
Lawine verschüttet fünf deutsche Skifahrer in Österreich: Details
Am Morgen des 27. November 2025 hat sich am Stubaier Gletscher in Tirol ein Lawinenabgang ereignet, der acht Wintersportler erfasste und teilweise komplett verschüttete. Die Schneemassen lösten sich oberhalb einer gesicherten Piste im freien Gelände und erreichten wenig später den präparierten Bereich, auf dem sich zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Skifahrer befanden.
Fünf der Betroffenen waren deutsche Staatsbürger, die übrigen stammten aus Bulgarien und Österreich. Trotz des Schreckmoments und schwieriger Bedingungen konnten alle Beteiligten lebend geborgen werden – ein Ausgang, der angesichts des Risikos als seltenes Glück gilt.

Blick auf das Skigebiet Stubaier Gletscher, aufgenommen von der Schaufelspitze | Quelle: Getty Images
Die Lawine wurde nach bisherigem Erkenntnisstand von Freeridern ausgelöst, also Wintersportlern, die abseits markierter Strecken unterwegs waren. Sichtbare Spuren zeigten, dass zuvor bereits mehrere Fahrer denselben Hang befahren hatten, ohne dass etwas passiert war. Der sogenannte Anriss soll bis zu zwei Meter hoch gewesen sein, der Lawinenkegel mehrere hundert Meter breit.
Binnen Sekunden riss die Schneemasse Menschen mit, teilweise mitsamt Ausrüstung, und begrub sie unter tonnenschweren Schichten. Piste Nummer 9 wurde getroffen und später teilweise gesperrt, um den Einsatzkräften ein sicheres Rettungsfenster zu ermöglichen.
Die Alarmierung lief unmittelbar nach dem Abgang an. Mehr als 250 Einsatzkräfte – darunter alpine Bergretter, Suchhundestaffeln, Notfallmediziner, Hubschrauberpiloten sowie rund 90 Bundeswehr-Soldaten, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Rahmen einer Ausbildung auf dem Gletscher befanden – beteiligten sich an der Suche. Drei Hubschrauber flogen die betroffene Region ab, während Bodentrupps den Lawinenkegel sondierten und mit Sonden und Ortungsgeräten nach Verschütteten suchten.
Zwei Verletzte mussten per Luftrettung ins Krankenhaus gebracht werden, vier weitere Wintersportler kamen mit leichteren Blessuren davon. Nachdem am Nachmittag keine weiteren Vermissten gemeldet waren und der Lawinenkegel vollständig abgesucht wurde, erklärten die Einsatzleiter die Operation für beendet.

Blick auf das Skigebiet Stubaier Gletscher, aufgenommen von der Schaufelspitze | Quelle: Getty Images
In den Alpen geht das Lawinenrisiko nie auf null – auch dann nicht, wenn Skipisten gesichert sind. In den Tagen vor dem Unglück hatte es zwar Neuschnee gegeben, laut Stubaier Gletscherbahnen allerdings ohne außergewöhnliche Ausprägung. Lawinen können jedoch entstehen, wenn frische Schneedecken instabil lagern oder Windscherungen Schwachschichten bilden.
Gerade Freerider sind stärker gefährdet, da sie sich außerhalb kontrollierter Bereiche bewegen. Dass alle Verunglückten geborgen werden konnten, sei nicht selbstverständlich, betonen alpine Experten – besonders weil bei vielen Lawinenunfällen schon Minuten über Überleben oder Ersticken entscheiden.

Blick auf das Skigebiet Stubaier Gletscher, aufgenommen von der Schaufelspitze | Quelle: Getty Images
Online sorgte der Vorfall für lebhafte Reaktionen. Viele Nutzer diskutierten über Risiko, Verantwortung und Glück im Unglück. Ein Kommentar lautete: „OMG. Warum geht man auch hin? Es geht doch nicht immer um, weil es schön ist. Es ist auch lebensgefährlich.“ Ein anderer Nutzer äußerte Hoffnung und Mitgefühl: „Ich hoffe alle Betroffenen werden wohlbehalten gerettet.“ Zwischen Warnung, Anteilnahme und Kritik spiegeln diese Stimmen, wie intensiv Lawinenereignisse auch Personen berühren, die nicht vor Ort sind.
Wintersport bleibt eine der reizvollsten, aber auch gefährlichsten Freizeitaktivitäten in den Alpen. Unberührter Tiefschnee, freie Hänge und spektakuläre Landschaften locken jedes Jahr tausende Menschen – doch Schönheit und Risiko liegen eng beieinander.

Blick auf das Skigebiet Stubaier Gletscher, aufgenommen von der Schaufelspitze | Quelle: Getty Images
Der Vorfall am Stubaier Gletscher zeigt, dass selbst geübte Fahrer in Sekunden in Lebensgefahr geraten können. Am Ende dieses Tages überwiegt Erleichterung: Acht Menschen leben, fünf Deutsche unter ihnen, und viele Retter standen bereit, als jede Minute zählte.
Doch die Warnung, die dieser Lawinenabgang sendet, bleibt bestehen: Wer den Berg betritt, betritt ein Naturreich voller Kraft – faszinierend, unberechenbar und nie ohne Risiko.
