
Mein Mann hat meine jüngere Schwester zu unserem Familiencampingausflug eingeladen – was meine fünfjährige Tochter über Papas Schlafsack geflüstert hat, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren
27. Juli 2026

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt. Monterlos war am 16. Juni während des zwölftägigen Konflikts zwischen dem Iran und Israel festgenommen worden – mitten auf seiner außergewöhnlichen Fahrradtour von Paris nach Tokio.
„Und so kommt es, dass ich mich heute – während meine Freunde studieren oder arbeiten – über 6500 km von Frankreich entfernt im Iran befinde.“
Der junge Weltenbummler dokumentierte seine Reise auf Instagram, wo er regelmäßig Einblicke in seine Begegnungen, Erlebnisse und die Gastfreundschaft der Menschen entlang seiner Route gab.
Nun kann der junge Globetrotter Lennart Monterlos endlich aufatmen: Ein iranisches Gericht hat den 19-jährigen Deutsch-Franzosen vom Vorwurf der Spionage freigesprochen. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim meldete am Montag, das Gericht in der südlichen Provinz Hormusgan habe „unter Berücksichtigung der juristischen Prinzipien und der Zweifel an der Straftat einen Freispruch ausgesprochen“.
Obwohl der Freispruch nun offiziell ist, bleibt ein kleiner Schatten: Die Staatsanwaltschaft kann noch Einspruch einlegen. Bis zur endgültigen Klärung dürfte es also noch einige Zeit dauern.
Lennart hatte sich am 24. August 2024 von Paris aus auf den Weg gemacht, mit einem ehrgeizigen Ziel – über 16.000 Kilometer bis nach Tokio. Schon im Mai war er in den Iran eingereist, nachdem er zuvor die Türkei durchquert hatte. Auf Instagram schrieb er damals: „Und so kommt es, dass ich mich heute – während meine Freunde studieren oder arbeiten – über 6500 km von Frankreich entfernt im Iran befinde.“
Doch seine Entscheidung, in die Islamische Republik zu reisen, sorgte schon im Vorfeld für Diskussionen. Er selbst sprach von „hitzigen Debatten“ mit Freunden und Familie, die ihn eindringlich vor den Gefahren einer Reise in den Iran gewarnt hätten.
Die Festnahme des 19-Jährigen war kein Einzelfall: Immer wieder geraten westliche Reisende im Iran unter Spionageverdacht. Laut Auswärtigem Amt besteht für deutsche Staatsangehörige „die konkrete Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden“. Besonders gefährdet sind Doppelstaatler, die neben der deutschen auch die iranische Staatsangehörigkeit besitzen.
Der Iran nutzt solche Festnahmen nach Ansicht von Beobachtern immer wieder als politisches Druckmittel. Für die Betroffenen und ihre Familien bedeutet das oft Monate oder gar Jahre voller Ungewissheit.
Nach seinem Freispruch könnte Lennart Monterlos bald wieder nach Hause zurückkehren – oder seine Reise fortsetzen, die er einst mit grenzenlosem Enthusiasmus begonnen hatte. Doch ob er tatsächlich wieder in den Sattel steigt, bleibt offen.
Für viele, die seine Reise online verfolgten, ist Lennart längst zu einem Symbol für Mut und jugendliche Neugier geworden – aber auch für die Risiken, die entstehen, wenn Abenteuerlust auf politische Spannungen trifft.
Der Fall Lennart Monterlos ist kein Einzelfall. Nach Schätzungen halten die iranischen Behörden derzeit rund 20 europäische Staatsbürger fest – viele von ihnen ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit. Hinter verschlossenen Gefängnismauern spielen sich oft Schicksale ab, von denen kaum jemand erfährt.
Erst kürzlich wurden im Zusammenhang mit dem jüngsten Konflikt drei weitere Europäer festgenommen. Zwei von ihnen stehen unter dem Verdacht, für Israel spioniert zu haben.
Besonders tragisch ist das Schicksal der beiden Franzosen Cécile Kohler (40) und ihres 72-jährigen Partners Jacques Paris. Sie sitzen bereits seit Mai 2022 in iranischer Haft – ebenfalls wegen angeblicher Spionage. Ihre Familien weisen die Vorwürfe entschieden zurück und kämpfen seit über zwei Jahren um ihre Freilassung.

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