
„0 Punkte für Deutschland“: Fans sind wütend über Deutschlands Beitrag zum Eurovision Song Contest
Der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest sollte eigentlich für Begeisterung sorgen und Hoffnung auf ein besseres Abschneiden beim internationalen Wettbewerb wecken. Stattdessen sorgt das Ergebnis bereits kurz nach der Entscheidung für heftige Diskussionen im Netz. Viele Zuschauer reagieren mit Kritik – und manche prophezeien Deutschland sogar erneut eine enttäuschende Platzierung beim ESC.
In einer großen Liveshow, die von der ARD übertragen wurde, traten insgesamt neun Acts gegeneinander an, um Deutschland beim Eurovision Song Contest in Wien zu vertreten. Nach mehreren Runden blieben schließlich drei Finalisten übrig: Molly Sue mit dem Song „Optimist (Ha Ha Ha)“, wavvyboi mit „black glitter“ und Sängerin Sarah Engels mit ihrer Popnummer „Fire“. Am Ende entschied das TV-Publikum per Anrufvoting über den Sieger.
Die Wahl fiel auf Sarah Engels. Doch kaum war das Ergebnis bekannt, formierte sich online eine Welle der Kritik. In sozialen Netzwerken äußerten zahlreiche Nutzer ihren Unmut über die Entscheidung und stellten das Voting-System infrage.
Ein häufiger Vorwurf lautet, dass die Sängerin nicht wegen der stärksten Performance gewonnen habe, sondern wegen ihrer Bekanntheit. Viele Nutzer sprechen von einem klaren „Promibonus“. Die Fans sehen darin einen unfairen Wettbewerb gegenüber den weniger bekannten Künstlern.

Instagram-Kommentar | Quelle: instagram.com/p/DVUngeBAuUf/?hl=en
Besonders in sozialen Netzwerken wie X und Instagram häufen sich entsprechende Stimmen. Einige Fans argumentieren, dass Sarah Engels bereits einen großen Vorteil gehabt habe, weil sie über Jahre hinweg eine große Anhängerschaft aufgebaut hat. Die Sängerin hat rund 1,8 Millionen Follower auf Instagram – deutlich mehr als viele der konkurrierenden Acts.
Auch die Tatsache, dass Engels ihren Song „Fire“ bereits im Fernsehen präsentieren konnte, sorgt für Kritik. Einige Nutzer verweisen darauf, dass der Titel unter anderem zweimal in der ZDF-Sendung „Willkommen 2026“ zu hören gewesen sei. Dadurch habe sie einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad für ihren Beitrag erreichen können als ihre Konkurrenten.

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Unter dem offiziellen Sieger-Post auf der deutschen Instagram-Seite des Eurovision Song Contest entwickelte sich der Kommentarbereich schnell zu einer Art Beschwerdeforum. Viele Nutzer äußerten dort ihren Frust über die Entscheidung und hinterfragten die Fairness des Vorentscheids.
Einige Fans gingen in ihrer Kritik noch weiter und äußerten bereits Pessimismus über Deutschlands Chancen beim eigentlichen Wettbewerb.
Die Diskussion nahm schließlich so große Ausmaße an, dass die Betreiber der offiziellen deutschen ESC-Instagramseite reagierten. Unter dem Beitrag, in dem Sarah Engels als Siegerin des Vorentscheids verkündet wurde, wurde der Kommentarbereich schließlich geschlossen. Damit sollte offenbar verhindert werden, dass sich die Diskussion weiter zuspitzt.

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Doch während Kritiker das Ergebnis infrage stellen, feiern viele Fans der Sängerin ihren Erfolg. Unterstützer sehen in Sarah Engels eine starke Vertreterin für Deutschland beim Eurovision Song Contest und loben vor allem ihre Stimme sowie ihre Bühnenerfahrung.

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Die 31-Jährige ist seit Jahren ein bekanntes Gesicht in der deutschen Musik- und Fernsehlandschaft. Bekannt wurde sie ursprünglich durch ihre Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“. Seitdem veröffentlichte sie mehrere Alben, nahm an TV-Formaten wie „The Masked Singer“ und „Let’s Dance“ teil und baute sich eine große Fangemeinde auf.

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Für ihre Fans ist genau das ein Vorteil: Erfahrung, Professionalität und Bühnenpräsenz könnten ihr beim Eurovision Song Contest zugutekommen. Viele glauben deshalb, dass „Fire“ durchaus das Potenzial hat, auch international zu überzeugen.
Für Deutschland steht beim ESC ohnehin viel auf dem Spiel. In den vergangenen Jahren landeten deutsche Beiträge häufig auf den hinteren Plätzen. Eine der wenigen positiven Ausnahmen war Michael Schulte, der 2018 mit „You Let Me Walk Alone“ den vierten Platz erreichte.
Ob Sarah Engels mit „Fire“ an diesen Erfolg anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch schon jetzt: Kaum ein deutscher ESC-Beitrag wurde im Vorfeld so emotional diskutiert wie dieser. Die Reaktionen zeigen, wie hoch die Erwartungen – und gleichzeitig die Skepsis – beim deutschen Publikum sind.
