
SunExpress-Flugzeug | Quelle: Getty Images
Über eine Stunde bei Gluthitze im Flieger festgesessen – mehrere Passagiere kollabieren am Frankfurter Flughafen
Was als Start in den Sommerurlaub gedacht war, wurde für zahlreiche Reisende zum Albtraum. In einem aufgeheizten Flugzeug spielten sich dramatische Szenen ab – und am Ende musste die Polizei anrücken.
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Deutschland erlebt derzeit eine außergewöhnliche Hitzewelle. Kein Juni war seit Beginn der Wetteraufzeichnungen so lange so heiß wie dieser. Besonders im Süden und Südwesten spitzt sich die Lage zu.

Eine Boeing 737-8HC der SunExpress hebt am 28. Dezember 2025 vom Flughafen Barcelona-El Prat in Barcelona, Spanien, ab. | Quelle: Getty Images
Klimatologe Dr. Karsten Brandt spricht von einem Rekord: 15 Tage in Folge über 28 Grad – nach seinen Worten die längste Hitzewelle der Geschichte im Monat Juni. Auch der Deutsche Wetterdienst spricht inzwischen von „extremer Hitze". Zum Wochenende könnten die Temperaturen vielerorts an die 40-Grad-Marke klettern.
Wie gefährlich diese Hitze werden kann, zeigte sich am vergangenen Wochenende auf besonders dramatische Weise am Frankfurter Flughafen.

Eine junge Frau hält irgendwo auf den Straßen der Stadt ein Thermometer in der Hand, das hohe Temperaturen anzeigt | Quelle: Getty Images
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Dort sollte am Sonntagnachmittag die rund sieben Jahre alte Boeing 737 der Airline SunExpress vom Gate C13 abheben. Flug XQ147 sollte die Urlauber um 13.55 Uhr an die Strände von Antalya in der Türkei bringen. An Bord befanden sich 189 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder.
Doch es kam anders. Die Klimaanlage der Maschine konnte nicht richtig betrieben werden, weil das Hilfsaggregat – die sogenannte APU – defekt war. Trotzdem ließ die Airline die Gäste weiter einsteigen.

Nahaufnahme eines jungen Mannes, der sich an einem extrem heißen Nachmittag den Kopf mit einem Tuch bedeckt und eine schwarze Sonnenbrille trägt, während er Wasser aus einer Plastikflasche trinkt. | Quelle: Getty Images
Bei Außentemperaturen von rund 34 Grad heizte sich das Flugzeug immer weiter auf. Ein Passagier schätzte die Temperatur im Inneren auf über 50 Grad. Die Maschine wurde zur Falle.
Familien mit Kindern saßen über eine Stunde lang in der glühenden Kabine fest. Mehrere Fluggäste klagten über Unwohlsein, einige erlitten Kreislaufprobleme. Was die Betroffenen schilderten, lässt das Ausmaß der Dramatik erahnen.
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Im Fenster eines Terminals am Frankfurter Flughafen hängt ein Metallschild mit der Aufschrift „Airport“ | Quelle: Getty Images
Petar Petric, der mit seiner Familie an Bord saß, beschrieb die Situation gegenüber RTL drastisch:
„Wir wurden ohne Klima bei 56 Grad über 2 Stunden im Flieger vor Start festgehalten. Kinder und Babys sind in Ohnmacht gefallen, Leute hatten Panikattacken. Erst mehrere Notrufe bei der Polizei bewirkten am Ende das ‚Freilassen'."
In ihrer Verzweiflung wählten mehrere Passagiere schließlich den Notruf. Gegen 15.15 Uhr löste die Polizei einen Rettungseinsatz auf dem Vorfeld aus. Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei rückten an.

Junge Frau, die unter der heißen Sommersonne frisches Wasser aus einer Plastikflasche trinkt | Quelle: Getty Images
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Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz:
„Rettungskräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei waren am gestrigen Sonntagnachmittag (21. Juni 2026) auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens im Einsatz, nachdem mehrere Personen in einem Flugzeug über hitzebedingte Beschwerden geklagt hatten."
Die Einsatzkräfte holten zunächst die Babys und Kinder aus der Maschine, dann die übrigen Reisenden. Mehrere Personen mussten medizinisch versorgt werden. Bilder von Bord zeigen Menschen mit geröteten Gesichtern, die sich Luft zufächern.
SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, bestätigte den technischen Defekt am Hilfsaggregat. Eine Sprecherin räumte gegenüber RTL ein:
„Leider benötigten einige Fluggäste medizinische Betreuung."
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Warum die Crew die Passagiere erst herausließ, als die Lage bereits eskaliert war, blieb zunächst offen. Die Airline entschuldigte sich später in aller Form und kündigte an, den gesamten Ablauf gründlich zu prüfen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.
Mit mehreren Stunden Verspätung hob die Maschine schließlich Richtung Antalya ab.
Der Vorfall steht sinnbildlich für die Belastungen, die die aktuelle Hitzewelle mit sich bringt. In Frankfurt behandelten die Kliniken zuletzt zahlreiche hitzebedingte Notfälle, darunter auch Schlaganfälle und Kreislaufzusammenbrüche. Die hessischen Unikliniken sehen sich nach eigenen Angaben gut gerüstet und haben ihre Vorräte an Infusionslösungen aufgestockt.
Ärzte warnen besonders vor Sonnenstichen und Austrocknung. Gefährdet sind vor allem Kinder und ältere Menschen. Während ein Sonnenstich bis zu Bewusstseinsstörungen führen kann, leiden Senioren bei langer Hitze häufig unter Flüssigkeitsmangel.
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Auch abseits der Gesundheit wächst die Gefahr. Die anhaltende Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr weiter steigen. Für die kommenden Tage erwartet der Wetterdienst in vielen Regionen des Südens eine hohe Gefahr, in Teilen Brandenburgs sogar die höchste Warnstufe – trockene Vegetation und heiße Winde können Brände rasant ausbreiten.
Ein Ende der extremen Temperaturen ist vorerst nicht in Sicht. Der Vorfall in Frankfurt dürfte daher eine eindringliche Mahnung sein, die Risiken dieser Rekord-Hitze ernst zu nehmen.
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