
„Äußerst beliebt“ und „ängstlich“: Der 14-jährige Yousef aus Dormagen wurde ermordet
Der Tod des 14-jährigen Yosef aus Dormagen hat eine ganze Stadt erschüttert. Der Junge wurde leblos am Waldsee gefunden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, während Familie, Freunde und Vereine um einen Jugendlichen trauern, der als offen, beliebt und voll integriert galt.
Am späten Mittwochnachmittag entdeckten Spaziergänger am Ufer des Waldsees im Dormagener Stadtteil Hackenbroich einen leblosen Körper. Gegen 17 Uhr alarmierten sie die Polizei, ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen.

Der Waldsee in Dormagen, an dem der Leichnam gefunden wurde. | Quelle: Getty Images
Schnell übernahm eine Mordkommission die Ermittlungen, Einsatzkräfte sicherten bis in die Nacht hinein Spuren. Taucher, Spürhunde und Kriminaltechniker durchkämmten das Gelände, doch viele Fragen blieben offen. Auf wen Yosef am Waldsee traf, warum er sich überhaupt am See aufhielt und was das Tatmotiv war, ist weiterhin unklar.
Mit der nun abgeschlossenen Obduktion verdichtete sich das Bild eines schweren Gewaltverbrechens. Polizei und Staatsanwaltschaft melden folgende Ergenbisse:
„Im Zuge der Obduktion des 14-jährigen Geschädigten konnten sowohl Stich- als auch Schnittverletzungen festgestellt werden. Ausweislich des Ergebnisses der Obduktion ist der Geschädigte infolge dieser Stich- und Schnittverletzungen verstorben, sodass Polizei und Staatsanwaltschaft nunmehr sicher von einem Tötungsdelikt ausgehen“.
Laut Medienberichten hätten Ermittler im Zusammenhang mit Yosefs Leiche gar von einer „Hinrichtung“ gesprochen.
Yosef stammte ursprünglich aus Eritrea und lebte seit mehreren Jahren mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester in Dormagen. Er besuchte eine Schule im Stadtteil Hackenbroich, war Klassensprecher und engagierte sich in mehreren Vereinen. In der Stadt galt er als offen, freundlich und voll integriert.
Besonders eng war seine Verbindung zum Vereinsleben. Er spielte Fußball, war im Schützenverein aktiv. Ein Verein beschrieb ihn folgendermaßen:
„Y. war ein äußerst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht“.
Umso rätselhafter erscheinen die Umstände seines Todes. Seine Mutter äußerte Zweifel daran, dass ihr Sohn freiwillig allein am See gewesen sein könnte. „Er würde nie alleine in der Dunkelheit am See sein. Dafür ist er viel zu ängstlich“, sagte sie und deutete an, dass Yosef möglicherweise gezielt dorthin gelockt wurde.
Die Anteilnahme in Dormagen ist groß. Tausende Menschen nahmen an einem Trauermarsch teil, Schule, Stadt und Vereine bereiten eine öffentliche Gedenkfeier vor, die am 6. Februar stattfinden soll.
Die Ermittlungen in dem Fall laufen unterdessen weiter in alle Richtungen. Polizei und Staatsanwaltschaft hoffen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Umstände der Tat aufzuklären. Für entscheidende Hinweise, die zur Ermittlung des Täters oder der Täter führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt.
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