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Feuerwehr | Quelle: Getty Images
Feuerwehr | Quelle: Getty Images

Horror in Menden: Barfußkind rennt durch den Schnee – fünf weitere Kinder gefunden und gerettet

Nataliia Shubina
14. Jan. 2026 - 17:13

Ein erschütternder Vorfall im sauerländischen Menden hat am Freitag bundesweit Entsetzen ausgelöst. Bei eisigen Temperaturen lief ein kleines Kind barfuß und nur leicht bekleidet durch den Schnee. Ein aufmerksamer Autofahrer bemerkte die Situation, zögerte nicht und alarmierte die Polizei. Dieser Anruf sollte für sechs Kinder lebensverändernd werden.

Gegen 14.50 Uhr trafen Einsatzkräfte an einem Wohnhaus in Menden ein. Das barfüßige Kind, ein etwa zweijähriger Junge, war zuvor von der Straße in ein Zweifamilienhaus gelaufen. Was die Polizei dort vorfand, beschreiben die Behörden später als schwer fassbar: In einer Wohnung befanden sich fünf weitere Kinder, drei Mädchen und drei Jungen im Alter von zwei bis elf Jahren, in einem deutlich verwahrlosten Zustand.

09. Januar 2026, Nordrhein-Westfalen, Menden: Rettungskräfte stehen vor einem Haus, nachdem dort Kinder in einem verwahrlosten Zustand aufgefunden wurden. | Quelle: Getty Images

09. Januar 2026, Nordrhein-Westfalen, Menden: Rettungskräfte stehen vor einem Haus, nachdem dort Kinder in einem verwahrlosten Zustand aufgefunden wurden. | Quelle: Getty Images

Nach Angaben der Polizei lagen die Kinder nahezu regungslos auf einem Bett. Die Situation machte sofortiges Handeln erforderlich. Alle sechs Kinder wurden noch vor Ort medizinisch versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellten Ärztinnen und Ärzte fest, dass die Kinder zwar altersgerecht entwickelt sind und keine Anzeichen körperlicher Misshandlung aufweisen, sich jedoch in einem vernachlässigten Zustand befanden.

Besonders erschütternd waren die Zustände in der Wohnung. Sechs Kinder im Alter von 2 bis 11 Jahren wurden am Freitag gegen 14.50 Uhr aus einer Wohnung in Menden gerettet. Sie waren in einem völlig verwahrlosten Zustand. Als die Polizei die Wohnung betrat, lag nach BILD-Informationen ein beißender Geruch in der Luft.

Die Beamten betraten die Wohnung nur mit Atemschutzgeräten und OP-Masken. Auch die Feuerwehr war im Einsatz und setzte einen Lüfter ein, um die Luft in den Räumen auszutauschen. Zeitweise bestand der Verdacht auf einen gesundheitsschädlichen Stoff, der sich jedoch nicht bestätigte.

Nach Angaben von WDR und Polizei lebten in der Wohnung auch mehrere Tiere. Drei Hunde sowie weitere Haustiere wurden später von Tierschützern in Obhut genommen. Zwar handelte es sich laut Behörden nicht um einen klassischen Messi-Haushalt, dennoch war die Wohnung stark vermüllt und für Kinder völlig ungeeignet.

Während des laufenden Einsatzes kehrte die Mutter der Kinder zur Wohnung zurück. Sie war zuvor nicht anwesend gewesen. Die Polizei vernahm die Frau noch am selben Tag. In der Wohnung fanden die Beamten Betäubungsmittel.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass eine kleine Menge Cannabis sowie weitere kristalline Substanzen sichergestellt wurden. Nach Medienberichten sollen die Mengen über dem Eigenbedarf gelegen haben. Die genaue Art und Menge der Drogen steht laut Staatsanwaltschaft jedoch derzeit nicht im Vordergrund.

Gegen beide Elternteile wird nun wegen des Verdachts der Kindeswohlgefährdung sowie wegen Besitzes von Betäubungsmitteln ermittelt. Der Vater der Kinder war zum Zeitpunkt des Einsatzes nicht auffindbar und ist bislang nicht erschienen. Die Mutter wurde nach der Befragung wieder auf freien Fuß gesetzt, da keine Haftgründe vorlagen.

Die Stadt Menden und die Staatsanwaltschaft teilten am Samstag mit, dass alle Kinder das Krankenhaus inzwischen verlassen konnten. Sie wurden durch das Jugendamt in sichere Obhut genommen. Über ihren genauen Aufenthaltsort oder ihren weiteren Zustand werden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Angaben gemacht.

Mendens Bürgermeisterin Manuela Schmidt verschaffte sich persönlich ein Bild von der Lage. Sie betonte: „Wichtig ist mir vor allem, dass die Kinder wohlauf sind und zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebten.“ Zugleich kündigte sie eine umfassende Aufarbeitung des Falls in enger Abstimmung mit Polizei und Jugendamt an.

Besonderen Dank richteten Stadt und Polizei an den Autofahrer, der nicht wegsah. Sein Anruf verhinderte möglicherweise Schlimmeres. Der Fall zeigt eindringlich, wie wichtig Aufmerksamkeit und Zivilcourage sind – und wie schnell ein einzelnes Handeln Leben schützen kann.

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