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Ein Schild im Gedenken an den kleinen Fabian | Quelle: Getty Images
Ein Schild im Gedenken an den kleinen Fabian | Quelle: Getty Images

Die Autopsieergebnisse haben gezeigt, wie Fabian (8) gestorben ist

Tetiana Sukhachova
16. Okt. 2025 - 13:46

Güstrow – Es ist die Nachricht, vor der ganz Mecklenburg-Vorpommern gezittert hat. Nun steht fest: Der kleine Fabian L. (†8) aus Güstrow ist gewaltsam ums Leben gekommen. Nach der Obduktion bestätigte die Staatsanwaltschaft Rostock, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

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16. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Ein Wasserloch in einem Feld in der Nähe von Klein Upahl, wo die Polizei am Vortag intensiv nach Beweisen gesucht hatte. | Quelle: Getty Images

16. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Ein Wasserloch in einem Feld in der Nähe von Klein Upahl, wo die Polizei am Vortag intensiv nach Beweisen gesucht hatte. | Quelle: Getty Images

Hoffnung wich furchtbarer Gewissheit

Seit Freitag vergangener Woche war Fabian spurlos verschwunden. Seine Mutter hatte ihn am Abend als vermisst gemeldet, nachdem er nicht wie verabredet nach Hause gekommen war. Was folgte, war eine der größten Suchaktionen der vergangenen Jahre in der Region: Polizei, Feuerwehr, Hunderte freiwillige Helferinnen und Helfer suchten tagelang nach dem Jungen.

Mit Hunden, Drohnen und Plakaten wurde jedes mögliche Gebiet rund um Güstrow durchkämmt. Eine Spur führte kurzzeitig in einen Wald bei Zehna, doch dort verlor sich Fabians Fährte erneut. Am Montag dann ein Hoffnungsschimmer – und zugleich ein Vorbote des Schreckens: Mehrere Leichenspürhunde schlugen am Ufer des Inselsees an. Taucher suchten das Gewässer stundenlang ab, fanden aber nichts.

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16. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Die Bushaltestelle in Klein Upahl. | Quelle: Getty Images

16. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Die Bushaltestelle in Klein Upahl. | Quelle: Getty Images

Ein schrecklicher Fund

Am Dienstagvormittag entdeckte schließlich eine Spaziergängerin in einem abgelegenen Feld bei Klein Upahl, rund 15 Kilometer von Fabians Zuhause entfernt, eine Kinderleiche. Sofort alarmierte sie die Polizei. Noch am selben Tag sperrten die Ermittler das Areal großflächig ab und begannen mit der Spurensicherung.

Die traurige Gewissheit kam nur wenig später: Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den vermissten Achtjährigen. Am Mittwoch sollten Angehörige den Jungen eigentlich identifizieren, doch sie sahen sich dazu nicht imstande. Die Angehörigen sollen laut Staatsanwaltschaftssprecher Harald Nowak aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt haben, die Identifikation selber durchzuführen. Nun soll ein DNA-Test endgültige Klarheit bringen – das Ergebnis wird für Freitag erwartet.

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Am Leichnam sollen Spuren festgestellt worden sein, die den Schluss zulassen, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, heißt es nun von Seiten der Behörden. Weitere Details zu den genauen Verletzungen oder den Umständen des Todes wollen die Ermittler derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlichen.

15. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Vor der Marienkirche stehen Grablichter, Blumen und Kuscheltiere zum Gedenken an den vermissten achtjährigen Fabian. | Quelle: Getty Images

15. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Vor der Marienkirche stehen Grablichter, Blumen und Kuscheltiere zum Gedenken an den vermissten achtjährigen Fabian. | Quelle: Getty Images

Wurde Fabian hier zum letzten Mal gesehen?

In den Medien kam immer wieder die Bushaltestelle an der Eisenbahnstraße auf. Hier, zwischen einem kleinen Dönerimbiss und einem Laubhaufen auf dem Gehweg, könnte Fabian (†8) zuletzt gesehen worden sein – an jenem Freitag, an dem er spurlos verschwand.

Imbissbetreiber Ahmet Bilbaj (55) erinnert sich gut an diesen Nachmittag. Ein Junge, den er für Fabian halte, habe vor seinem Laden im Herbstlaub gespielt, erzählt er. „Bei der Uhrzeit bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Es war aber auf jeden Fall noch hell“, sagt Bilbaj.

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Er sei nach draußen gegangen und habe den Jungen freundlich ermahnt, weil er das Laub mit den Füßen auf dem Gehweg verteilt habe. Auf der Bank an der Haltestelle habe eine Frau mit zwei kleinen Mädchen gesessen. „Ich dachte, das wäre seine Mutter. Ich habe ihm gesagt, er soll zu seiner Mama gehen“, berichtet der Mann. Erst später habe er gemerkt, dass der Junge offenbar nicht zu der Frau gehörte.

14. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Ein Polizeifahrzeug passiert die Absperrung auf dem Weg zu der Stelle, an der die Leiche eines Kindes gefunden wurde.  | Quelle: Getty Images

14. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Klein Upahl: Ein Polizeifahrzeug passiert die Absperrung auf dem Weg zu der Stelle, an der die Leiche eines Kindes gefunden wurde. | Quelle: Getty Images

Wenige Minuten danach fuhr ein blauer Bus vor. Als Bilbaj wieder hinausschaute, war der Junge verschwunden.

Die Spur verliert sich an der Bushaltestelle

Die Dönerbude liegt nur zehn Gehminuten von Fabians Zuhause entfernt – und nur wenige Minuten vom zentralen Omnibusbahnhof Güstrow. Genau bis dorthin hatten die Spürhunde der Polizei Fabians Spur verfolgen können. Danach verlor sie sich – direkt in der Nähe der Eisenbahnstraße.

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Ob der Junge tatsächlich hier in einen Bus gestiegen ist, ist bislang unklar. Doch die Möglichkeit liegt nahe. Eine der Linien, die an dieser Haltestelle hält, fährt in nur 15 Minuten nach Zehna. Dort lebt Fabians Vater.

Tatsächlich prüfte die Polizei früh, ob Fabian mit dem Bus unterwegs gewesen sein könnte. Laut Medienberichten schlug sogar ein Rettungshund an einer Haltestelle in der Nähe des väterlichen Wohnortes an.

14. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Bei der Suche nach dem vermissten achtjährigen Fabian wird das Ufergebiet des Inselsees mit Schlauchbooten, Tauchern und Rettungskräften in Watstiefeln abgesucht. | Quelle: Getty Images

14. Oktober 2025, Mecklenburg-Vorpommern, Güstrow: Bei der Suche nach dem vermissten achtjährigen Fabian wird das Ufergebiet des Inselsees mit Schlauchbooten, Tauchern und Rettungskräften in Watstiefeln abgesucht. | Quelle: Getty Images

Polizei ermittelt unter Hochdruck

Seit dem grausamen Fund arbeitet ein großes Team von Ermittlern rund um die Uhr an der Aufklärung. Spürhunde waren erneut im Einsatz, das Gelände wurde bis ins kleinste Detail untersucht. Noch gibt es keinen Tatverdächtigen, doch die Beamten prüfen alle Spuren.

Die Nachricht von Fabians Tod hat Güstrow tief erschüttert. Viele Menschen legten Kerzen und Stofftiere vor der Kirche nieder – Zeichen stiller Trauer und Mitgefühl mit der Familie.

Während die Ermittlungen weiterlaufen, bleibt eine ganze Stadt in Sorge und Hoffnung vereint: dass der Täter gefunden wird und Fabian Gerechtigkeit erfährt.

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