
Angeklagte Gina H. wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses, 27. Mai 2026 | Quelle: Getty Images
Sechster Prozesstag im Fall Fabian: Neues Alibi von Gina H., ihre Sprachnachricht und Fotos aus dem Gerichtssaal
In einer Sprachnachricht sprach Gina H. mit einem Bekannten darüber, was sie als Alibi angeben soll — und das schon einen Tag nach Fabians Verschwinden.
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Am sechsten Verhandlungstag vor dem Landgericht Rostock wurde eine Sprachnachricht von Gina H. abgespielt. Sie schickte die Nachricht am 11. Oktober um 17:58 Uhr an ihren Bekannten Christian D.:
"Ich hab Olaf gefragt, ob schon irgendwas in Reimershagen los ist. Und zum Thema Alibi, wo ich war … ich wollte nicht sagen, dass wir zusammen waren, sonst wirst du mit reingezogen. Ich hab Olaf gesagt, ich war mit Leo spazieren. Und er hat gesagt wir sollen einfach sagen, dass wir den ganzen Tag zusammen waren.“

Die Angeklagte Gina wartet mit Fußfessel im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
Als die Suche nach dem achtjährigen Fabian aus Güstrow im Oktober 2025 auf Hochtouren lief, gab Gina H. der Polizei offenbar nur eine lückenhafte Version ihres Tagesablaufs. Eine Polizeibeamtin sagte vor Gericht aus, dass sie die 30-Jährige damals in Reimershagen aufsuchte — da Gina H. als ehemalige Partnerin von Fabians Vater den Jungen persönlich kannte.
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Damals soll Gina H. gesagt haben, als Fabian am 10. Oktober verschwand, habe sie den ganzen Tag in ihrem Pferdestall gearbeitet. Ob die Polizistin damals aktiv nach einem Alibi gefragt hatte oder ob Gina H. von sich aus zu erzählen begann — daran konnte sie sich vor Gericht nicht mehr erinnern.

Angeklagte Gina.H und ihr Anwalt Andreas Ohm im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
Fabians Vater bekam von ihr später eine detailliertere Version: Sie sei nicht nur im Stall gewesen, sondern auch in Güstrow auf dem Weg zur Bank — und habe danach einen Bekannten getroffen. Als sie bereits in Untersuchungshaft saß, schilderte sie ihm noch eine weitere Version der Ereignisse.
Das Messer vom Parkplatz ist nicht die Tatwaffe
Monatelang sorgte ein Messer, das in einem Mülleimer auf einem Parkplatz in Güstrow gefunden wurde, für Aufsehen. Nach Abschluss der kriminaltechnischen Untersuchung durch das Landeskriminalamt stand fest: Weder Spuren von Fabian noch von der Angeklagten Gina H. wurden auf dem Messer gefunden.
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Dass das Messer zunächst von der Polizei ignoriert wurde, hatte im Gerichtssaal für Streit gesorgt. Verteidiger Thomas Löcker warf den Ermittlungsbehörden mangelnde Sorgfalt vor.

Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., sah das anders — sie kommentierte den Fund trocken:
„Nicht einmal eine Nebelkerze, sondern ein Nebelteelicht."

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker erheben sich beim Eintreten des Gerichts, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Imageseck/picture alliance via Getty Images)
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Der achtjährige Fabian wurde am 10. Oktober 2025 mit mindestens sechs Messerstichen getötet. Anschließend wurde sein Körper in Brand gesetzt — laut Staatsanwaltschaft, um Spuren zu beseitigen. Die eigentliche Tatwaffe bleibt bis heute verschwunden.
Geheimnisvolles Foto vom Tatort-Feuer
Eine unbekannte Person hat am Tatort ein Foto des Feuers gemacht. Am sechsten Prozesstag sollen laut Gerichtssprecherin Anne Kruse zwei Zeuginnen aussagen, „die Beobachtungen zu Rauch bzw. Feuer am späteren Fundort tätigten." Auf BILD-Anfrage bestätigte die Sprecherin, dass auch das Feuer-Foto Thema sein wird.
Das Foto tauchte erstmals am 5. November 2025 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst" auf. Laut Staatsanwaltschaft wurde es von einer Zeugin aufgenommen, die sich am 10. Oktober zwischen 11 und 15 Uhr in der Nähe des Tümpels aufgehalten haben soll — also genau dann, als Fabian gestorben sein soll. Wer diese Frau ist und warum sie das Feuer fotografierte, ist bisher unklar.
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Was kommt als nächstes?
Der nächste Verhandlungstag am 28. Mai bringt mehrere Gutachten: Untersucht werden unter anderem Textilspuren, Verbindungsdaten sowie die digitalen Aufzeichnungen des Ford Rangers der Angeklagten. Zudem analysiert ein Sachverständiger die Blutspuren am Tatort.
Gina H. hat sich bislang nicht vor Gericht geäußert. Bis zu einem möglichen Urteil gilt für sie die Unschuldsvermutung. Inzwischen ist sie erneut mit Fabians Vater zusammen.

Die Angeklagte Gina mit ihren Anwälten Andreas Ohm und Thomas Löcker im Mordprozess im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
Der Fall Fabian
Wir berichteten über den Fall: Alles, was man über den Tod des achtjährigen Jungen aus Güstrow wissen muss — vom Verschwinden bis zur Anklage. Mehr dazu hier.
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Die Angeklagte Gina wartet im Gerichtssaal auf die Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian, Rostock, 27. Mai 2026. | Quelle: Getty Images
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