
Der traurige Tod von Frank Giering mit 38 – die schädliche Angewohnheit, die ihn „sein Leben kostete“
Er war einer jener Schauspieler, die nicht laut sein mussten, um Eindruck zu hinterlassen. Frank Giering spielte ruhig, intensiv und mit einer Tiefe, die lange nachwirkte. Als sein Tod im Sommer 2010 bekannt wurde, reagierten Fans und Kollegen gleichermaßen fassungslos – zu jung, zu plötzlich, zu unerwartet schien das Ende eines Künstlers, der gerade erst fest im deutschen Fernsehen angekommen war.
Giering galt als Ausnahmetalent seiner Generation. Bereits früh zog es ihn auf die Theaterbühne, wo er sein Handwerk lernte und verfeinerte. Den Durchbruch schaffte er Ende der 1990er-Jahre mit Kinoproduktionen wie „Funny Games“, „Absolute Giganten“ oder „Baader“.

Der deutsche Schauspieler Frank Giering bei der Pressekonferenz zu „Nightsongs“ auf der 54. Berlinale am 11. Februar 2004 in Berlin. | Quelle: Getty Images
Seine Figuren waren selten bequem, oft gebrochen – und genau darin lag ihre Kraft. Kritiker lobten seine Fähigkeit, Verletzlichkeit und innere Spannung zugleich zu zeigen.
Mit zunehmendem Erfolg verlagerte Frank Giering seinen Schwerpunkt ins Fernsehen. In der ZDF-Reihe „Der Kriminalist“ wurde er einem breiten Publikum bekannt.
Als sensibler Ermittler an der Seite von Christian Berkel prägte er die Serie entscheidend mit. Trotz wachsender Popularität blieb Giering privat zurückhaltend, fast scheu. Der große Rummel schien nie sein Ziel zu sein.
Am 23. Juni 2010 starb Frank Giering im Alter von nur 38 Jahren in Berlin. Laut Angaben seiner Agentur war eine akute Gallenkolik die Todesursache. Damit wurden damalige Gerüchte über Alkoholprobleme ausdrücklich zurückgewiesen.
Sein Tod machte deutlich, wie gefährlich körperliche Warnsignale sein können, wenn sie unterschätzt oder zu spät ernst genommen werden – eine bittere Erkenntnis, die bis heute nachhallt.
Die Nachricht traf die Film- und Fernsehbranche unvorbereitet. Zum Zeitpunkt seines Todes befand sich Giering mitten in den Dreharbeiten zu neuen Folgen von „Der Kriminalist“.
Der Sender entschied sich später, bereits abgedrehte Episoden auszustrahlen. So war der Schauspieler auch posthum noch auf dem Bildschirm präsent – ein stiller Abschied, der vielen Zuschauern naheging. Die Saarbrücker Zeitung schrieb:
„Einsamkeit und Verlorenheit schwangen in seinen Rollen immer mit, in der Beziehung von Romuald Karmakars Jon-Fosse-Verfilmung "Die Nacht singt ihre Lieder" ebenso wie im Familienabgrund von "Hierankl". Mehr als 60 Credits sammelte Frank Giering in 16 Jahren, damit die Pausen zwischen den Filmen nur ja nicht so lang wurden und er dem Alkohol aus dem Weg gehen konnte, der ihn am Ende sein Leben kostete.“
Am 9. Juli 2010 wurde Frank Giering auf dem Neustädter Friedhof in Magdeburg beigesetzt. Kollegen erinnerten sich an einen hochprofessionellen, sensiblen Schauspieler, der nie die einfache Lösung suchte.
Sein früher Tod hinterließ eine spürbare Lücke und erinnert bis heute daran, wie schmal der Grat zwischen äußerem Erfolg und innerer Belastung sein kann.
Frank Giering bleibt unvergessen – nicht nur wegen seines Talents, sondern auch als Mahnung, auf sich selbst zu achten, selbst wenn das Leben scheinbar auf der Überholspur verläuft.
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