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Andreas Ohm und die Angeklagte | Quelle: Getty Images
Andreas Ohm und die Angeklagte | Quelle: Getty Images

Achter Verhandlungstag im Prozess um den Mord an Fabian: Der Polizist, der als Erster am Tatort eintraf, sagt aus

Nataliia Shubina
02. Juni 2026 - 15:02

Er war einer der Ersten, der Gina H. an jenem Oktobertag traf. Er führte ihn zum Fundort, zeigte ihm die Leiche – und verhielt sich dabei auf eine Weise, die dem Polizisten bis heute nicht aus dem Kopf geht. Am achten Prozesstag sagt er es endlich vor Gericht.

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Am achten Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow rückte das Gericht noch näher an den Tatort heran. Polizeibeamte und Sachverständige schilderten, was sie am 14. Oktober 2025 vorfanden – dem Tag, an dem Fabians Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt wurde.

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte betritt den Gerichtssaal des Landgerichts zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte betritt den Gerichtssaal des Landgerichts zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Fabians Mutter Dorina L. fehlte erneut. Sie bleibt dem Verfahren fern, solange Bilder vom Tatort gezeigt werden. Auch am nächsten Termin wird sie nicht dabei sein – dann soll ein Rechtsmediziner aussagen.

Der erste Zeuge des Tages war ein Polizeibeamter vom Polizeirevier Güstrow. Er war gemeinsam mit seiner Kollegin mit der Vermisstensuche beauftragt, als über die Leitstelle der Auftrag kam, nach Klein Upahl zu verlegen. Eine Frau hatte einen leblosen Kinderkörper gemeldet.

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2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (vorne von links nach rechts) und Rechtsanwalt Thomas Löcker im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (vorne von links nach rechts) und Rechtsanwalt Thomas Löcker im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Am Ortsrand traf der Beamte auf Gina H. und ihre Begleitung. Sie führte die Polizisten zum Fundort der Kinderleiche. Was er dort erlebte, beschäftigt ihn bis heute.

Gina H. hatte von sich aus erwähnt, dass ihre Spuren am Fundort zu finden sein würden – weil sie das Kind dort gefunden habe. Für den Polizisten war das auffällig:

„Sie hat vorher gesagt, dass ihre Spuren da unten sind, weil sie mit ihrem Hund den Körper gefunden hat. Das ist so hängen geblieben, aber erst im Nachhinein irgendwie aufgefallen."

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Justizbeamter (v. l. n. r.) begleitet die Angeklagte in den Gerichtssaal des Landgerichts zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Ein Justizbeamter (v. l. n. r.) begleitet die Angeklagte in den Gerichtssaal des Landgerichts zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

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Richter Schütt fragte nach, wie die Angeklagte und ihre Begleitung auf ihn gewirkt hätten. Die Antwort des Polizisten war klar:

„Ich hatte eher den Eindruck, dass das eine Aufgeregtheit dort vor Ort sei. Was ich erwartet hatte, war eine Niedergeschlagenheit. Das hat sich vor Ort nicht so dargestellt. Beide wirkten nicht getroffen, nicht geschockt."

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, die Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, erheben sich im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, die Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, erheben sich im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Auch der Weg zum Fundort selbst ließ den Beamten aufhorchen. Eine der Begleitpersonen war offenbar nicht gut zu Fuß – und dennoch hatten sie es durch den Wald zum Tümpel geschafft:

Das hatte für mich auch so ein Geschmäckle, weil Frau M. halt nicht so gut zu Fuß war. Ich weiß nicht, ob sie mit dem Auto gehalten sind und die Hunde da laufen lassen haben oder ob sie durch den Wald gelaufen sind. Das hätte ich für mich jetzt erstmal ausgeschlossen."

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2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Und noch etwas fiel ihm auf – dass Gina H. ihre Spuren so frühzeitig erwähnte:

„Im Nachhinein kam uns das ein bisschen komisch vor. Als Polizisten wissen wir sowas ja. Es machte uns ein bisschen stutzig, dass das von allein kommt."

Im weiteren Verlauf des Verhandlungstages wurden 3D-Rekonstruktionen des Tatorts gezeigt. Ein Kriminaltechniker erläuterte, wie der Fundort mit einem Hochleistungsscanner dokumentiert wurde – mit bis zu zwei Millionen Lasermessungen in einem 360-Grad-Umkreis. Die Aufnahmen ermöglichten es dem Gericht, Entfernungen und Positionen exakt nachzuvollziehen.

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

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Drohnenaufnahmen zeigten zudem Fußspuren am Tatort: Gummistiefelabdrücke, die Gina H. zugeordnet werden, führten direkt zum Tümpel.

Nahe der Leiche und eines Jäger-Hochstands fanden sich außerdem Abdrücke von Schuhen der Marke „Pammy" – ebenfalls ihr zugeordnet. Auch Fabians Fußspuren waren in der Nähe des Fundorts erkennbar.

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

2. Juni 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte (v. l. n. r.), Andreas Ohm, Rechtsanwalt, und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, im Gerichtssaal des Landgerichts vor der Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Gegen Mittag wurden Fotos vom Handy der Angeklagten gezeigt, die sie am Tattag an einen Bekannten geschickt hatte. Eines zeigt sie in ihrem Auto mit einem Peace-Zeichen, ein weiteres ihr Lenkrad. Kurz darauf Aufnahmen ihres Autos von außen – mit geöffneten Türen, zu verschiedenen Uhrzeiten.

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Was all diese Bilder über ihren Aufenthaltsort und ihre Handlungen an jenem Tag aussagen, wird das Gericht noch weiter zu klären haben. Für Gina H. gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Wie bereits berichtet:

Sie ist kaum mit dem bloßen Auge zu erkennen – und könnte dennoch zu einem der wichtigsten Indizien im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow werden.

Am siebten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock standen keine Zeugen im Mittelpunkt, sondern Spuren. Winzige, unsichtbare, aber möglicherweise entscheidende Spuren – die nun unter dem Mikroskop eines Sachverständigen analysiert wurden.

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Mehrere Experten wurden an diesem Donnerstag gehört, darunter ein Spezialist für Textilfaseranalyse. Für sein Gutachten untersuchte er Kleidung vom Leichnam Fabians, Kleidungsstücke der Angeklagten Gina H. sowie deren Fahrzeug auf Textilfasern.

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Es ist mühsame, kleinteilige Arbeit – und dennoch kann sie in einem Indizienprozess wie diesem den Ausschlag geben. Das Ergebnis ließ den Saal aufhorchen.

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Unter Fabians rechtem Daumennagel wurde eine lila-blaue Baumwollfaser gesichert. Der Sachverständige erklärte, dass diese Faser mit einem Pullover aus dem Haushalt von Gina H. übereinstimme.

Eine zweite Spur verstärkt das Bild: Am Ärmelbündchen des Jungen fand sich eine grau-grünliche Polyesterfaser – die laut dem Experten von einer Reithose der Angeklagten stammen könnte.

Gina H. ist bekannte Reiterin. Bereits in früheren Verhandlungstagen wurde erwähnt, dass am Fundort der Leiche Spuren einer Reithose gesichert worden waren. Die neue Faser am Ärmelbündchen könnte diesen Befund stützen.

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Sofort stellte sich die Frage, die auch eine Schöffin laut stellte: Wie kam die Faser unter Fabians Daumennagel? Der Sachverständige konnte das nicht eindeutig beantworten. Abhängig sei es vor allem von der Körperhygiene. Ob die Faser erst am Tattag unter den Nagel gelangte, sei vollkommen unklar. Eine Übertragung könnte auch durch früheren Kontakt entstanden sein.

Der Experte betonte ausdrücklich, dass eine abschließende Bewertung kaum möglich sei. Es lasse sich nicht sagen, wie es zu einer Spurenübertragung gekommen sei. Die Fasern sind Indizien – keine Beweise. In einem Prozess, der bislang stark auf Indizien beruht, ist das ein wichtiger Unterschied.

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27. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte wartet im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

27. Mai 2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte wartet im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Neben den Faserspuren wurden im Laufe des Verhandlungstages auch Funk- und Verbindungsdaten von Gina H.s Mobiltelefon ausgewertet. Ein Kriminalpolizist erklärte: Das Gerät sei am Tattag weder in Güstrow noch am Tatort festgestellt worden. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Gina H. ihr Handy während der mutmaßlichen Tat ausgeschaltet hatte – eine Praxis, die in den Ermittlungen bereits mehrfach thematisiert worden war.

Bevor die technischen Details präsentiert wurden, warnte Richter Holger Schütt die Anwesenden im Saal ausdrücklich. Für die Analyse seien Fotos notwendig, die nur schwer zu ertragen seien. Wer das nicht aushalte, habe jetzt die Möglichkeit, den Saal ohne Störung zu verlassen.

Die Angeklagte wartet mit Handschellen im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte wartet mit Handschellen im Gerichtssaal des Landgerichts auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. | Quelle: Getty Images

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Fabians Mutter Dorina L., die seit Beginn des Prozesses nahezu jeden Verhandlungstag verfolgt hat, blieb am Donnerstag erstmals dem Gerichtssaal fern. Sie konnte diese Bilder nicht ertragen. Es war das erste Mal seit Prozessbeginn, dass sie fehlte.

Der Sachverständige analysierte anhand der Aufnahmen auch die Kleidung, die Fabian am Tag seiner Ermordung getragen hatte. Demnach trug der Junge ein grau-meliertes Sweatshirt und eine blaue Jeans aus dem Discounter Lidl. Kleidung eines normalen Schultages – für ein Kind, das an diesem Morgen krank zu Hause geblieben war.

Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, der Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, erheben sich im Gerichtssaal des Landgerichts, als das Gericht zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian den Saal betritt. | Quelle: Getty Images

Andreas Ohm (v. l. n. r.), Rechtsanwalt, der Angeklagte und Thomas Löcker, Rechtsanwalt, erheben sich im Gerichtssaal des Landgerichts, als das Gericht zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian den Saal betritt. | Quelle: Getty Images

Insgesamt wurden zahlreiche Spuren aus verschiedenen Bereichen untersucht: vom Fundort der Leiche, aus dem Auto von Gina H., aus ihrer Wohnung in Reimershagen sowie aus den Wohnungen zweier Bekannter. Auch Gegenstände aus dem Umfeld von Fabian wurden sichergestellt – darunter eine Kapuzenjacke des Jungen und ein Hundekorb.

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Ob und wie all diese Spuren am Ende zur Wahrheitsfindung beitragen, wird sich im weiteren Verlauf des Prozesses zeigen. Für Gina H. gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Ein Urteil soll Ende August oder Anfang September fallen.

Wie bereits berichtet:

In einer Sprachnachricht sprach Gina H. mit einem Bekannten darüber, was sie als Alibi angeben soll — und das schon einen Tag nach Fabians Verschwinden.

Am sechsten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock wurde eine Sprachnachricht von Gina H. abgespielt. Sie schickte die Nachricht am 11. Oktober um 17:58 Uhr an ihren Bekannten Christian D.:

"Ich hab Olaf gefragt, ob schon irgendwas in Reimershagen los ist. Und zum Thema Alibi, wo ich war … ich wollte nicht sagen, dass wir zusammen waren, sonst wirst du mit reingezogen. Ich hab Olaf gesagt, ich war mit Leo spazieren. Und er hat gesagt wir sollen einfach sagen, dass wir den ganzen Tag zusammen waren.“

Die Angeklagte Gina wartet mit Fußfessel im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina wartet mit Fußfessel im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

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Als die Suche nach dem achtjährigen Fabian aus Güstrow im Oktober 2025 auf Hochtouren lief, gab Gina H. der Polizei offenbar nur eine lückenhafte Version ihres Tagesablaufs. Eine Polizeibeamtin sagte vor Gericht aus, dass sie die 30-Jährige damals in Reimershagen aufsuchte — da Gina H. als ehemalige Partnerin von Fabians Vater den Jungen persönlich kannte.

Damals soll Gina H. gesagt haben, als Fabian am 10. Oktober verschwand, habe sie den ganzen Tag in ihrem Pferdestall gearbeitet. Ob die Polizistin damals aktiv nach einem Alibi gefragt hatte oder ob Gina H. von sich aus zu erzählen begann — daran konnte sie sich vor Gericht nicht mehr erinnern.

Angeklagte Gina.H und ihr Anwalt Andreas Ohm im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Angeklagte Gina.H und ihr Anwalt Andreas Ohm im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Fabians Vater bekam von ihr später eine detailliertere Version: Sie sei nicht nur im Stall gewesen, sondern auch in Güstrow auf dem Weg zur Bank — und habe danach einen Bekannten getroffen. Als sie bereits in Untersuchungshaft saß, schilderte sie ihm noch eine weitere Version der Ereignisse.

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Das Messer vom Parkplatz ist nicht die Tatwaffe

Monatelang sorgte ein Messer, das in einem Mülleimer auf einem Parkplatz in Güstrow gefunden wurde, für Aufsehen. Nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchung durch das Landeskriminalamt stand fest: Weder Spuren von Fabian noch von der Angeklagten Gina H. wurden auf dem Messer gefunden.

Dass das Messer zunächst von der Polizei ignoriert wurde, hatte im Gerichtssaal für Streit gesorgt. Verteidiger Thomas Löcker warf den Ermittlungsbehörden mangelnde Sorgfalt vor.

Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., sah das anders — sie kommentierte den Fund trocken:

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„Nicht einmal eine Nebelkerze, sondern ein Nebelteelicht."

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker erheben sich beim Eintreten des Gerichts, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Imageseck/picture alliance via Getty Images)

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker erheben sich beim Eintreten des Gerichts, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Imageseck/picture alliance via Getty Images)

Der achtjährige Fabian wurde am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen getötet. Anschließend wurde sein Körper in Brand gesetzt — laut Staatsanwaltschaft, um Spuren zu beseitigen. Die eigentliche Tatwaffe bleibt bis heute verschwunden.

Geheimnisvolles Foto vom Tatort-Feuer

Eine unbekannte Person hat am Tatort ein Foto des Feuers gemacht. Am sechsten Prozesstag sollen laut Gerichtssprecherin Anne Kruse zwei Zeuginnen aussagen, „die Beobachtungen zu Rauch bzw. Feuer am späteren Fundort tätigten." Auf BILD-Anfrage bestätigte die Sprecherin, dass auch das Feuer-Foto Thema sein wird.

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Das Foto tauchte erstmals am 5. November 2025 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst" auf. Laut Staatsanwaltschaft wurde es von einer Zeugin aufgenommen, die sich am 10. Oktober zwischen 11 und 15 Uhr in der Nähe des Tümpels aufgehalten haben soll — also genau dann, als Fabian gestorben sein soll. Wer diese Frau ist und warum sie das Feuer fotografierte, ist bisher unklar.

Was kommt als nächstes?

Der nächste Verhandlungstag am 28. Mai bringt mehrere Gutachten: Untersucht werden unter anderem Textilspuren, Verbindungsdaten sowie die digitalen Aufzeichnungen des Ford Rangers der Angeklagten. Zudem analysiert ein Sachverständiger die Blutspuren am Tatort.

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Gina H. hat sich bislang nicht vor Gericht geäußert. Bis zu einem möglichen Urteil gilt für sie die Unschuldsvermutung. Inzwischen ist sie erneut mit Fabians Vater zusammen.

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Der Fall Fabian

Wir berichteten über den Fall: Alles, was man über den Tod des achtjährigen Jungen aus Güstrow wissen muss — vom Verschwinden bis zur Anklage. Mehr dazu hier.

Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images

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