
Mord an Fabian: Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Ermittlungen früher als erwartet abgeschlossen werden könnten
Neue Wendung im Fall Fabian: Staatsanwaltschaft gibt Hinweise darauf, dass die Vermittlungen bald abgeschlossen werden könnten.
Wochenlang schien der Mordfall Fabian in einer bedrückenden Schwebe zu verharren. Viele Fragen blieben offen, die Unsicherheit für Angehörige, Anwohner und Beobachter war groß.
Nun gibt es eine Entwicklung, die vorsichtige Bewegung in das Verfahren bringt – und zugleich neue Spannung erzeugt. Denn nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könnten die Ermittlungen deutlich früher abgeschlossen werden als ursprünglich angenommen.
Der Fall beschäftigt die Öffentlichkeit seit dem Herbst. Am 10. Oktober verschwand der achtjährige Fabian in Güstrow spurlos. Tage vergingen, ohne dass es Hinweise auf seinen Verbleib gab. Erst vier Tage später fanden Einsatzkräfte die verbrannte Leiche des Kindes an einem abgelegenen Tümpel südlich der Stadt. Der Schock saß tief – und die Ermittlungen nahmen rasch Fahrt auf.
Anfang November wurde eine Frau unter dringendem Tatverdacht festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ihre Identität: die Ex-Freundin des Vaters des verstorbenen Jungen. Gegen sie gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Die Verdächtige selbst hat sich bislang nicht zur Sache geäußert.
Lange Zeit war davon ausgegangen worden, dass sich die Ermittlungen bis mindestens März 2026 hinziehen könnten. Nun zeichnet sich überraschend ein anderes Bild ab. Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte gegenüber Medien, dass ein Abschluss der Ermittlungen bereits bis Mitte Februar möglich sei.
Noch im Dezember hatte die Staatsanwaltschaft einen deutlich späteren Zeitpunkt genannt. Konkrete Gründe für die Beschleunigung wurden nicht öffentlich gemacht, was Raum für Spekulationen lässt.
Fest steht: Der dringende Tatverdacht gegen die Beschuldigte besteht weiterhin. An eine Haftentlassung ist derzeit nicht zu denken. Ein Antrag darauf wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft zuletzt nicht mehr gestellt.
Auch frühere Versuche der Verteidigung, die Untersuchungshaft überprüfen zu lassen, blieben erfolglos. Das zuständige Gericht bestätigte die Fortdauer der Haft, da keine neuen Umstände vorlagen, die eine andere Entscheidung rechtfertigen würden.
Brisant bleibt die Rolle der Verdächtigen in den Tagen nach Fabians Tod. Medienberichten zufolge hatte sie selbst angegeben, den Leichnam des Kindes gefunden zu haben. Später wurde bekannt, dass sie mutmaßlich in der Nacht zum 14. Oktober zwei weitere Personen zu der Fundstelle geführt haben soll.
Offiziell hatte die Polizei zunächst lediglich von einer Spaziergängerin gesprochen, die die Leiche entdeckt habe. Diese Widersprüche werfen weiterhin Fragen auf.Trotz der möglichen zeitlichen Beschleunigung sind zentrale Punkte noch ungeklärt. So fehlt nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin die Tatwaffe.
Auch zu den genauen Abläufen in der Nacht, in der Fabian getötet wurde, gibt es bislang keine öffentlichen Details. Ob die vorhandenen Beweise für eine Mordanklage ausreichen, bleibt abzuwarten.
Die kommenden Wochen könnten entscheidend werden. Sollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich Mitte Februar ihre Ermittlungen abschließen, wäre das ein wichtiger Schritt in einem Fall, der viele Menschen tief bewegt.
Gleichzeitig zeigt die Ankündigung, wie komplex das Verfahren bleibt. Noch ist nichts entschieden – doch erstmals seit Langem scheint ein Ende der Ermittlungen zumindest in Sicht.
Wir berichteten über den tragischen Fall des getöteten Fabian:
Der Fall Fabian beschäftigt noch immer ganz Deutschland. Noch immer ist der Fall nicht abgeschlossen. Doch nun wurde ein möglicher Ablauf des Tat-Tages rekonstruiert. Außerdem sollen Videoaufnahmen eine entscheidende Rolle spielen.
Es ist ein Fall, der bundesweit Entsetzen ausgelöst hat. Der achtjährige Fabian aus Güstrow verschwindet am Morgen des 10. Oktober spurlos aus der Wohnung seiner Mutter. Vier Tage später findet man seine Leiche an einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl. Seitdem suchen Ermittler fieberhaft nach Antworten – und immer wieder taucht die Frage auf: Was geschah an diesem Vormittag wirklich?
Nun sorgt ein neues Detail für besondere Aufmerksamkeit: Eine Überwachungskamera könnte entscheidende Hinweise liefern und den Ablauf jenes Tages in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Der Morgen seines Verschwindens – allein zu Hause
Für Fabian beginnt der Tag wie ein gewöhnlicher Schultag – und doch sollte er der letzte seines jungen Lebens sein. Gegen 8.30 Uhr verlässt seine Mutter, Dorina L., die Wohnung, um zur Arbeit zu gehen. Weil Fabian am Vortag Nasenbluten hatte und sich nicht gut fühlte, bleibt er allein zu Hause. Damit ihm nicht langweilig wird, schaltet seine Mutter sein Handy frei, berichtet die Bild-Zeitung.
Er verlässt das Haus nicht – davon geht zunächst jeder aus. Doch ab 10.50 Uhr verliert sich jede Spur.
Eine Frau gerät in den Fokus
Unter Mordverdacht steht die 29-jährige Ex-Freundin seines Vaters: Gina H. Ermittler rekonstruieren, dass sie an diesem Vormittag möglicherweise von Reimershagen nach Güstrow gefahren sein könnte – eine Route von rund 24 Minuten.
Die Staatsanwaltschaft fragte daher öffentlich, ob jemand ihren auffälligen orangefarbenen Ford Ranger gesehen hat. Die Strecke führt durch Orte wie Lohmen, Zehna und Bülow – viele Häuser, wenig Kameras. Doch ein Zufall könnte nun alles verändern.
Die Kamera, die eine Wende in den Fall bringen könnte
Wie BILD recherchierte, zeichnet die Überwachungskamera eines Geschäfts gegenüber von Fabians Wohnhaus einen Teil der Straße auf. Falls Gina H. tatsächlich vor Ort gewesen ist, müsste ihr Auto auf den Aufnahmen zu sehen sein.
Nach Informationen der Zeitung wurden die Videos sichergestellt – die Auswertung läuft. Ob sie den Ford Ranger zeigen, wollte die Staatsanwaltschaft bislang nicht kommentieren, heißt es.
Doch sollten die Aufnahmen eindeutig sein, wäre das ein gewaltiger Durchbruch. Denn die entscheidende Frage bleibt: Hat Gina H. Fabian an jenem Morgen abgeholt?
Als Fabian die Wohnung verließ – ein wichtiges Zeitfenster
Um 10.49 Uhr hält Bus 203 direkt vor Fabians Haus. Die Behörden gehen davon aus, dass der Junge um 10.50 Uhr hinausging, die Tür hinter sich abschloss – und sein Handy zurückließ.
Falls Gina H. dort gewesen ist, hätten Fahrgäste oder Passanten ihren Ford Ranger vielleicht gesehen. Die Hoffnung der Ermittler: Vielleicht hat jemand – bewusst oder unbewusst – ein Foto gemacht, auf dem der Wagen im Hintergrund zu erkennen ist.
Die Fahrt nach Klein Upahl – und eine rätselhafte Lücke von vier Stunden
Von Güstrow nach Klein Upahl wären es gerade einmal 15 Minuten gewesen. Dort, in der Nähe eines kleinen Tümpels, findet man später Fabians Leiche. Ob der Tatort und der Fundort identisch sind, ist allerdings unklar.

14. Oktober 2025, Güstrow: Vor Beginn einer Trauerfeier stellen Teilnehmer Kerzen und Erinnerungsstücke vor der Marienkirche auf | Quelle: Getty Images
Ein Zeuge will den Ford Ranger gegen 12.30 Uhr im Ort gesehen haben. Danach verliert sich die Spur erneut – für mehrere Stunden.
Ein Foto, das am Nachmittag ein Feuer am Tümpel zeigt, beschäftigt die Ermittler zusätzlich. Stammt es aus dem relevanten Zeitraum? Und steht es im Zusammenhang mit dem Fall? Staatsanwaltschaftssprecher Harald Nowack erklärt:
„Wir können bisher noch nicht in Übereinstimmung bringen, ob Tatort und Fundort ein und dasselbe sind.“
Stand der Ermittlungen – nur eine Person steht unter Verdacht
Bisher richtet sich der dringende Tatverdacht ausschließlich gegen Gina H. Weitere Personen werden als Zeugen geführt. Hinweise auf Mittäter gibt es laut Staatsanwaltschaft derzeit nicht.

14. Oktober 2025, Güstrow: Vor Beginn einer Trauerfeier stellen Teilnehmer Kerzen und Erinnerungsstücke vor der Marienkirche auf | Quelle: Getty Images
Was sich genau auf den Videoaufnahmen befindet und ob sie den Fall tatsächlich wenden können, bleibt abzuwarten. Doch klar ist: Jede Sekunde dieses Materials könnte entscheidend sein – und vielleicht endlich beantworten, was mit dem kleinen Fabian geschah.
Wir berichteten bereits über den Fall:
Seit Wochen bewegt der Mordfall Fabian nicht nur die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, sondern sorgt bundesweit für tiefe Bestürzung. Besonders ein Gerücht, das sich rasant verbreitete, heizte die ohnehin aufgeladene Stimmung zusätzlich an: Die tatverdächtige Gina H. soll versucht haben, ihr verstorbenes Pferd anzuzünden. Eine Behauptung, die viele schockierte – und die nun von offizieller Seite eindeutig widerlegt wurde.
Die Sprecherin des Landkreises Rostock fand deutliche Worte und räumte mit dem Gerücht auf: „Das Pferd wurde nicht verbrannt.“ Tatsächlich, so erklärt sie, sei dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt bereits im Frühjahr 2024 eine Meldung zugetragen worden. Die Frau habe ihr Pferd vergraben, woraufhin das Veterinäramt den Fall prüfte und innerhalb weniger Tage klärte. Das Tier wurde exhumiert und anschließend ordnungsgemäß entsorgt.
Damit war das Verfahren abgeschlossen – ohne weitere Auffälligkeiten. Die Behörde betonte ausdrücklich, dass es keinerlei Hinweise darauf gebe, dass irgendwo versucht wurde, das Tier anzuzünden. Dennoch hielt sich die Erzählung hartnäckig, kursierte im Ort und wurde sogar in sozialen Medien weitergetragen.
Wie ein Gerücht zum Selbstläufer wird
Durch die emotionale Belastung dieses Mordfalls wirkten vermeintliche Parallelen besonders verstörend: Der achtjährige Fabian war, so die bisherigen Erkenntnisse, nach seinem Verschwinden am 10. Oktober getötet und sein Leichnam anschließend angezündet worden. Vermutlich, um Spuren zu beseitigen. Nach Informationen verschiedener Medien kannten sich Gina H. und die Familie des Jungen persönlich; sie war bis vor wenigen Monaten mit Fabians Vater liiert.

06. November 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Polizeiautos stehen vor einem Haus in Reimershagen. Nach zahlreichen Hinweisen in „Aktenzeichen XY“ durchsucht die Polizei erneut mehrere Grundstücke in Reimershagen und dem Nachbardorf Rum Koge | Quelle: Getty Images
Dass ausgerechnet sie wenige Tage nach Fabians Verschwinden die Leiche entdeckte, verstärkte die Dynamik der Gerüchte noch weiter. Die Aussage der Sprecherin, „Uns ist nur bekannt, dass die Frau ihr Pferd vergraben hat“, setzt diesem Teil der Spekulation jedoch klar ein Ende.
Ermittlungen konzentrieren sich auf den Tag des Verschwindens
Während falsche Behauptungen nun ausgeräumt wurden, richtet sich der Fokus der Ermittler auf neue Fragen. Die Staatsanwaltschaft bittet dringend um Hinweise zum orangen Ford Ranger der Verdächtigen. Das Fahrzeug wurde am 6. November sichergestellt und könnte eine wichtige Rolle spielen.

06. November 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Eine Tatverdächtige (Mitte links) verlässt in Begleitung von Polizeibeamten ihre Wohnung. | Quelle: Getty Images
Besonders relevant sind Beobachtungen vom 10. Oktober, dem Tag an dem Fabian verschwand. Ermittler interessieren sich für Sichtungen des Pick-ups in Güstrow, entlang der Schweriner Straße sowie in mehreren umliegenden Ortschaften – darunter Bülow, Gutow, Klein Upahl und Zehna. Auch Busfahrgäste der Linie 203 sowie Autofahrer mit Dashcam-Aufnahmen werden gezielt angesprochen.
Fotos aus Ermittlungsakten – aber keine Details
Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte zudem Fotos des Fahrzeugs. Sie stammen aus den Ermittlungsakten, doch wann genau sie aufgenommen wurden, bleibt offen. Möglich wäre, dass sie am Tag gemacht wurden, an dem Gina H. die Leiche fand. Klar ist jedoch: Die Bilder spielen im aktuellen Ermittlungsstand eine wichtige Rolle.
Ein Dorf in Aufruhr – und der Appell zur Vorsicht
Der Fall bewegt die gesamte Region, und viele Menschen suchen nach Erklärungen für das Unfassbare. Doch die Behörden warnen eindringlich davor, Gerüchte zu übernehmen oder weiterzugeben, bevor offizielle Informationen vorliegen. Dieser Fall zeigt, wie schnell sich Falschnachrichten verselbstständigen – und wie wichtig es ist, Fakten von Spekulationen zu trennen.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Rostock unter der kostenlosen Nummer 0800/5977268 oder über die Onlinewache der Landespolizei entgegen. Wer etwas über den Fall weiß, das helfen könnte, das schreckliche Verbrechen aufzuklären, möge sich bitte bei den offiziellen Stellen melden.
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