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Ein verbranntes Parkverbotsschild in Kerzers. Dort war am 10. März 2026 ein Bus in Brand geraten, wobei mindestens sechs Menschen ums Leben kamen und fünf weitere verletzt wurden | Quelle: Getty Images
Ein verbranntes Parkverbotsschild in Kerzers. Dort war am 10. März 2026 ein Bus in Brand geraten, wobei mindestens sechs Menschen ums Leben kamen und fünf weitere verletzt wurden | Quelle: Getty Images

„Er hatte sich sehr auf den Frühling gefreut“: Fabian (16) kam bei einem Busbrand in der Schweiz ums Leben

Tetiana Sukhachova
16. März 2026 - 19:38

Der Dienstagabend begann für Fabian Keller wie viele andere Tage zuvor. Der 16-Jährige war auf dem Heimweg von der Arbeit, müde von einem langen Tag, aber voller Eindrücke aus einer Zukunft, auf die er sich freute. Wenige Stunden später sollte sich dieser Alltag in eine Tragödie verwandeln, die weit über die Region hinaus Entsetzen auslöste.

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In der Ortschaft Kerzers im Schweizer Kanton Freiburg geriet ein Postauto in Brand. Sechs Menschen verloren bei dem Unglück ihr Leben. Unter ihnen befand sich auch der 16-jährige Fabian – das jüngste Opfer der Katastrophe.

Die Ereignisse nahmen ihren Lauf am Dienstagabend, als Fabian nach einem Arbeitstag unterwegs war. Der Jugendliche hatte gerade den zweiten Schnuppertag einer Schreinerlehre in Courtepin absolviert. Für ihn war es ein wichtiger Schritt: erste praktische Erfahrungen, neue Aufgaben und die Aussicht auf einen möglichen beruflichen Weg.

Nach Feierabend machte er sich auf den Heimweg. In Gurmels stieg er in ein Postauto um, das ihn zurückbringen sollte. Doch während der Fahrt kam es zu einer dramatischen Wendung: Ein 65-jähriger Mann soll sich mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und selbst angezündet haben. Das Feuer breitete sich rasch aus.

Sechs Menschen starben bei dem Brand, mehrere weitere wurden verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat mutwillig ausgelöst wurde. Für die Passagiere im Bus blieb kaum Zeit zu reagieren.

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Er hat viel zu jung gehen müssen [...] Ganz traurig, dass er so aus dem Leben gehen musste – auf so eine brutale Weise“, äußerte sich nun seine Mutter. Für Fabians Mutter Regula Keller kam die Nachricht völlig unerwartet. Am Abend erhielt sie einen Anruf aus dem Jugendheim, in dem ihr Sohn lebte. Zunächst galt der Jugendliche lediglich als vermisst.

Zuerst haben wir gedacht, vielleicht ist er nur verletzt. Aber dann hat es geheissen, dass er nicht auf der Verletztenliste ist. Und da habe ich gedacht, das ist nicht gut“, erinnert sie sich später. Doch als klar wurde, dass Fabian auf keiner der Listen der Überlebenden oder Verletzten auftauchte, wuchs die Sorge. Kurz darauf folgte die Gewissheit.

Der Verlust trifft die Familie besonders hart. Fabian war ihr einziges Kind. Bereits vor fünf Jahren hatte Regula Keller ihren Mann durch eine Krebserkrankung verloren. Nun musste sie auch ihren Sohn zu Grabe tragen.

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Dabei begann für den Jugendlichen gerade eine neue Lebensphase. Die ersten Schritte ins Berufsleben machten ihm großen Mut. Noch am Tag zuvor hatte er seiner Mutter per Videoanruf begeistert von seinem ersten Schnuppertag erzählt.

Er sei stolz gewesen, berichtet sie, und habe sich darauf gefreut, in der kommenden Woche sogar auf eine Baustelle mitgehen zu dürfen. „Er hat noch per Videoanruf erzählt, dass alles gut gegangen sei und er in der kommenden Woche auf die Baustelle könne. Er hat so viel Freude gehabt. Und dann passiert am nächsten Tag so etwas“, sagt seine Mutter über diesen Moment.

Fabian war ein aktiver Jugendlicher mit vielen Interessen. Besonders gern verbrachte er Zeit im Freien. In Frankreich fuhr er mit Begeisterung Traktor auf Feldern und legte dafür sogar eine Prüfung ab.

Ein Mann legt am 11. März 2026 in Kerzers in der Westschweiz Blumen nieder; dort war am 10. März 2026 ein Bus in Brand geraten | Quelle: Getty Images

Ein Mann legt am 11. März 2026 in Kerzers in der Westschweiz Blumen nieder; dort war am 10. März 2026 ein Bus in Brand geraten | Quelle: Getty Images

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Auch Wintersport gehörte zu seinen Leidenschaften. Bei einem Skilager in Saas-Fee gewann er mehrere Medaillen – Erinnerungsstücke, die seine Mutter heute sorgfältig aufbewahrt.

Erst zu Weihnachten hatte Fabian zudem ein Töffli geschenkt bekommen. Doch die Gelegenheit, damit zu fahren, ergab sich kaum. Nur einmal konnte er damit bei gutem Wetter unterwegs sein.

Gerade deshalb schmerzt der Gedanke an das, was noch hätte kommen können. „Er hatte so viel Spass im Schnee. Für ihn begann das Leben jetzt so richtig gut zu starten [...] Er hatte sich sehr auf den Frühling gefreut. Und jetzt musste er gehen. Viel zu früh. So schlimm, wir können es noch gar nicht fassen“, sagt seine Mutter leise.

Ein PostAuto fährt an Blumen und Kerzen vorbei an der Stelle, an der ein Bus desselben Verkehrsunternehmens in Flammen aufgegangen war | Quelle: Getty Images

Ein PostAuto fährt an Blumen und Kerzen vorbei an der Stelle, an der ein Bus desselben Verkehrsunternehmens in Flammen aufgegangen war | Quelle: Getty Images

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Nun bleiben vor allem Erinnerungen an einen Jugendlichen, der voller Pläne war – und dessen Leben auf tragische Weise viel zu früh endete.

Wir berichteten über den tragischen Fall:

Die Tragödie von Kerzers erschüttert die Schweiz weit über die Region Freiburg hinaus. Bei dem verheerenden Brand in einem Postauto kamen am Dienstagabend sechs Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. Unter den Todesopfern befindet sich auch Lara Baumgartner, die erst 26 Jahre alte Moderatorin von Energy Bern. Die Nachricht von ihrem Tod löste große Bestürzung aus – bei Kolleginnen und Kollegen, bei Hörerinnen und Hörern und weit darüber hinaus.

Lara Baumgartner war für viele Menschen eine vertraute Stimme aus dem Radio. Vor allem mittags und am Wochenende war sie bei Energy Bern zu hören. Nun wurde bekannt, dass ausgerechnet sie zu den Opfern des Bus-Infernos gehört. Der Sender bestätigte den Verlust in einer emotionalen Mitteilung und fand bewegende Worte für seine junge Kollegin.

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„Wir sind erschüttert und tief traurig. In diesen schweren Stunden sind wir mit unseren Gedanken bei Laras Familie und ihren Liebsten“, heißt es in einem internen Statement. Später wurde die Trauer auch öffentlich gemacht. In einem Instagram - Beitrag hieß es: „Unter den Opfern befindet sich unsere geschätzte Kollegin Lara Baumgartner, Moderatorin bei Energy Bern.“ Besonders nah ging vielen die Beschreibung, mit der das Team von Energy Bern Abschied nahm: „Lara war ein wunderbarer Mensch.“ Dieser einfache Satz trifft offenbar genau das, was viele mit der Moderatorin verbunden haben.

Auf den Social-Media-Kanälen des Senders wurde Lara als außergewöhnliche Kollegin gewürdigt. Ihr Lachen, ihre Herzlichkeit, ihr Humor und ihre liebevolle Art hätten viele Menschen berührt, schrieb das Team. Sie hinterlasse eine Lücke, die sich kaum in Worte fassen lasse. Zahlreiche Beileidsbekundungen sammelten sich daraufhin unter dem Beitrag. Viele User beschrieben, wie fassungslos sie über die Nachricht seien und wie sehr sie Laras Stimme aus dem Radioprogramm vermissen werden.

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Auch die kleinen, persönlichen Details, die nun über Lara Baumgartner bekannt wurden, machen den Verlust besonders greifbar. Auf der Website von Energy wurde sie mit einem liebevollen Augenzwinkern vorgestellt. Dort hieß es: "Lara ist bekannt dafür, dass sie viel Hüttenkäse isst, sehr gerne feiern geht – und selbst mit Navi in die falsche Richtung läuft.“ Solche Sätze zeichnen das Bild einer lebensnahen, humorvollen jungen Frau, die offenbar mit viel Charme und Wärme durchs Leben ging.

Noch berührender ist, wie der Sender ihre Persönlichkeit im Kern beschrieben hat: "Lara ist Fan von Menschen – am liebsten mit Ecken und Kanten. […] Sie liebt es, Geschichten zu erzählen und große Emotionen zu erleben – genau das, was sie im Radio ausleben darf." Diese Worte zeigen, dass Lara nicht nur beruflich ihren Platz gefunden hatte, sondern auch menschlich Spuren hinterließ.

Die Ereignisse in Kerzers selbst bleiben unterdessen ein Schock. Nach bisherigem Ermittlungsstand gehen die Behörden davon aus, dass ein Mann den Brand im Bus ausgelöst hat. Das Feuer breitete sich in kürzester Zeit aus. Sechs Menschen starben, fünf weitere wurden verletzt. Die genauen Umstände werden weiterhin untersucht. Fest steht jedoch schon jetzt, dass die Tragödie zahlreiche Familien und Freundeskreise in tiefe Trauer gestürzt hat.

Feuerwehrleute arbeiten neben den Überresten des Busses, der am Abend des 10. März 2026 in Kerzers, Schweiz, in Brand geraten ist. | Quelle: Getty Images

Feuerwehrleute arbeiten neben den Überresten des Busses, der am Abend des 10. März 2026 in Kerzers, Schweiz, in Brand geraten ist. | Quelle: Getty Images

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Dass Lara Baumgartner unter den Opfern ist, macht das Unglück auch für viele außerhalb der Schweiz besonders greifbar. Moderatorinnen und Moderatoren begleiten Menschen oft unbemerkt durch ihren Alltag – beim Autofahren, bei der Arbeit, am Wochenende zu Hause. Ihre Stimmen werden vertraut, fast wie ein Teil des eigenen Tagesrhythmus. Wenn ein solcher Mensch plötzlich fehlt, ist der Verlust für viele überraschend persönlich.

Für das Team von Energy Bern dürfte diese Leere nun jeden Sendetag spürbar machen. Aus einer bekannten Radiostimme ist ein schmerzhaftes Andenken geworden. Was bleibt, sind Erinnerungen an eine 26-Jährige, die offenbar mit Leichtigkeit, Empathie und Humor viele Menschen erreichte.

Feuerwehrleute legen Blumen nieder, um während einer Gedenkfeier in Kerzers in der Westschweiz am 11. März 2026 ihren Respekt zu zollen. Am Tag zuvor waren sechs Menschen bei einem Busbrand ums Leben gekommen, der offenbar von einem psychisch gestörten Mann an Bord ausgelöst worden war, der sich selbst in Brand gesetzt hatte | Quelle: Getty Images

Feuerwehrleute legen Blumen nieder, um während einer Gedenkfeier in Kerzers in der Westschweiz am 11. März 2026 ihren Respekt zu zollen. Am Tag zuvor waren sechs Menschen bei einem Busbrand ums Leben gekommen, der offenbar von einem psychisch gestörten Mann an Bord ausgelöst worden war, der sich selbst in Brand gesetzt hatte | Quelle: Getty Images

Die Tragödie von Kerzers wird noch lange nachwirken. Für Laras Angehörige, ihre Freunde und ihre Kolleginnen und Kollegen aber steht schon jetzt etwas fest: Sie verlieren nicht nur eine junge Moderatorin, sondern einen Menschen, der andere mit seiner Art bewegt hat. Gerade deshalb wirken die Abschiedsworte ihres Teams so eindringlich – und so herzzerreißend.

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