
Die deutsche Schlagersängerin Monika Herz im Studio in Ost-Berlin (?), DDR um 1975 | Quelle: Getty Images
„Zuerst brach in mir eine Welt zusammen“: Monika Herz spricht über ihre unheilbare Diagnose
Über viele Jahrzehnte stand Monika Herz für Leichtigkeit, Melodie und Verlässlichkeit auf der Bühne. Ihre Stimme gehört für viele bis heute zu den bekanntesten der ostdeutschen Unterhaltung. Umso persönlicher ist das, was die Sängerin nun öffentlich macht: Hinter ihr liegt eine Zeit voller Unsicherheit, medizinischer Fragen und wachsender Sorge um den eigenen Körper.
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Denn lange wusste Monika Herz nicht, was hinter ihren Beschwerden steckt. Es gab gesundheitliche Probleme, aber keine klare Erklärung. Erst als ihr Hausarzt sie zu einem Neurologen schickte, bekam das diffuse Unwohlsein einen Namen. Die Diagnose lautet Parkinson im Frühstadium – eine Nachricht, die die 74-Jährige nach eigenen Worten zunächst hart traf.
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„Ich hätte mit vielem gerechnet, aber nicht damit. Zuerst brach in mir eine Welt zusammen“, sagte Monika Herz der SuperIllu. Die Krankheit ist heute noch unheilbar. Gerade deshalb dürfte die erste Reaktion nicht nur ein medizinischer Schock gewesen sein, sondern auch die Konfrontation mit einer Zukunft, die plötzlich anders aussieht als gedacht.
Bemerkenswert ist jedoch, dass Monika Herz nicht bei dieser ersten Erschütterung stehen blieb. Nach der Phase des Zusammenbruchs kam offenbar etwas, womit sie selbst vielleicht zunächst nicht gerechnet hatte: Erleichterung. Nicht wegen der Diagnose selbst, sondern weil das Rätseln endlich ein Ende hatte. Jahrelange Unsicherheit, die sich in vielen Fällen mindestens genauso belastend anfühlt wie eine klare Antwort, wich der Gewissheit. Die Krankheit ist ernst – aber sie ist benannt.
Genau diese Wendung verleiht ihrer Schilderung etwas Unerwartetes. Denn sie beschreibt die Diagnose nicht nur als Verlust, sondern auch als Entlastung. Endlich gab es eine Erklärung für das, was ihr Körper ihr schon länger signalisiert hatte. Zugleich wird daran sichtbar, wie groß die Verunsicherung in den Monaten oder Jahren davor gewesen sein muss. Solange Beschwerden keinen Namen haben, bleibt vieles offen – und genau das kann Menschen zermürben. Sie verriet:
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„Dann habe ich die Diagnose angenommen. Und ich gebe zu: Ich war auch erleichtert, dass ich endlich eine Erklärung für meine Probleme hatte. Das war wie eine Befreiung.“
Dass Monika Herz nun bewusst selbst an die Öffentlichkeit geht, ist ebenfalls kein Zufall. Sie will offenbar nicht zulassen, dass andere über sie sprechen, bevor sie es selbst tut. Gerüchte, Spekulationen oder halb wahre Erklärungen sollen gar nicht erst entstehen. Stattdessen entscheidet sie sich für einen offenen Umgang mit ihrer Lage.
Dabei fällt auf, dass sie trotz der Diagnose keinen Rückzug ankündigt. Im Gegenteil: Monika Herz plant ihre Rückkehr auf die Bühne. Gemeinsam mit ihrem Sohn David, mit dem sie seit mehr als 20 Jahren als Duo auftritt, hat sie zwei Konzerte in der Adventszeit zugesagt.
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Für sie ist das mehr als ein beruflicher Terminplan. Es ist ein Zeichen, dass die Krankheit ihr Leben verändern mag, aber nicht vollständig bestimmen soll. Nach eigener Aussage bereitet sie sich bereits darauf vor und singt schon jetzt Weihnachtslieder.
Diese Haltung passt zu einer Künstlerin, die sich in ihrem Leben mehrfach neu orientieren musste. Monika Herz, geboren am 12. Juli 1951 in Letschin im Oderbruch als Monika Schmidt, begann ihre Karriere Ende der 1960er-Jahre nach einer Teilnahme an Heinz Quermanns Talentshow „Herzklopfen kostenlos“. Spätestens mit dem Titel „Kleiner Vogel“ aus dem Jahr 1977 wurde sie zu einem der bekanntesten Gesichter der DDR-Unterhaltung und war in Sendungen wie „Ein Kessel Buntes“ regelmäßig präsent.
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Nach der Wende wurde es zunächst ruhiger um sie. Sie konzentrierte sich stärker auf ihr Privatleben und ihre Rolle als Mutter. Die Verbindung zur Musik blieb jedoch bestehen. Seit 2002 steht sie gemeinsam mit ihrem Sohn David wieder auf der Bühne. Diese enge künstlerische Zusammenarbeit bekommt nun eine zusätzliche Bedeutung, weil sie ihr auch in gesundheitlich schwierigen Zeiten Halt und Zielrichtung geben dürfte.
Hinzu kommt, dass die Diagnose in eine ohnehin schwere Lebensphase fällt. Im Februar 2024 verlor Monika Herz ihren Ehemann Dieter Frikell. Dieser persönliche Schicksalsschlag liegt noch nicht lange zurück. Umso eindrucksvoller ist es, dass sie sich nun nicht zurückzieht, sondern trotz neuer gesundheitlicher Belastung einen Weg nach vorn sucht.
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