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Maria Köhler | Quelle: x.com/welt
Maria Köhler | Quelle: x.com/welt

Maria Köhlers Mörder ist nach 41 Jahren verhaftet worden - Details

Nataliia Shubina
18. Sept. 2025 - 13:45

41 Jahre nach dem brutalen Mord an der Aschaffenburger Krankenschwester Maria Köhler (†19) sitzt ihr mutmaßlicher Killer endlich hinter Gittern. Die Festnahme und das Geständnis bedeuten für ihre Familie das Ende einer jahrzehntelangen quälenden Ungewissheit. Besonders für Marias Schwester Christine ist dies ein Wendepunkt, den sie lange herbeigesehnt hat.

Am 30. Juli 1984 wurde Maria Köhler im Zimmer 506 des Schwesternwohnheims in der Lamprechtstraße erwürgt. Ihr Ex-Freund Nazmi Gezginci, damals 25 Jahre alt, soll die junge Frau mit einem Schal getötet haben, nachdem sie die Beziehung beendet hatte. Zeugen berichteten von einem Streit unmittelbar vor der Tat, und am Tatort konnten später DNA-Spuren gesichert werden.

Ein Richterhammer | Quelle: Getty Images

Ein Richterhammer | Quelle: Getty Images

Unmittelbar nach dem Mord floh Gezginci mit einem One-Way-Ticket in die Türkei. Über Jahre blieb er verschwunden, während die Ermittler vergeblich versuchten, ihn aufzuspüren. Erst Jahrzehnte später führten neue Hinweise und DNA-Analysen zur entscheidenden Spur.

1998 kehrte der Täter nach Deutschland zurück – ausgerechnet nach Aschaffenburg, den Ort des Verbrechens. Dort lebte er 16 Jahre lang unbehelligt unter dem Namen Cemil Gani und arbeitete als Handwerker. „Dass er sich dann 14 Jahre danach ausgerechnet hier wieder niederließ, ist schon dreist“, sagte Kommissar Jörg Albert.

Nach dem Tod seiner deutschen Ehefrau floh Gezginci 2014 erneut, aus Angst, doch noch von der Polizei entdeckt zu werden. Er hielt sich unerlaubt in der Türkei auf, nachdem er 2004 seine Staatsbürgerschaft verloren hatte, weil er den Militärdienst verweigerte. So entzog er sich jahrelang der Strafverfolgung.

Die Ermittler präsentierten den Fall erneut in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst. Parallel überwachten sie die Familie des Verdächtigen und fanden so heraus, dass er in der Türkei lebte. Schließlich gelang es, seine neuen Personalien zu ermitteln und den Aufenthaltsort weiterzugeben.

„Am 13. April dieses Jahres, vier Tage vor Maria Köhlers 60. Geburtstag, hatten wir ein komplettes Bild über die neuen Personalien des Gezginci und konnten seinen Aufenthaltsort den türkischen Behörden übermitteln“, erklärte Kommissar Albert. Am 21. Juli wurde er an der Grenze zu Syrien festgenommen. Am 12. September folgte die Abschiebung nach Frankfurt.

„Nach der Abschiebung aus der Türkei hat er die Tötung von Maria Köhler eingeräumt“, bestätigte Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh. Im Haftbefehl werden Heimtücke und niedrige Beweggründe als Mordmerkmale genannt. Gezginci sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Für die Ermittler war es ein mühsamer Weg, doch der Fall zeigt, dass auch jahrzehntealte Mordfälle noch aufgeklärt werden können. Für Marias Familie bedeutet die Verhaftung einen Abschluss, der Jahrzehnte auf sich warten ließ. Ihre Schwester Christine (67) erklärte gegenüber BILD:

„Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich will, dass er endlich seine Strafe kriegt.“

Diese Worte fassen zusammen, was Angehörige von Opfern in solchen Cold-Case-Verfahren empfinden. Es ist eine Mischung aus Erleichterung, Dankbarkeit und der Hoffnung auf späte Gerechtigkeit. Christine betonte auch die Rolle der Polizei, die den Fall nie ganz aus den Augen verloren hat.

Mann klopft mit der Hand auf einen hölzernen Richterhammer | Quelle: Getty Images

Mann klopft mit der Hand auf einen hölzernen Richterhammer | Quelle: Getty Images

Über Jahrzehnte hinweg blieben die Akten offen, und neue Technologien wie DNA-Analysen halfen schließlich, den Täter zu überführen. „Ich will, dass er endlich seine Strafe kriegt“, wiederholte Christine – ein Satz, der verdeutlicht, wie sehr die Familie unter der langen Ungewissheit gelitten hat. Für sie ist mit der Festnahme ein Kapitel abgeschlossen, das ihr ganzes Leben überschattet hat.

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