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Sarah Connor | Quelle: Getty Images
Sarah Connor | Quelle: Getty Images

Starke Stimme, weiches Herz: Sarah Connor spricht über Hass, Liebe und das Leben im Wandel

Tetiana Sukhachova
27. Mai 2025 - 13:26

Starke Stimme, weiches Herz: Sarah Connor spricht über Hass, Liebe und das Leben im Wandel.

In ihren neuen Songs öffnet Sarah Connor ihr Herz. Sie singt über Beziehungen, über ihre Kinder – und auch über die Schattenseiten des digitalen Zeitalters. Am Freitagabend war sie zu Gast in der Talkshow 3nach9 und sprach dort ehrlich, klar und mit viel Gefühl über das, was sie bewegt.

Zurück im Rampenlicht – mit einer Botschaft

Sarah Connor (44) ist wieder da – mit ihrer einzigartigen Stimme und einem neuen Album im Gepäck: Freigeist. Bei 3nach9, der Talkshow von Radio Bremen, präsentierte sie unter anderem ihren neuen Song „Ficka“ – ein kraftvoller Titel, der im Radio in einer entschärften Version unter dem Namen „Spinner“ läuft. Der Inhalt bleibt jedoch gleich: Es geht um Mut, um Haltung – und um den Kampf gegen Hass im Netz.

Ein Lied gegen das Schweigen

Sarah hat viel erlebt. Als Frau im Rampenlicht war sie jahrelang immer wieder Zielscheibe von verletzender Kritik: zu dick, zu dünn, operiert – nichts blieb unkommentiert. Und irgendwann war es ihr einfach zu viel.

„Ich mache das jetzt 25 Jahre“, erzählte sie in der Sendung. „Früher gab es Zeitungen, irgendwelche Klatschblätter, und da konntest du dich entscheiden, die nicht zu lesen. Aber heute hat jeder sein Handy dabei, du bist auf Social Media. Und die Art und Weise, wie da ganz anonym so Gedankenrotz über einen gekippt wird von gar keinen richtigen Menschen, sondern irgendwelchen Gestalten, das hat mich genervt.“ Auf der Straße werde sie nie so angegangen – doch online sei der Ton oft erschreckend entmenschlicht. Sogar menschenverachtende Drohungen musste sie lesen. Besonders auffällig sei, so Connor, wie oft solche Angriffe aus dem politischen rechten Spektrum kämen.

Mehr Liebe als Hass

Trotzdem bleibt Sarah bei sich – und bei ihrer Botschaft: „[...] natürlich gibt es nicht nur Hass. Es gibt sogar viel mehr Liebe.“ Doch sie weiß auch, wie verletzend solche Worte sein können – vor allem für Menschen, die nicht so gefestigt sind. Sie selbst habe eine sehr dicke Haut, sagte sie. Um die Lyrics für „Ficka“ zu schreiben, brauchte sie nur ihr TikTok-Profil zu öffnen – und die automatisch ausgefilterten Hasskommentare zu lesen. Keine fünf Minuten später war der Songtext fertig.

Privates bleibt privat

Ihr Familienleben hält Sarah Connor konsequent aus den sozialen Netzwerken heraus. „Ich entziehe mich total“, sagte sie offen. Zwar tritt sie öffentlich auf, zieht sich danach aber ganz bewusst ins Private zurück. „Das Gute, dass ich gemerkt habe: Ich kann heute mein eigenes Narrativ bestimmen, und zwar durch den Kontakt zu meiner Community, den ich direkt habe. Ich bin nicht mehr abhängig davon, was irgendwer irgendwo über mich schreibt. Heute ist mir das völlig egal.“ Und genau das gebe ihr Freiheit – und Nähe zu ihren Fans. Viele von ihnen begleiten sie seit zwei Jahrzehnten. Viele seien schon seit 20 Jahren dabei und es gebe viel Liebe in der Community.

Zwischen Rückzug und neuer Stärke

Ist Sarah Connor ausgewandert? Nein – aber sie verbringt den Winter gerne in Südfrankreich. Dort kann sie zur Ruhe kommen. Wenn sie durch die Dörfer gehe, Menschen treffe, beobachte – das sei ein ganz anderes Gefühl, erzählte sie. „Hier dagegen laufe ich immer mit einem Hoody und versuche, keinen Blickkontakt zu bekommen. Hier erkennt mich jeder. Es ist schön, zu merken, wie mein Herz leichter wird, wenn keiner guckt.“

Musik, die berührt

Wer in ihr neues Album hineinhört, entdeckt eine Sarah Connor, die Klartext spricht – aber auch sehr feinfühlig mit sich selbst und ihren Themen umgeht. Es sind Lieder voller Wehmut und Zuversicht, über das Loslassen, über Veränderungen im Leben. Über Kinder, die das Zuhause verlassen. Beziehungen, die sich wandeln. Und über die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Ein leiser Wandel – und ein neuer Blick auf die Liebe

Als zwei ihrer Kinder nach England gingen, spürte Sarah eine tiefe Traurigkeit. „Zuerst habe ich gesagt: gut, voll cool. Ich war gerade auf Tour, habe mich riesig gefreut. Dann kam ich wieder nach Hause und dachte: Was mache ich jetzt eigentlich? Was machen wir jetzt zu Hause? Das sind zwei laute Kinder, und ich war richtig traurig.“ In dieser Zeit begann sie, vieles zu hinterfragen – auch ihre Ehe. Sie nahm sich Zeit. Reiste allein. Und entdeckte dabei etwas Neues. Sie habe einen unheimlich liebevollen Blick für ihr Zuhause entwickelt, so die Künstlerin.

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