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Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit | Quelle: Getty Images
Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit | Quelle: Getty Images

Staatsanwaltschaft klagt Sohn der norwegischen Kronprinzessin wegen 32 Delikten an, ihm drohen bis zu 10 Jahre Haft – was hat er getan?

Nataliia Shubina
19. Aug. 2025 - 14:52

Die norwegische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Marius Borg Høiby erhoben, den ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Insgesamt werden ihm 32 Delikte zur Last gelegt, darunter häusliche Gewalt, körperliche Misshandlung, Morddrohungen, Belästigung von Polizeibeamten und verschiedene Verkehrsdelikte. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

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Der 28-Jährige, der keinen Adelstitel trägt und keine offiziellen royalen Pflichten ausübt, war in den vergangenen Monaten immer wieder durch Festnahmen aufgefallen. Bereits im vergangenen Jahr wurde er mehrfach von der Polizei in Oslo verhaftet, nachdem sich Vorwürfe gegen ihn verdichteten. Nach einer mehr als einjährigen Untersuchung reichte die Staatsanwaltschaft nun die Anklage beim Bezirksgericht Oslo ein.

Mitch Evans (links) und Marius Borg Hoiby treten beim offiziellen BRITS-After-Show-Party 2018 im Formel-E-Simulator gegeneinander an | Quelle: Getty Images

Mitch Evans (links) und Marius Borg Hoiby treten beim offiziellen BRITS-After-Show-Party 2018 im Formel-E-Simulator gegeneinander an | Quelle: Getty Images

Staatsanwalt Sturla Henriksbø erklärte dazu: „Dieser Fall ist sehr ernst. Vergewaltigung und Gewalt in engen Beziehungen sind sehr ernste Handlungen, die nachhaltige Spuren hinterlassen und Leben zerstören können.“ Er betonte zugleich, dass es keinen Unterschied mache, dass Høiby der Sohn einer Kronprinzessin sei:

„Die Tatsache, dass Marius Borg Høiby Mitglied der königlichen Familie ist, sollte selbstverständlich nicht bedeuten, dass er milder oder strenger behandelt wird als andere.“

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Prinzessin Ingrid Alexandra, Marius Borg Hoiby, Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit nehmen am 16. Juni 2022 in Oslo an den Feierlichkeiten zum offiziellen Geburtstag von Prinzessin Ingrid Alexandra im Deichman Museum teil | Quelle: Getty Images

Prinzessin Ingrid Alexandra, Marius Borg Hoiby, Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit nehmen am 16. Juni 2022 in Oslo an den Feierlichkeiten zum offiziellen Geburtstag von Prinzessin Ingrid Alexandra im Deichman Museum teil | Quelle: Getty Images

Die Anklage umfasst insbesondere Vorwürfe der Gewalt gegen eine ehemalige Partnerin, Misshandlungen, Bedrohungen sowie die Belästigung von Polizeibeamten. Zudem geht es um Morddrohungen und eine Reihe von Verkehrsdelikten. Weitere schwerwiegende Vorwürfe, darunter auch Sexualdelikte, werden in den internationalen Medien genannt, sollen hier jedoch nicht im Detail behandelt werden.

Høiby selbst weist die meisten Vorwürfe zurück. Sein Verteidiger Petar Sekulic ließ in einer Stellungnahme wissen: „Unser Mandant bestreitet sämtliche Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs sowie den Großteil der Vorwürfe im Zusammenhang mit Gewalt.“ Er kündigte an, Høiby werde vor Gericht „eine detaillierte Darstellung seiner Version der Ereignisse“ präsentieren.

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Marius Borg Høiby und Juliane Snekkestad bei der Disney-Premiere von „Maleficent 2“ im Colosseum am 14. Oktober 2019 in Oslo | Quelle: Getty Images

Marius Borg Høiby und Juliane Snekkestad bei der Disney-Premiere von „Maleficent 2“ im Colosseum am 14. Oktober 2019 in Oslo | Quelle: Getty Images

Bereits im vergangenen Jahr hatte Høiby nach einem Vorfall eine schriftliche Erklärung abgegeben. Darin räumte er ein, in stark beeinträchtigtem Zustand nach einem Streit gewalttätig geworden zu sein und dabei sowohl eine Körperverletzung begangen als auch Gegenstände zerstört zu haben. Er erklärte zudem, dass er seit Langem mit psychischen Problemen und Abhängigkeiten zu kämpfen habe und sich deshalb in Behandlung begeben habe.

Die norwegische Königsfamilie hält sich aus der Affäre heraus. Das Schloss ließ lediglich mitteilen, dass es Sache der Gerichte sei, über Schuld oder Unschuld zu befinden. Weitere Stellungnahmen wolle man nicht abgeben.

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Der Prozess gegen Marius Borg Høiby soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft voraussichtlich im Januar 2026 beginnen und sich über sechs Wochen erstrecken. Bis dahin bleibt der 28-Jährige auf freiem Fuß, da die Behörden derzeit keinen Grund sehen, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.

In der Öffentlichkeit sorgt der Fall für Entsetzen. Vor allem in den sozialen Netzwerken melden sich zahlreiche Menschen zu Wort, die ihre Empörung zum Ausdruck bringen. Kommentare wie „Wieder so mal ein Prinz der meint er darf alles“ oder „Ab in den Knast!“ prägen die Diskussion.

Kommentare im Netz | Quelle: facebook.com/share/p/176qGGP4Ye/

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Viele Beobachter sind sich einig, dass der Fall exemplarisch zeigt, wie groß die Verantwortung ist, die mit öffentlicher Aufmerksamkeit einhergeht – selbst wenn Høiby selbst kein offizielles Mitglied des Königshauses ist. Sein familiärer Hintergrund verstärkt die Schlagkraft der Vorwürfe, doch die Justiz betont die Gleichbehandlung aller Bürger.

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Kommentare im Netz | Quelle: facebook.com/share/p/1BVTKmACdZ/

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Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Sollte das Gericht zu einer Verurteilung kommen, könnte Høiby zu einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren verurteilt werden. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens hat der Fall in Norwegen bereits jetzt tiefe Spuren hinterlassen und das Vertrauen vieler Menschen in die Nähe zwischen öffentlichem Leben, Privilegien und Rechtsstaatlichkeit auf die Probe gestellt.

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