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Der ehemalige Skirennfahrer und TV-Experte Felix Neureuther aus Deutschland während des zweiten Durchgangs des Audi FIS Ski-Weltcups – Slalom der Herren am 28. Januar 2026 in Schladming | Quelle: Getty Images
Der ehemalige Skirennfahrer und TV-Experte Felix Neureuther aus Deutschland während des zweiten Durchgangs des Audi FIS Ski-Weltcups – Slalom der Herren am 28. Januar 2026 in Schladming | Quelle: Getty Images

Felix Neureuther fordert ein Social-Media-Verbot für Kinder

Tetiana Sukhachova
07. Apr. 2026 - 21:58

Felix Neureuther meldet sich mit einer klaren Position in einer Debatte zu Wort, die seit Jahren immer intensiver geführt wird: Wie viel Digitalität verträgt die Kindheit – und ab wann kippt Nutzen in Überforderung? Der frühere Skirennläufer sieht die Entwicklung mit großer Sorge.

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Aus seiner Sicht geraten Kinder und Jugendliche durch soziale Netzwerke viel zu früh in digitale Räume, die ihrer Entwicklung eher schaden als nützen. Seine Forderung fällt entsprechend deutlich aus: Er spricht sich für ein Verbot sozialer Medien für Kinder aus.

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Damit setzt Neureuther ein Thema auf die Agenda, das weit über die Frage individueller Mediennutzung hinausreicht. Denn aus seinen Aussagen spricht nicht nur Skepsis gegenüber Plattformen und Bildschirmzeit, sondern ein grundsätzliches Plädoyer für ein anderes Verständnis von Kindheit: mehr unmittelbare Erfahrungen, mehr Bewegung, mehr echte Begegnungen – und weniger virtuelle Dauerreize.

Im Gespräch mit der „Abendzeitung“ macht der Ex-Skistar deutlich, dass er seine Haltung nicht leichtfertig formuliert. Gerade weil er sich selbst nicht als Anhänger pauschaler Verbote versteht, wirkt seine Wortwahl besonders entschieden. „Für mich gibt es da nur eine Möglichkeit: Das Verbot der sozialen Medien muss umgesetzt werden – und ich bin wirklich kein Freund von Verboten“, sagt Neureuther. Es geht ihm offenbar nicht um symbolische Kritik, sondern um eine konkrete politische und gesellschaftliche Konsequenz.

Seine Argumentation setzt dabei früh an: bei der Frage, was Kinder in ihren ersten prägenden Jahren eigentlich brauchen. Für Neureuther liegt die Antwort nicht im Digitalen. Er betont, wie wichtig reale Erlebnisse für die Entwicklung junger Menschen seien.

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Kinder sollten nach draußen gehen, Natur erfahren, sich bewegen und ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen. In seiner Sichtweise geht es dabei nicht um nostalgische Technikfeindlichkeit, sondern um Entwicklungsräume, die aus seiner Sicht nicht durch Bildschirme ersetzt werden können.

Daran knüpft auch seine Kritik am Schulalltag an. Besonders skeptisch äußert er sich zum frühen Einsatz digitaler Geräte im Unterricht. Als Beispiel nennt er iPads in der Grundschule – ein Modell, das in vielen Bildungseinrichtungen inzwischen selbstverständlich geworden ist.

Neureuther sieht diese Entwicklung jedoch kritisch: „Wenn man in der zweiten Klasse schon iPad-Unterricht hat, ist das in meinen Augen nicht zukunftsorientiert. Es ist so wichtig, dass Kinder mit einem Stift schreiben.“ Damit richtet sich seine Kritik nicht gegen Technik im Allgemeinen, sondern gegen deren aus seiner Sicht verfrühten und unreflektierten Einsatz.

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Bemerkenswert ist, dass Neureuther das Thema nicht allein auf Eltern projiziert. Er sieht auch das Bildungssystem und pädagogische Strukturen in der Verantwortung. Seine Forderung:

Lehrer müssten wieder mehr Verantwortung bekommen“

Dahinter steht die Sorge, dass Kinder ohne ausreichende Begleitung zu früh mit extremen Inhalten in Berührung kommen könnten – mit Themen also, die sie weder emotional noch kognitiv angemessen einordnen können. Nach eigenen Angaben habe er mit einem Pädagogen gesprochen und jener soll bestätigt haben:

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„Die einzige Möglichkeit sind Verbote. Anders wird es nicht funktionieren. Wenn nur einer in der Klasse ein Smartphone hat, finden alle einen Zugang dazu. Das ist die Gefahr.“

Sein Blick auf soziale Medien ist damit nicht nur medienkritisch, sondern auch entwicklungspsychologisch geprägt. Kinder, so legt seine Argumentation nahe, brauchen Schutzräume, bevor sie in digitale Öffentlichkeiten eintreten, die von Überforderung, Vergleichsdruck und zugespitzten Inhalten geprägt sein können. Gerade weil soziale Netzwerke schnell, emotional und oft ungefiltert funktionieren, sieht er dort ein Risiko für junge Nutzerinnen und Nutzer.

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Zugleich verbindet Neureuther seine Kritik mit einem positiven Gegenentwurf. Er fordert nicht nur weniger Bildschirmzeit, sondern auch bessere Alternativen. Sportstätten müssten leichter zugänglich sein, damit Kinder und Jugendliche nicht automatisch am Display hängen bleiben, sondern Möglichkeiten für Bewegung und Gemeinschaft finden.

In diesem Punkt zeigt sich, wie stark seine Haltung auch aus seiner eigenen Biografie als Leistungssportler heraus gedacht ist: Körperliche Aktivität ist für ihn offenbar nicht nur gesund, sondern ein zentraler Bestandteil sozialer und persönlicher Entwicklung.

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