
Annabella Lovas | Quelle: x.com/Blickch
„Bachelor“-Star Annabella Lovas identifiziert, nachdem Leiche in Schlucht auf Gran Canaria gefunden wurde
Ein lange ungeklärter Fall auf Gran Canaria ist nach Monaten intensiver Ermittlungen in einem entscheidenden Punkt aufgeklärt worden. Rund ein Jahr nach dem Fund einer toten Frau in der Berriel-Schlucht steht nun fest, dass es sich um die frühere „Bachelor“-Kandidatin Annabella Lovas handelt. Damit endet zumindest die Ungewissheit über die Identität einer Frau, nach der zuvor bereits gesucht worden war.
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Die Entdeckung hatte die spanischen Behörden schon im März 2025 vor große Herausforderungen gestellt. Passanten hatten damals in der abgelegenen Schlucht Alarm geschlagen, nachdem sie dort auf die Frau gestoßen waren.
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Schnell war klar, dass der Fall nicht einfach aufzuklären sein würde, denn die Fundstelle gilt als schwer zugänglich und liegt in einer Gegend, die wegen steiler Felsen, enger Pfade und fehlenden Handyempfangs als besonders problematisch gilt.
Genau diese Lage erschwerte den Ermittlern von Beginn an die Arbeit. Wer sich in diesem Gebiet verirrt oder dort in eine Notsituation gerät, kann oft nur schwer Hilfe erreichen. Auch für die Polizei bedeutete das, dass selbst die Rekonstruktion der letzten bekannten Wege nur eingeschränkt möglich war und der Fundort über lange Zeit viele Fragen offenließ.
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Hinzu kam, dass die Identifizierung zunächst nicht gelang. Die Ermittler prüften verschiedene Spuren und versuchten auch, über auffällige Tätowierungen weiterzukommen. Doch dieser Ansatz brachte offenbar keinen entscheidenden Hinweis, sodass der Fall über Monate ungelöst blieb und die Kriminalpolizei weiter unter Hochdruck an der Identität der Frau arbeitete.
Erst im Verlauf dieser langen Untersuchung ergab sich schließlich die Spur, die den Durchbruch brachte. Laut spanischen Medien war es ein Backenzahn, der letztlich zur Identifizierung führte. Der Zahn wurde an Interpol geschickt. Über diese forensische Spur konnte die Frau schließlich zweifelsfrei als die 32-jährige Annabella Lovas festgestellt werden, die zuvor von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden war.

Zwei Polizeibeamte stehen vor der Weill-Synagoge | Quelle: Getty Images
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Die Erklärung der Ermittler macht deutlich, warum gerade dieser Ansatz so wichtig war. Polizeichef Pablo Fernandez Sala sagte dazu: „Sobald man einen Namen hat, ist es einfacher, das herauszufinden, da die meisten Menschen eine zahnärztliche Akte haben. Das Gebiss ist wie ein Fingerabdruck: Es weist ganz eigene charakteristische Merkmale auf. Es ist eines der widerstandsfähigsten Elemente gegenüber Witterungs- und Umwelteinflüssen.“
In einer weiteren, aus dem Englischen übersetzten Einordnung hieß es zudem, dass es leichter werde, sobald man einen Namen habe, weil viele Menschen zahnärztliche Unterlagen besitzen und ein Gebiss ähnlich eindeutig sein könne wie ein Fingerabdruck.

Polizeibeamte arbeiten am Tatort | Quelle: Getty Images
Auch zum schwierigen Gelände wurden weitere Details bekannt, die zeigen, wie kompliziert die Ermittlungen gewesen sein müssen. In einer Aussage wurde erklärt: „Kollegen versuchten, den Teich zu erreichen, um ihre letzten Schritte nachzuvollziehen und eine Sichtprüfung vor Ort durchzuführen, doch das war unmöglich.“
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Das sei aber nicht möglich gewesen. „Man hätte ein professioneller Kletterer sein müssen, nicht nur irgendein Wanderer, um diesen Ort zu erreichen. Zu Beginn hatten wir lediglich einige seltsame Tattoos, die sie auf der Schulter und am Rücken hatte“, heißt es.
Mit der Identifizierung rückt nun auch die Lebensgeschichte von Annabella Lovas wieder stärker in den Mittelpunkt. Die Ungarin war 2021 durch die ungarische Version von „Der Bachelor“ bekannt geworden und hatte dort sogar das Finale erreicht. Später arbeitete sie als Influencerin und Moderatorin, ehe sie nach einer Krebserkrankung von Ungarn nach Gran Canaria zog.

Polizei | Quelle: Getty Images
Was genau in ihrem Fall geschah, ist nach Berichten spanischer Medien damit jedoch noch nicht in jedem Detail geklärt. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es sich um ein Unglück gehandelt haben könnte. Demnach wird vermutet, dass Annabella Lovas in eine Sturzflut geraten und dadurch in die Schlucht gelangt sein könnte.
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Gleichzeitig ziehen die Ermittler auch eine andere Möglichkeit in Betracht. Demnach sei nicht ausgeschlossen, dass sie sich zunächst an einem anderen Ort befand und erst später in das Gebiet von El Berriel gelandet war. Diese offene Frage zeigt, dass zwar die Identität nun feststeht, die genaue Rekonstruktion der letzten Ereignisse aber weiter schwierig bleibt.

Schwer bewaffnete deutsche Polizei | Quelle: Getty Images
Für die Familie bedeutet die Identifizierung dennoch einen entscheidenden Wendepunkt. Nach langer Ungewissheit ist nun zumindest klar, dass die in der Schlucht gefundene Frau tatsächlich Annabella Lovas war. Für die Öffentlichkeit wiederum erhält ein Fall, der über Monate nur aus offenen Fragen bestand, damit ein klares Gesicht.
So ist der Fall auf Gran Canaria nun in einem zentralen Punkt gelöst, auch wenn nicht jede Frage abschließend beantwortet ist. Die Ermittler konnten nach langer Zeit klären, wer die Frau war, deren Schicksal so lange offenblieb. Was genau zu ihrem Tod führte, müssen die laufenden Untersuchungen jedoch weiter einordnen.
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