
Schauspielerin Angelika „Die Lütte“ Mann im Alter von 76 Jahren verstorben
Über Jahrzehnte prägte sie die Bühnen und Bildschirme Deutschlands – mal mit Gesang, mal mit Schauspiel, immer mit unverwechselbarer Präsenz. Nun ist Angelika Mann, die vielen als „Die Lütte“ bekannt war, im Alter von 76 Jahren gestorben.
Ihre Familie bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Künstlerin am Mittwoch nach schwerer Krankheit verstorben ist.
Dass sie an Krebs erkrankt war, hat sie lange Zeit vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. In einem Interview verriet sie gegenüber der Morgenpost:
„Das weiß bisher nur die Familie: Ich habe Brustkrebs. Die Chemo scheint gut zu wirken, allerdings sind mir auch sämtliche Haare ausgefallen. [...] Als ich die Diagnose bekam, war ich 72, hatte ein super Leben. Ich durfte 72 Jahre in Frieden leben und davon 52 Jahre genau das machen, was ich liebe. Ich habe ein Kind gekriegt, ich habe den Mann, den ich liebe. Die Medizin ist inzwischen so weit, wenn es sein soll, schaffe ich es, wenn nicht, okay. Dann gibt es genug Mittelchen, die verhindern, dass man leiden muss.“
Schon früh zeichnete sich ab, dass Musik für die gebürtige Berlinerin mehr als nur ein Hobby sein würde. Als Kind verbrachte sie viele Stunden am Klavier, später öffnete sie sich unterschiedlichsten Einflüssen – von klassischer Musik bis hin zu zeitgenössischen Klängen.
Dennoch führte ihr erster beruflicher Weg zunächst in eine ganz andere Richtung: Nach dem Schulabschluss absolvierte die Arzttochter eine Ausbildung in einer Apotheke. Der Kontakt zu Menschen gefiel ihr, und selbst dort ließ sie ihre Leidenschaft nicht ruhen – in Pausen sang sie Kollegen aktuelle Schlager vor.
In den 1970er-Jahren nahm ihre Karriere dann spürbar Fahrt auf. An der Seite des Komponisten Reinhard Lakomy wurde Angelika Mann einem breiten Publikum bekannt. Ihre Stimme ist bis heute mit der legendären Kinderschallplatte „Traumzauberbaum“ verbunden, die Generationen begleitete. Darüber hinaus arbeitete sie mit bekannten Künstlern wie Manfred Krug und der Jazz-Sängerin Uschi Brüning zusammen und etablierte sich als feste Größe der DDR-Kulturszene.
Doch das Leben in der DDR empfand sie zunehmend als einengend. 1984 stellte sie einen Ausreiseantrag, ein Jahr später durfte sie das Land verlassen. Im Westen gelang ihr rasch der Neuanfang: Am Theater des Westens feierte sie große Erfolge, unter anderem als Lucy in der „Dreigroschenoper“. Nach der Wiedervereinigung kehrte sie regelmäßig auf ostdeutsche Bühnen zurück und blieb dem Publikum beider Landesteile verbunden.
Auch im höheren Alter blieb Angelika Mann aktiv, stand auf Theaterbühnen und vor der Kamera. Nun erlag die vielseitige Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin einem Krebsleiden. Mit ihr verliert die Kulturlandschaft eine Künstlerin, die über ein halbes Jahrhundert hinweg Generationen berührte.
Die Informationen in diesem Artikel stellen keinen Ersatz für professionellen ärztlichen Rat, eine Diagnose oder eine Behandlung dar. Alle Inhalte, inklusive Text und Bildern, die in gogirok.com enthalten sind oder durch gogirok.com zugänglich sind, dienen lediglich der allgemeinen Information. gogirok.com übernimmt keinerlei Verantwortung für jegliche Handlungen, die als Resultat des Lesens dieses Artikels unternommen werden. Bevor Sie sich irgendeiner Behandlung unterziehen, konsultieren Sie ihren medizinischen Leistungsanbieter.
