
„Alle fünf Tage wurde die Schule gewechselt“: Deshalb hat Anna-Carina Woitschack als Kind über 400 Schulen besucht
Wenn Anna-Carina Woitschack heute über das Tanzparkett von „Let’s Dance“ schwebt, wirkt sie wie eine Künstlerin, die das Rampenlicht gewohnt ist. Tatsächlich steht die 33-Jährige seit ihrer Jugend auf Bühnen. Doch der Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich – und begann nicht in Castingstudios oder Musikschulen, sondern in einem Wohnwagen.
Bevor sie sich als Schlagersängerin etablierte und bei „Deutschland sucht den Superstar“ erstmals einem Millionenpublikum vorstellte, war ihr Alltag geprägt von Ortswechseln, Auf- und Abbau und einem Leben auf Reisen. Die Familie Woitschack betreibt seit rund 300 Jahren ein Marionettentheater – inzwischen in der achten Generation. Mutter Antonie und Vater Wendolin stehen bis heute mit ihren Figuren auf der Bühne.
Für ihre Tochter bedeutete das eine Kindheit zwischen Kulissen, Puppen und Autobahnraststätten. Statt eines festen Kinderzimmers gab es einen Wohnwagen, statt eines beständigen Freundeskreises ständig neue Gesichter. Und vor allem: immer wieder neue Schulen.
Im Gespräch mit RTL-Moderatorin Steffi Brungs erklärte Woitschack, sie habe im Laufe ihrer Schulzeit über 400 verschiedene Schulen besucht:
„Nicht, weil ich so schlecht in der Schule war, sondern weil ich ja in einem Puppentheater groß geworden bin. [...] Wir sind wirklich jede Woche in einer anderen Stadt gewesen und das hieß für mich: Alle fünf Tage wurde die Schule gewechselt“
Eine Zahl, die zunächst ungläubiges Staunen auslöst. Der Grund sei jedoch nicht mangelnde Disziplin oder schlechte Leistungen gewesen, sondern der Lebensstil der Familie.
Dieser Rhythmus bedeutete für das Kind Anna-Carina: Kaum angekommen, schon wieder Abschied nehmen. Neue Lehrer, neue Klassenräume, neue Mitschüler – im Wochentakt. Eine feste schulische Routine war kaum möglich. Während andere Kinder sich langsam in ihrem Umfeld einlebten, lernte sie, sich schnell anzupassen.
Die langen Autofahrten zwischen den Spielorten prägten die Familie zusätzlich. Stunden auf der Straße wurden mit einfachen Spielen überbrückt. Gegenüber „Schlager.de“ erinnerte sich Woitschack daran, wie sie und ihr Bruder während der Fahrten „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Nummernschilder raten“ spielten.
Sie gesteht: „Manchmal mache ich das auch heute noch, einfach aus Nostalgie und um die Zeit zu vertreiben. Es sind schöne Erinnerungen, die ich gerne in Ehren halte, und es ist auch eine tolle Art, sich unterwegs die Zeit zu vertreiben.“
Dass sie heute selbst Künstlerin ist, erscheint vor diesem Hintergrund beinahe folgerichtig. Schon als Jugendliche stand sie im Scheinwerferlicht, zunächst als Puppenspielerin im Familienbetrieb, später als Kandidatin bei „Deutschland sucht den Superstar“. Dort stellte sie sich mit 17 Jahren vor und machte erstmals bundesweit auf sich aufmerksam.
Nun folgt mit „Let’s Dance“ die nächste große TV-Bühne. Neben 13 weiteren Prominenten will sie zeigen, dass sie nicht nur musikalisch, sondern auch tänzerisch überzeugen kann. Ihre Bühnenerfahrung spricht zumindest schon mal auf jeden Fall für sie.
Kurz vor dem Start der 19. Staffel sorgte allerdings auch ihr Privatleben für Schlagzeilen: Woitschack gab die Trennung von ihrem Partner bekannt. Ein weiterer Einschnitt – doch wer gelernt hat, sich alle fünf Tage neu einzufinden, dürfte auch mit Veränderungen im Erwachsenenleben umgehen können.
Anna-Carina Woitschacks Kindheit war alles andere als gewöhnlich. Über 400 Schulen, ein Leben im Wohnwagen, eine Bühne als Spielplatz. Heute wirkt vieles glamourös. Doch hinter dem Glitzer verbirgt sich eine Biografie, die von Bewegung, Anpassung und familiärer Tradition geprägt ist – und die erklärt, warum sie sich auf jeder Bühne schnell zu Hause fühlt.
