
Horst Lichter | Quelle: Getty Images
Horst Lichter sagte „Ich kündige alles!" nach einer lebensverändernden Familienkrise – „Das ist jetzt gut"
Er ist das Gesicht von „Bares für Rares", Deutschlands beliebtester Trödelshow – doch hinter dem breiten Grinsen und dem markanten Schnurrbart verbirgt sich ein Mann, der weit mehr erlebt hat, als die Kameras je zeigten.
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Horst Lichter, geboren 1962, ist dem deutschen Fernsehpublikum als warmherziger Moderator bekannt, der mit Charme und Humor Millionen vor die Bildschirme lockt. Der gelernte Koch und Entertainer schaffte es, aus sich selbst eine Marke zu machen – eine, die für Bodenständigkeit, Lebensfreude und echte Gefühle steht. Doch hinter der Kulisse des ewigen Frohsinns verbirgt sich eine Geschichte, die weit über Trödelshows und Kochsendungen hinausgeht.

Horst Lichter während der NDR-Talkshow in den NDR-Studios am 1. November 2024 in Hamburg. | Quelle: Getty Images
Schon früh entdeckte Lichter seine Waffe gegen die Härten des Alltags: den Humor. Wer lachen macht, wird nicht ausgegrenzt – das lernte er als Kind und trug es bis ins Erwachsenenleben, auf die Bühne, vor die Kamera und schließlich in die dunkelsten Phasen seines Lebens.
Dass hinter der Frohnatur auch tiefe Wunden stecken, machte Lichter in einem offenherzigen Interview deutlich, in dem er über sein Buch „Keine Zeit für Arschlöcher" sprach. Der Titel klang provokant und sorgte sofort für Wirbel – Anwälte wurden auf den Plan gerufen, manche Menschen fühlten sich persönlich gemeint und reagierten mit Beschwerden.
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Lichter selbst reagierte trocken: Der Satz stamme aus seinen Bühnenauftritten und habe einen ganz anderen Hintergrund. Sein Vater starb in fast demselben Alter, in dem Horst sich damals befand – wer so wenig Zeit hat, kann sie nicht mit den Falschen verschwenden. Das Buch wurde trotz aller Aufregung ein Erfolg: Lichter selbst sagt, wer es liest, lege es am Ende nachdenklich weg – nach Lachen und Weinen in einem Zug.
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Doch es war ein ganz konkreter Schicksalsschlag, der alles veränderte. „Als vor zwei Jahren meine Mutter verstarb, hat mich das für mein Leben verändert. Das hat alles auf den Kopf gestellt – und zwar ganz böse. Ein dreiviertel Jahr habe ich kämpfen müssen, um dahin zu kommen, wohin ich wollte", erzählte er in einem der seltenen Momente, in denen er den Clown ablegte.

19. April 2021, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der Koch und Moderator Horst Lichter im Savoy Hotel. | Quelle: Getty Images
Er hatte sich zum ersten Mal in seinem Leben zweieinhalb Monate Urlaub gegönnt – frei geplant, lang ersehnt:
„Am ersten freien Tag aber sagte meine Mutter, dass bei ihr ein Tumor gefunden wurde. Und zwei Tage vor dem Ende des Urlaubs stirbt sie in meinen Armen. Das verändert dich komplett. Das haut dich einfach um."
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Lichter ließ seine Mutter in diesen letzten Monaten nicht allein. „Als ich meine Mutter begleitet habe, beim Entdecken des Krebses bis zum Tod, da war ich die Monate bei ihr", sagte er. Trotz Kritik aus seinem Umfeld, das ihm riet, auch an sich selbst zu denken, blieb er an ihrer Seite – bis zum Ende.
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Danach war nichts mehr wie zuvor. Obwohl er schnell wieder vor die Kamera trat, dauerte es fast neun Monate, bis er wieder klare Entscheidungen treffen konnte. Dann kam der Moment, der alles auf den Punkt brachte:
„Ist jetzt gut, ich kündige alles."
Ein Satz wie eine Befreiung – und genau das war er auch.
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Lichter räumte auf – und behielt, was zählte. Auch „Bares für Rares" hatte er einst gegen alle Widerstände durchgekämpft:
„Das Einzige, was ich machen wollte, war nur ein Pilot, wo alle gesagt haben, das funktioniert nicht. Selbst der Intendant damals, den ich überredet habe für diesen Piloten Bares für Rares, sagte: ‚Horst, komm! Trödel funktioniert nicht im Fernsehen'."
Heute ist die Sendung eine der erfolgreichsten im ZDF – und ein Beweis dafür, dass Lichter schon immer besser wusste, was funktioniert, als die meisten um ihn herum.
Was bleibt, ist ein Mann, der gelernt hat, Schmerz in Klarheit zu verwandeln. Einer, der weiß, dass echte Stärke nicht darin liegt, niemals zu weinen – sondern darin, danach wieder aufzustehen, weiterzumachen und das Leben bewusst in die eigene Hand zu nehmen.
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