
„Ich heirate eine Familie“: Deshalb gab es nie eine Fortsetzung
Für viele Zuschauer gehört „Ich heirate eine Familie“ bis heute zu den Serien, die man immer wieder gern einschaltet – warmherzig, humorvoll und ein Stück Fernsehgeschichte. Zwischen 1983 und 1986 begeisterten Angi, Werner und ihre Patchworkfamilie ein Millionenpublikum.
Obwohl die Serie lediglich aus 14 Folgen besteht, hat sie Kultstatus erreicht und kommt regelmäßig in Wiederholungen ins Programm. Doch warum wurde diese beliebte Familiengeschichte nie weitererzählt?

Familie Schumann aus der Fernsehserie 'Ich heirate eine Familie': Mutter Angi (Thekla Carola Wied), Vater Werner (Peter Weck), Tochter Tanja (Julia Biedermann) und die Söhne Markus (Timmo Niesner, hinten) und Tom (Tarek Helmy) | Quelle: Getty Images
Ein Neustart war geplant – doch einer stellte sich quer
Tatsächlich gab es Überlegungen, die Serie etwa zehn Jahre später fortzusetzen. Der Gedanke: Aus der liebgewonnenen Patchworkfamilie wären inzwischen Großeltern geworden, und ihr Leben hätte neuen Stoff für eine Fortsetzung geboten. Doch einer der wichtigsten Köpfe hinter der Serie wollte davon nichts wissen – Hauptdarsteller und Regisseur Peter Weck. In einem Interview verriet er:
„Man wollte zehn Jahre später eine Fortsetzung – als Großeltern. Aber ich sagte: Wenn das schon eine Kultserie ist, dann lassen wir sie so.“
Weck handelte damit nach einem Prinzip, das viele Künstlerinnen und Künstler teilen: Lieber ein starkes Ende setzen, als später treue Fans zu enttäuschen. Die Sorge, eine Neuauflage könne den Zauber der Originalserie zerstören, war ihm offenbar zu groß.

Cast von "Ich heirate eine Familie" | Quelle: Getty Images
Eine Kultserie, die beinahe ganz anders geworden wäre
Interessant ist, dass Peter Weck ursprünglich gar nicht für die Rolle des Werner Schumann vorgesehen war. Die Rolle sollte eigentlich Harald Juhnke übernehmen. Doch das ZDF zweifelte daran, ob er den Anforderungen gewachsen sei. Weck erinnert sich: „Es gab aber Bedenken vom ZDF, ob er durchhält.“
Auch seine eigenen Vorschläge für eine andere Besetzung stießen auf Ablehnung. Schließlich drängte man ihn selbst dazu, die Rolle anzunehmen – obwohl das bedeutete, zugleich Regie zu führen. Zunächst sagte er halbherzig zu, nur „für einen Tag“. Doch aus diesem Tag wurde eine dauerhafte Doppelrolle, die er später als große kreative Bereicherung empfand.
Sein Fazit nach all den Jahren: Die Kombination aus Schauspiel und Regie habe ihm „einen Riesenspaß“ gemacht – und rückblickend ist klar: Ohne ihn wäre die Serie kaum das geworden, was sie heute ist.

Cast von "Ich heirate eine Familie" | Quelle: Getty Images
Ein Star, der Fernsehgeschichte schrieb
Auch jenseits der Serie hat Peter Weck eine beeindruckende Karriere hinter sich. Er stand mit Romy Schneider in „Sissi“ vor der Kamera, prägte das deutsche Theater und arbeitete als Regisseur und Intendant. Heute ist er 95 Jahre alt und seit einem Schlaganfall 2022 auf den Rollstuhl angewiesen, doch seinen Optimismus hat er nicht verloren.
Sein Alter bezeichnete er einst als „dankbares Geschenk!“ Seine lebenslange Neugier und sein Herzblut seien stets sein Antrieb gewesen – Qualitäten, die man ihm bis heute anmerkt.

Cast von "Ich heirate eine Familie" | Quelle: Getty Images
Warum die Serie bis heute unvergessen ist
Vielleicht liegt das Geheimnis darin, dass „Ich heirate eine Familie“ genau im richtigen Moment endete. Keine Fortsetzung, kein verzweifeltes Festhalten an etwas, das Erfolg brachte – nur eine Serie, die mit Wärme, Humor und viel Charme erzählt wurde und bis heute nachwirkt. Manchmal ist das Schönste eben das, was unverändert bleibt.
