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Bergsteiger im Schnee | Quelle: youtube.com/@NBCNews
Bergsteiger im Schnee | Quelle: youtube.com/@NBCNews

Naturfotograf entkommt auf dem Mount Everest einer Falle, die 1000 Menschen gefangen hielt – das erste Foto, das er von dort teilt, und seine Überlebensgeschichte

Tetiana Sukhachova
06. Okt. 2025 - 22:37

Es sollte ein unvergessliches Abenteuer werden – doch für viele Bergsteiger am Mount Everest endete das Wochenende in einem Albtraum aus Schnee und Sturm. Ein plötzlicher Blizzard überraschte Hunderte Menschen auf der tibetischen Seite des höchsten Berges der Welt und machte ein Vorankommen unmöglich. Ein Naturfotograf schilderte nun die grausige Situation und teilte ein Foto.

„Die Blitze und der Donner hörten einfach nicht auf. Der Schnee fiel so dicht, dass ich kaum schlafen konnte“

Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens konnten bislang rund 350 Bergsteigerinnen und Bergsteiger gerettet werden. Lokale Rettungsteams kämpften sich durch meterhohen Schnee, um die Eingeschlossenen aus ihren Zelten auf fast 5.000 Metern Höhe zu befreien. Die Geretteten wurden in die Ortschaft Qudang gebracht, östlich des Everest gelegen.

Doch noch immer befinden sich über 200 Personen im Gebirge. Mit ihnen besteht zwar Funkkontakt, doch der Weg ins Tal ist beschwerlich. Wie viele Menschen insgesamt in der betroffenen Region, dem sogenannten Karma-Tal, noch ausharren, ist unklar. Es wird Berichten zufolge mit Ochsen und Pferden nach ihnen gesucht.

Auch Geshuang Chen (29), eine erfahrene Bergwanderin, war Teil der Gruppe. Als der Rückzug begann, lag der Schnee bereits über einen Meter hoch. „Wir alle haben Erfahrung mit schwierigen Bedingungen“, berichtete sie, „aber dieser Sturm war einfach außergewöhnlich. Ich hatte großes Glück, da herauszukommen.“

Einige der Betroffenen schilderten bereits ihre dramatischen Erlebnisse. „Ich hatte großes Glück, da herauszukommen“, sagte die 29-jährige Geshuang Chen dem britischen Sender BBC. Ihre Gruppe sei völlig unvorbereitet vom Sturm überrascht worden. Der Wetterbericht hatte nur leichten Schneefall vorhergesagt – doch über Nacht fegten heftige Böen über das Gebirge, und der Schnee türmte sich meterhoch. Am Morgen blieb nur der mühsame Rückzug durch die weiße Wand.

Ob es Todesopfer gibt, ist bislang nicht bestätigt. Der Sturm zerstörte zahlreiche Zelte, blockierte Zufahrtsstraßen und schnitt ganze Gruppen von der Außenwelt ab. Das Tourismusgebiet wurde vorerst geschlossen, der Ticketverkauf auf tibetischer Seite eingestellt.

Der Oktober gilt normalerweise als stabile Reisezeit im Himalaya, weshalb die Nord- und Ostflanke des Mount Everest gerade bei chinesischen Wandergruppen beliebt sind. Doch diesmal wurde die Region von ungewöhnlich starken Unwettern getroffen.

Auch auf der nepalesischen Seite richtete das Wetter schwere Schäden an: Erdrutsche und Springfluten verwüsteten Dörfer, verschütteten Straßen und rissen Brücken fort. Nach Berichten lokaler Medien kamen dort mindestens 47 Menschen ums Leben.

Während sich die Retter weiter durch Schnee und Eis kämpfen, hoffen viele Familien auf eine gute Nachricht aus dem Himalaya – und darauf, dass die Natur den Bergsteigerinnen und Bergsteigern noch einmal gnädig ist.

Naturfotograf Dong Shuchang wollte eigentlich nur das majestätische Himalaya-Panorama während der chinesischen „Golden Week“ einfangen. Doch der Ausflug endete in Chaos. „Die Blitze und der Donner hörten einfach nicht auf. Der Schnee fiel so dicht, dass ich kaum schlafen konnte“, erzählte er später erschöpft.

Seine Gruppe aus 20 Wandernden musste den Aufstieg abbrechen, nachdem mehrere von ihnen Anzeichen von Unterkühlung zeigten. „Unsere Kleidung war völlig durchnässt. Der Weg war so glatt, dass ich immer wieder stürzte“, sagte Dong.

Die Retter sprechen von extremen Bedingungen – selbst für geübte Einsatzkräfte. Wege müssen erst freigeschaufelt werden, bevor sich Gruppen sicher bewegen können.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die eingeschlossenen Bergsteiger bald sicher ins Tal zurückkehren – und dass der Everest, dieser faszinierende, aber unberechenbare Riese, sein eisiges Schweigen diesmal nicht mit weiteren Opfern bezahlt.

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