
Pierre M. Krause tritt am 7. März 2024 im Theater am Tanzbrunnen in Köln auf | Quelle: Getty Images
„Ich habe Freunde verloren“: Pierre M. Krause enthüllt, dass er wegen seiner Diagnose Freunde verloren hat
Pierre M. Krause ist vielen Zuschauerinnen und Zuschauern vor allem als schlagfertiger, zugewandter und oft spielerisch ironischer Moderator bekannt. In seinen Sendungen steht meist das Leichte im Vordergrund: spontane Begegnungen, schräge Situationen, pointierte Gespräche.
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Umso bemerkenswerter ist es, wenn Krause von jenen Erfahrungen erzählt, die mit Unterhaltung kaum noch etwas zu tun haben – und stattdessen von Krankheit, Rückzug und Enttäuschung handeln.
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In einer neuen Ausgabe seines Formats „Kurzstrecke“ sprach der 49-Jährige nun ungewöhnlich offen über die Zeit seiner schweren Erkrankung. Anlass des Gesprächs war ein Treffen mit Podcaster Tommi Schmitt in dessen Heimatstadt Detmold.
Was zunächst wie eine typische Folge mit persönlichem Einschlag wirkte, entwickelte sich im Verlauf zu einem der intimsten Momente, die Krause öffentlich bislang geschildert hat.
Ausgangspunkt war eine Frage, die viele Menschen aus ihrem eigenen Umfeld kennen dürften: Wie verhält man sich richtig, wenn jemand schwer krank ist? Tommi Schmitt erzählte, dass er unsicher gewesen sei, ob und wie er sich bei Krause melden solle, nachdem er von dessen gesundheitlichen Problemen erfahren hatte.
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Er habe sich schließlich doch dazu entschieden, ihm zu schreiben – und sich darüber gefreut, eine Antwort zu bekommen. Daran knüpfte sich eine Unsicherheit an, die offenbar viele beschäftigt: Ist Kontakt in einer solchen Situation hilfreich oder eher belastend? Pierre M. Krause antwortete darauf mit bemerkenswerter Klarheit:
„Ich glaube, das ist das Privateste, was ich je erzählt habe. [...] Ich habe Freunde verloren. [...] “ Schon diese Aussage macht deutlich, wie groß die innere Schwelle gewesen sein muss, über dieses Thema öffentlich zu sprechen. Was dann folgte, war noch eindringlicher: Krause erklärte, dass ihn seine Erkrankung nicht nur körperlich und psychisch belastet habe, sondern auch sein Verhältnis zu manchen Menschen dauerhaft verändert habe.
Nach seinen Schilderungen habe er in dieser Zeit Freunde verloren – darunter auch Menschen, die er zuvor zu seinem engsten Kreis gezählt habe: „weil da plötzlich totale Funkstille war“. Der Grund sei nicht ein Streit oder ein offener Bruch gewesen, sondern etwas viel Leiseres und vielleicht gerade deshalb Schmerzhafteres: Schweigen.
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Krause berichtete, dass von manchen Personen plötzlich keinerlei Kontakt mehr gekommen sei. Er deutete an, dass ihn diese Funkstille tief getroffen habe, auch wenn er zugleich versuchte, Verständnis für mögliche Überforderung auf der anderen Seite aufzubringen.
Gerade diese Mischung aus Enttäuschung und Nachsicht verleiht seinen Aussagen Gewicht. Krause machte deutlich, dass er nicht verbittert auf diese Erfahrungen zurückblicke:
„Ich glaube auch, ich bin auch überhaupt nicht böse, vielleicht ein bisschen enttäuscht, aber nicht böse“
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In dieser Nuance liegt viel über die emotionale Wirklichkeit schwerer Erkrankungen: Nicht nur die Diagnose selbst verändert den Alltag, sondern oft auch die Beziehungen zu anderen.
Zugleich verband der Moderator seine persönlichen Erfahrungen mit einer klaren Botschaft: „Ja, meldet euch. Das muss keine Frage sein und man muss sich auch nicht zurückmelden. Es geht darum: Ich denke an dich, wenn es dir gerade sehr schlecht geht.“
Dieser Appell richtet sich weit über seinen eigenen Fall hinaus an all jene, die im Umgang mit Krankheit zwischen Anteilnahme und Unsicherheit schwanken. Krause plädiert damit nicht für perfekte Worte, sondern für ein schlichtes Zeichen von Präsenz.
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Wie ernst seine gesundheitliche Lage tatsächlich war, hatte Pierre M. Krause bereits 2025 bei seiner Rückkehr ins Fernsehen öffentlich gemacht. Damals sprach er in „Kurzstrecke“ über die Ursache seiner langen Pause aus TV und Öffentlichkeit.
Aus zunächst banalen Rückenschmerzen sei die Diagnose eines bösartigen Tumors geworden. Er verriet:
„Ich hatte Rückenschmerzen - es stellte sich heraus, das war ein bösartiger Tumor. Der musste entfernt werden, sonst wäre ich irgendwann daran gestorben“
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Er beschrieb diese Zeit einen „Höllenritt“. Zudem erklärte er, dass ihm mehrere Knochen entfernt worden seien. Diese Details verleihen seinen jüngsten Aussagen zusätzliche Tiefe. Es geht nicht um eine vorübergehende Krise, sondern um eine existentielle Erfahrung, die ihn für ein Jahr aus dem öffentlichen Leben gerissen hat.
Dass Krause nun darüber spricht, ist auch deshalb bemerkenswert, weil er dabei nicht auf Anklage setzt. Er nutzt seine Geschichte vielmehr, um ein häufig verdrängtes Thema sichtbar zu machen.
Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit Schwerkranken umgehen sollen. Aus Angst, etwas Falsches zu sagen, sagen sie am Ende gar nichts. Doch genau dieses Schweigen kann, wie Krauses Schilderungen nahelegen, besonders verletzend sein.
So wird aus seinem sehr persönlichen Bericht mehr als nur ein Einblick in eine schwere Zeit. Es ist auch eine leise, aber eindringliche Erinnerung daran, wie bedeutsam einfache menschliche Nähe in Krisenmomenten sein kann. Pierre M. Krause spricht über Krankheit, Freundschaft und Enttäuschung – und darüber, dass manchmal schon eine kurze Nachricht einen Unterschied macht.
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