medizinischer Versorgung und aller Bemühungen der Ärzte erlag die Zwölfjährige einen Tag später ihren Verletzungen. Die Nachricht löste große Bestürzung aus – bei den Angehörigen, den Freunden und auch bei Einsatzkräften, die mit solchen Situationen immer wieder konfrontiert werden.

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Durch Zeugenbefragungen und die Auswertung von Videomaterial konnten Polizei und Staatsanwaltschaft den Ablauf des Unglücks weitgehend rekonstruieren. Hinweise auf Fremdverschulden oder ein strafbares Verhalten Dritter ergaben sich nicht. Die Polizei stuft den Vorfall als tragischen Unfall ein und nutzt ihn zugleich, um erneut vor den Gefahren dieses Verhaltens zu warnen.
Denn das sogenannte S-Bahn-Surfen ist kein Einzelfall. Immer wieder werden Vorfälle bekannt, bei denen Menschen – häufig Kinder oder Jugendliche – auf fahrende Züge aufspringen oder sich an ihnen festhalten. Eine Sprecherin der Bundespolizei erklärte, dass es hierfür keine verlässlichen Zahlen gebe, da viele Fälle unentdeckt bleiben. Klar sei jedoch: Jeder einzelne Versuch sei lebensgefährlich. „Die Leute spielen mit ihrem Leben, da muss man sagen: Jedes Mal ist gefährlich“, warnte sie.
In den vergangenen Monaten seien vergleichbare Fälle im süddeutschen Raum zwar glimpflicher ausgegangen, doch das beruhe oft nur auf Glück. Erwachsene seien seltener betroffen, das bedeute jedoch nicht, dass sie nicht ebenfalls Risiken eingingen. Besonders besorgniserregend ist, dass viele der Beteiligten die Tragweite ihres Handelns unterschätzen.

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Um genau dem entgegenzuwirken, setzen Bundespolizei und Deutsche Bahn verstärkt auf Präventionsarbeit. Beamte besuchen Schulen, klären über die Gefahren im Bahnbereich auf und sprechen offen über tödliche Risiken beim Überqueren von Gleisen, beim Klettern auf Waggons oder beim S-Bahn-Surfen. Auch über soziale Medien versuchen die Behörden, junge Menschen zu erreichen und für die Konsequenzen zu sensibilisieren.
Der Tod des zwölfjährigen Mädchens macht auf schmerzhafte Weise deutlich, wie schnell ein Moment des Leichtsinns irreparable Folgen haben kann. Für die Familie und die Freunde bleibt eine Lücke, die sich nicht schließen lässt – und die Hoffnung, dass andere aus dieser Tragödie lernen.

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Nutzer im Netz haben eine eindeutige Meinung zu dem Vorfall. Viele User nehmen den Lockführer in Schutz. Ein Nutzer schrieb beispielsweise:
„Beileid an der Familie. Auch wenn es schrecklich ist, darf man nicht vergessen das dieses Mädchen dafür selber verantwortlich ist, sonst niemand. Auch wenn es sehr tragisch ist sollte man der Realität ins Auge sehen. Ist ja nicht nur das auf Grund der falschen Entscheidung des Mädels ihre Eltern, Familie und Freunde trauern . Dazu kommt noch das mögliche Zeugen Traumatische Störungen erleiden. Das der Fahrer des Zuges möglicherweise seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.“ [sic]

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Ein anderer Nutzer ist sich ziemlich sicher, woher diese Entscheidung des Mädchens stammte und fügte an:
„Bestimmt auf tiktok gelernt.“
Social Media hat in den letzten Jahren viele äußerst gefährliche Trends hervorgebracht. Das „S-Bahn-Surfen“ ist nicht der erste, und wird vermutlich auch nicht der letzte gefährliche Trend bleiben. Es bleibt nur zu hoffen, dass die jungen Menschen aus diesen tragischen und fatalen Fehlern lernen und dass künftig niemand weiteres sein Leben auf so grausame Weise verlieren muss.
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