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Polizeibanner | Quelle: Getty Images
Polizeibanner | Quelle: Getty Images

30-jährige Mutter von vier Kindern ruft wenige Minuten vor ihrem Tod die Polizei

Nataliia Shubina
16. Dez. 2025 - 17:20

In der Nacht in Gelsenkirchen ereignet sich ein Verbrechen, das viele Menschen fassungslos zurücklässt. Eine 30-jährige Mutter von vier Kindern greift kurz vor ihrem Tod selbst zum Telefon und wählt den Polizeinotruf. Wenige Minuten später ist sie tot.

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Unmittelbar nach dem Notruf rücken mehrere Streifenwagen sowie ein Notarzt aus. Während die Einsatzkräfte unterwegs sind, gehen weitere Anrufe ein. Anwohner berichten von lauten Schreien aus dem Haus.

In einem Juweliergeschäft ist eine zerbrochene Glastür zu sehen. Die Polizei hat nach einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in der Innenstadt von Gelsenkirchen zwei Verdächtige festgenommen, 2025 | Quelle: Getty Images

In einem Juweliergeschäft ist eine zerbrochene Glastür zu sehen. Die Polizei hat nach einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in der Innenstadt von Gelsenkirchen zwei Verdächtige festgenommen, 2025 | Quelle: Getty Images

Gegen halb zwei morgens meldet sich die Frau laut Polizeiangaben aufgeregt beim Notruf. Sie teilt mit, ihr Mann wolle sich umbringen und habe sich bereits verletzt. Immer wieder bittet sie verzweifelt: „Bitte kommen Sie schnell!“ Bereits zwei Minuten nach dem ersten Notruf treffen die ersten Polizisten an der Adresse ein. Im Haus finden sie die Anruferin schwer verletzt und blutüberströmt vor. Für die 30-Jährige kommt jede Hilfe zu spät.

Kurz darauf entdecken die Beamten auch den Ehemann der Frau. Auch er ist blutüberströmt und weist Schnittverletzungen auf, die er sich nach bisherigen Erkenntnissen selbst zugefügt haben soll. Ein Notarzt wird sofort hinzugezogen. Die Mutter von vier Kindern erliegt noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Ihr Ehemann, ein 36-jähriger Mann türkischer Herkunft, wird zunächst notoperiert. Später stirbt auch er auf der Intensivstation.

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Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/Bild

Facebook-Kommentar | Quelle: facebook.com/Bild

Noch in derselben Nacht nimmt eine Mordkommission die Ermittlungen auf. Nach dem aktuellen Stand gehen die Kripobeamten davon aus, dass der Mann zunächst seine Ehefrau angegriffen und sich anschließend selbst schwer verletzt hat.

Die Ermittlungen dauern an. Während der Tat schlafen die vier minderjährigen Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren in ihren Betten. Sie bleiben körperlich unverletzt. Inzwischen befinden sich die Kinder in der Obhut des Jugendamtes.

29. September 2025, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Ein Polizist sichert ein Beweisstück in einem Grasstreifen, die Hälfte einer Krücke, die bei der Massenschlägerei verwendet worden war. | Quelle: Getty Images

29. September 2025, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Ein Polizist sichert ein Beweisstück in einem Grasstreifen, die Hälfte einer Krücke, die bei der Massenschlägerei verwendet worden war. | Quelle: Getty Images

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Das Motiv für die Tat ist bislang unklar. Die Ermittler machen dazu derzeit keine weiteren Angaben. Auch ob es zuvor Anzeichen für Streit oder Gewalt gegeben hatte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Nachbarn zeigen sich geschockt über das Geschehen. Die Familie habe erst vor rund anderthalb Jahren das Haus gekauft und sei als freundlich und unauffällig wahrgenommen worden. Nach außen habe es keine Hinweise auf größere Probleme gegeben.

Eine 56-jährige Nachbarin beschreibt die Situation fassungslos. „Denen ging’s finanziell gut, die Kinder spielten immer fröhlich im Garten, es ist alles so unbegreiflich. Und das jetzt ausgerechnet vor Weihnachten. Mir tun die Kinder so leid.“ Ihre Worte spiegeln die Stimmung vieler Anwohner wider.

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Auch über das direkte Umfeld hinaus sorgt der Fall für große Unruhe. Viele Menschen reagieren erschüttert auf die Vorstellung, dass eine Mutter noch selbst um Hilfe bittet und dennoch stirbt. Besonders das Schicksal der vier Kinder bewegt die Öffentlichkeit.

Zwei Polizeibeamte stehen vor der Weill-Synagoge | Quelle: Getty Images

Zwei Polizeibeamte stehen vor der Weill-Synagoge | Quelle: Getty Images

Immer wieder stellen sich Menschen die Frage, was eine solche Tat für die Kinder bedeutet. In Gesprächen und Reaktionen wird thematisiert, ob Täter in solchen Momenten bedenken, welche Folgen ihr Handeln für die eigenen Kinder hat. Die Vorstellung, dass die Kinder nun ohne beide Eltern aufwachsen müssen, sorgt für Bestürzung.

Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Gewalttaten im familiären Umfeld, die bundesweit immer wieder für Diskussionen sorgen. Gerade die Nähe zur Weihnachtszeit verstärkt bei vielen das Gefühl von Unverständnis und Trauer.

Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen weiterhin die genauen Abläufe in der Tatnacht. Offene Fragen zum Motiv und zu möglichen Hintergründen sollen in den kommenden Tagen geklärt werden.

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