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Eisenbahnangestellte | Quelle: Getty Images
Eisenbahnangestellte | Quelle: Getty Images

Schaffner bei Fahrkartenkontrolle in Deutschland getötet: Was über den Verdächtigen bekannt ist

Nataliia Shubina
05. Feb. 2026 - 17:25

Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress zwischen Landstuhl und Homburg laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Totschlag. Im Mittelpunkt steht ein 26-jähriger Mann, der nach Angaben der Polizei griechischer Staatsbürger ist und keinen Wohnsitz in Deutschland haben soll.

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Er wurde noch am Tatort festgenommen, einem Haftrichter vorgeführt und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Vieles – vor allem Motiv und Hintergründe – ist bislang offen. Doch was ist über den Verdächtigen bekannt, und was lässt sich aus dem bisherigen Ermittlungsstand ableiten?

04. Februar 2026, Berlin: Ein Text an der S-Bahn-Station Anhalter Bahnhof erinnert an den verstorbenen Zugbegleiter „Serkan C.“ | Quelle: Getty Images

04. Februar 2026, Berlin: Ein Text an der S-Bahn-Station Anhalter Bahnhof erinnert an den verstorbenen Zugbegleiter „Serkan C.“ | Quelle: Getty Images

Fest steht: Die Eskalation begann während einer routinemäßigen Fahrkartenkontrolle am Montagabend (2. Februar 2026). Der 36-jährige Bahn-Mitarbeiter Serkan C. kontrollierte demnach kurz nach der Abfahrt am Bahnhof Landstuhl eine Gruppe von vier Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Mindestens eine Person aus der Gruppe konnte keinen gültigen Fahrschein vorweisen. Als der Zugbegleiter den Fahrgast aufforderte, den Zug zu verlassen, kam es zur Auseinandersetzung – und innerhalb weniger Augenblicke zur Attacke, die für Serkan C. tödlich endete. Er musste noch vor Ort reanimiert werden und wurde anschließend in das Uniklinikum Homburg gebracht, wo er rund 24 Stunden um sein Leben kämpfte.

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04. Februar 2026, Berlin: Patrick Schnieder (CDU, 2. von rechts), Bundesverkehrsminister, und Martin Seiler (r), DB-Vorstandsmitglied für Personal, sowie Bahnmitarbeiter stehen während einer Schweigeminute für einen Zugbegleiter, der am Berliner Hauptbahnhof ums Leben gekommen ist | Quelle: Getty Images

04. Februar 2026, Berlin: Patrick Schnieder (CDU, 2. von rechts), Bundesverkehrsminister, und Martin Seiler (r), DB-Vorstandsmitglied für Personal, sowie Bahnmitarbeiter stehen während einer Schweigeminute für einen Zugbegleiter, der am Berliner Hauptbahnhof ums Leben gekommen ist | Quelle: Getty Images

Die Deutsche Bahn informierte die Belegschaft am Mittwochmorgen mit einer internen Mitteilung über den Tod des Kollegen. Darin hieß es:

„Mit großer Traurigkeit müssen wir euch heute mitteilen, dass unser Kollege Serkan C. aus der Einsatzstelle Mannheim seinen schweren Verletzungen erlegen und im Krankenhaus verstorben ist. Serkan C. war nur 36 Jahre alt und alleinerziehender Vater von zwei Kindern“.

Nach SZ-Informationen war Serkan C. seit 15 Jahren für den Konzern tätig; in der internen DB-Mitteilung wird er zudem als alleinerziehender Vater von zwei Kindern beschrieben.

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Über den Verdächtigen selbst ist bisher vor allem das bekannt, was Behörden offiziell kommuniziert haben: Er ist 26 Jahre alt, griechischer Staatsbürger und soll in Deutschland keinen festen Wohnsitz haben. Unklar bleibt, ob er sich dauerhaft in Deutschland aufhielt oder nur vorübergehend im Land war.

Auch zu möglichen Vorstrafen, zur genauen Identität, zu einem eventuellen Aufenthaltsstatus oder zu persönlichen Umständen machten Ermittler bislang keine Angaben. Ebenso ist offen, ob Alkohol, Drogen oder eine psychische Ausnahmesituation eine Rolle spielten – dazu gibt es derzeit keine bestätigten Informationen.

04. Februar 2026, Bayern, Nürnberg: Martin Burkert (M), Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft EVG, mit Mitgliedern der EVG und anderen Mitarbeitern der Deutschen Bahn während der Schweigeminute für einen getöteten Zugbegleiter. | Quelle: Getty Images

04. Februar 2026, Bayern, Nürnberg: Martin Burkert (M), Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft EVG, mit Mitgliedern der EVG und anderen Mitarbeitern der Deutschen Bahn während der Schweigeminute für einen getöteten Zugbegleiter. | Quelle: Getty Images

Auffällig ist jedoch der Kontext, in dem die Tat geschah: Nach den bisherigen Erkenntnissen stand am Anfang ein Konflikt um das fehlende Ticket – also eine Alltagssituation, wie sie im Nahverkehr täglich vorkommt. Dass sie derart eskalierte, löste bundesweit Entsetzen aus. EVG-Chef Martin Burkert sagte:

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„Wir sind bestürzt und fassungslos.“

„Heute steht die Eisenbahnerfamilie still.“ Burkert verbindet das mit konkreten Forderungen an die Politik: „Wir akzeptieren es nicht länger, dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt“, sagte er. „Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten.“

Er erwarte, dass die Politik „jetzt sofort“ Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreife. „So ein Fall darf sich niemals wiederholen“, sagte Burkert. Und er stellte die zugespitzte Frage: „Wie viele solcher Gewaltorgien müssen wir noch erleben, bis sich endlich etwas ändert?“

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Auch innerhalb des Konzerns ist die Erschütterung groß. In der Berichterstattung wird die neue Bahn-Chefin mit einem Satz zitiert, der die Lage der Beschäftigten auf den Punkt bringt: „Serkan C. hat am frühen Montagabend nur seinen Job gemacht“, sagt die neue Bahn-Chefin. Zugleich betonte Palla die Signalwirkung der Tat: „Taten wie diese müssen uns alle wach rütteln. Wir bei der Bahn trauern.“

Für die Angehörigen ist der Blick auf den Verdächtigen dennoch nur ein Teil der Realität – entscheidend ist die Lücke, die Serkan C. hinterlässt. Sein Cousin schildert die letzten Stunden besonders eindrücklich:

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„Die Oma ist bei ihnen, die ganze Familie ist bei ihnen. Es ist schwer, weil wir den Vater nicht ersetzen können. Weil der Vater mit 36 Jahren gestorben ist. Wegen eines Tickets ist er gestorben. Wegen 60 Euro ist er gestorben. Das ist so sinnlos.”

In anderen Berichten heißt es, die beiden Söhne – Erdal (13) und Ali Ekber (11) – seien im Krankenhaus an seiner Seite gewesen. „Die Deutsche Bahn rief an und sagte, dass Serkan angegriffen wurde. Seit Montag war die Familie bei ihm im Krankenhaus“, erklärt Ergin. „Sie haben ihren Vater sterben sehen, es war furchtbar.“

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Die Ermittlungen richten sich nun darauf, die Abläufe sekundengenau zu rekonstruieren: Wer hat was gesehen? Welche Rolle spielte die Gruppe? Gibt es Videoaufnahmen aus dem Zug? Und was war der konkrete Auslöser der Eskalation?

Bis belastbare Antworten vorliegen, bleibt über den Verdächtigen vor allem dies: Er ist festgenommen, sitzt in Untersuchungshaft – und steht unter dem dringenden Verdacht, einen Bahnmitarbeiter im Dienst getötet zu haben.

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